Worauf solltest du bei einem Kredit achten?*

Es ist ja bekanntlich kein Geheimnis, dass die momentan sehr günstigen Kredite dazu verlocken, sich Geld zu leihen. Das Geschäft mit Krediten ist allerdings keine neue Erscheinung, sondern ein Jahrtausende altes Gewerbe. Bereits mit dem Erscheinen der ersten geprägten Münzen (ca. 7. Jahrhundert vor Christus) begannen die Leute sich Geld zu leihen. Wenn man sich Geld leiht, dann entsteht jedoch ein entscheidendes Problem. Demjenigen, der sein Geld verliehen hat, dem steht es natürlich für eine gewisse Zeit nicht mehr für Investitionen oder sonstige Einkäufe zur Verfügung. Die Konsequenz daraus ist, dass Menschen und auch Institutionen in der Regel eine Entschädigung dafür verlangen, dass sie für einen bestimmten Zeitraum auf ihr Geld verzichten müssen. Diese Entschädigung nennt man Zins. Früher war es übrigens moralisch verwerflich, Geld zu verleihen und dafür Zinsen zu verlangen. Es wurde im Allgemeinen als unfair empfunden, dass diejenigen, die über viel Kapital verfügen ihr Geld sozusagen „im Schlaf“ verdienen und andere Menschen wiederum harte körperliche Arbeit leisten müssen, um an Geld zu gelangen. Zwar wird auch heute noch darüber diskutiert, ob das Kapital innerhalb der Gesellschaft ungerecht verteilt ist oder nicht, aber immerhin werden Kredite nicht mehr zwangsläufig als etwas Schlechtes angesehen. Ganz im Gegenteil! Im Jahr 2006 wurde Muhammad Yunus sogar der Friedensnobelpreis dafür verliehen, dass die von ihm gegründete Grameen Bank sogenannte Mikrokredite an Kleinstunternehmer in Entwicklungsländern vergeben hat. Die Motivation der Mikrokredite ist dabei nicht ausschließlich profitorientiert, sondern auch der soziale Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Leuten die normalerweise keinen Zugang zum Kapitalmarkt erhalten würden, wird so die Möglichkeit gegeben mittels eines kleinen Kredites ein Geschäft aufzubauen und der Armut zu entfliehen.

Wozu brauchen Menschen Kredite?

Mal abgesehen von philosophischen und ethischen Fragen im Zusammenhang mit Krediten stellt sich natürlich die Frage, warum Menschen einen Kredit aufnehmen. Statistiken zeigen dabei, dass im Jahr 2017 ca. 16% der Deutschen einen Ratenkredit besaßen. Die Zahl derer, die irgendwann im Laufe ihres Lebens mindestens einmal einen Ratenkredit aufgenommen haben, dürfte noch um einiges höher ausfallen! Außerdem gilt es zu bedenken, dass Darlehen für Immobilien in dieser Statistik noch nicht einmal betrachtet wurden. Fakt ist also, dass sich viele Menschen in irgendeiner Form Geld leihen. Häufig geht es dabei um die Finanzierung kleiner (oder größerer) Wünsche, wie z.B. ein neues Auto, ein neuer Fernseher, neue Möbel, einen Urlaub, eine Hochzeitsfeier, ein Eigenheim…. Interessant ist es dabei zu beobachten, dass Privatpersonen sich tendenziell eher Geld leihen, um es zu konsumieren, während Unternehmen eher das geliehene Geld nutzen, um Investitionen zu tätigen. Prinzipiell könnten natürlich auch Privatpersonen mit Hilfe von Krediten Investitionen tätigen, also das Fremdkapital so einsetzen, dass es zukünftig Rückflüsse erwirtschaftet. Letztendlich tun das aber die wenigsten von uns.

Worauf man achten sollte

Wofür man das geliehene Geld auch nutzen möchte, es gibt einige Dinge, die man zwingend beachten sollte. Ich kann es nicht oft genug betonen: Aktuell befinden wir uns in einer historischen Niedrigzinsphase. Kredite sind also zu sehr attraktiven Zinssätzen zu haben. Sicher ist auch dir schon aufgefallen, dass es momentan nur so wimmelt vor Werbung für sehr billige Kredite oder auch 0%-Finanzierungen. Grundsätzlich ist das eine tolle Sache! Allerdings sollte man darauf achten, dass man nicht versehentlich in die Schuldenfalle tappt. Viele Menschen machen den Fehler, dass sie einfach über ihre Verhältnisse leben und verzweifelt versuchen durch übermäßigen Konsum gesellschaftlichen Anschluss zu finden und einen vermeintlich hohen sozialen Status zur Schau zu stellen. Wenn du selbst auch zu dieser Gruppe gehörst, dann lass am besten die Finger von einem Kredit. Der zusätzliche und auf Pump finanzierte Konsum wird dich auch nicht glücklicher machen! Falls du aber fest entschlossen bist, dass du einen Kredit aufnehmen möchtest, dann vergleiche auf jeden Fall die verschiedenen Angebote am Markt!

Es kommt nicht nur auf den Zinssatz an!

Zentraler Bestandteil der meisten Werbeangebote für Kredite ist der Zinssatz. Gerne ziehen wir den Zinssatz als Vergleichskriterium heran, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob ein Kredit günstiger ist, als der andere. Häufig finden wir Lockangebote mit sagenhaft günstigen Zinssätzen (z.B. „ab 1,5% effektiver Jahreszins“). Wie bei den meisten Dingen im Leben gibt es aber auch hierbei einen Haken! Wenn man einen Kredit beantragt, dann muss man bestimmte Informationen über sich selbst preisgeben. Es werden dafür Fragen gestellt zur Vermögenssituation, zum Job, zum Einkommen, zum Alter, zum Familienstand, zu bereits bestehenden Krediten usw. Nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung hat dabei so hervorragende Kennzahlen, dass der ursprünglich angepriesene Zinssatz einem auch tatsächlich angeboten wird. Wundere dich also nicht, wenn aus den versprochenen 1,5% plötzlich 2,8% effektiver Jahreszins werden. Viele Menschen sagen sich an diesem Punkt „ach was soll’s, 2,8% sind ja eigentlich auch günstig“ und schließen dann trotzdem einen Kredit ab. Das führt uns dann gleich zum nächsten Fallstrick, der Zinsbindung. Gerade bei Baufinanzierungen sind sehr günstige Zinssätze zu haben, wenn man sich für eine 5-jährige Sollzinsbindung entscheidet. Bedenken sollte man dabei allerdings, dass die meisten Baufinanzierungen auf einen Zeitraum von 30 Jahren (oder noch länger) ausgelegt sind. Wenn man beispielsweise ein Darlehen mit 5-jähriger Sollzinsbindung zu einem Zinssatz von 2% abgeschlossen hat, dann stellt sich die Frage, was nach der 5-jährigen Sollzinsbindung passiert. In der Regel wird dann eine Anschlussfinanzierung notwendig, was nichts anderes bedeutet, als dass du mit der Bank über die Zinskonditionen neu verhandeln musst. Da wir uns aktuell in einer Phase extrem niedriger Zinsen befinden, ist aber zumindest fraglich, ob man dann nach 5 Jahren auch wieder einen so günstigen Zinssatz bekommt. Wenn dann aus den ursprünglichen 2% plötzlich 4% werden, dann können die Raten sich nahezu verdoppeln. Viele Leute tappen so in die Zinsfalle, da die Kreditraten plötzlich viel höher sind, als man es eigentlich eingeplant hat. Ähnlich verhält es sich auch mit der sogenannten Tilgungsrate. Bei günstigen Lockangeboten ist die Tilgungsrate meist sehr niedrig angesetzt. Die Kreditrate ist dadurch zwar relativ klein, aber dafür dauert es einfach viel länger bis die Schulden abbezahlt sind.

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Was kann man also tun?

Wer sich bis hierhin noch nicht hat abschrecken lassen, der sollte daran denken, dass die gerade beschriebenen Fallstricke zu beachten. Sinnvoll wäre es wahrscheinlich zunächst einmal einen Kreditvergleich durchzuführen. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, die Kredite vermitteln (z.B. Smava, Auxmoney, …) Wer sich für Baufinanzierungen interessiert, der kann es auch bei der Interhyp versuchen. Nachdem man bei den Plattformen die gewünschten Daten eingetragen hat, erhält man verschiedene Angebote, die intensiv verglichen werden sollten. Wichtig ist dabei, sich nicht nur von den Zinssätzen blenden zu lassen, sondern auch zu überlegen, wie der Zeitraum für die Sollzinsbindung und die Tilgungsrate gewählt werden sollte. Vielleicht würde es ja unter Umständen Sinn machen beispielsweise eine 20-jährige Sollzinsbindung zu wählen, denn dann weiß man auf jeden Fall, dass die vereinbarten Raten in den nächsten 20 Jahren gleich bleiben. Dazu wäre es vielleicht sinnvoll eine möglichst hohe Tilgungsrate zu vereinbaren, sodass der Kredit schnell abbezahlt ist und keine Zinsen mehr gezahlt werden müssen. Letztendlich muss jeder selbst für sich den richtigen Weg finden, aber zumindest sollte man wissen, welche Stellschrauben und Fallstricke es gibt!

Hier gehts zu den Anbietern Auxmoney und Interhyp:

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