Das 3-Kontensystem: Der Weg zu mehr Kostendisziplin *

In einem früheren Blogbeitrag haben wir uns schon mit der Fragestellung befasst, warum Menschen oft nicht rational mit ihrem Geld umgehen können. Zu groß ist die Verlockung, sich den Freuden des sinnlosen Konsums hinzugeben. Die Ursache dafür ist im Wesentlichen, dass wir uns für Geld fast alles auf der Welt kaufen können. Von dieser Möglichkeit machen wir daher auch oft Gebrauch. Dabei kommt es häufiger vor, dass wir außer Acht lassen, dass jede Ausgabe auch gleichzeitig bedeutet, dass das ausgegebene Geld nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann. Jede Ausgabe zieht also implizit einen Verzicht nach sich. Wenn ich mir das schicke Cabrio kaufe, dann habe ich vielleicht nicht mehr genug Geld, um mir eine Eigentumswohnung zuzulegen (mit der z.B. Mieteinnahmen erzielt werden könnten). Das ist an sich auch völlig ok, solange man sich bewusst ist, dass jede Ausgabe auch eine Einschränkung an anderer Stelle bedeutet. Egal wofür ihr euer Geld ausgebt, bei der Altersvorsorge solltet ihr euch auf jeden Fall nicht einschränken.

Das Geld könnte auf 3 Konten verteilt werden…

Wer sich beim Lesen der letzten Zeilen selbst dabei ertappt hat, auch hin und wieder zu viel Geld für Konsumausgaben zu verwenden, statt langfristig vorzusorgen, dem möchten wir hier ein Hilfsmittel vorstellen: das 3-Konten-System. Die Grundidee des 3-Konten-Systems ist ziemlich simpel, aber dennoch sehr wirksam. Alles was ihr dazu benötigt sind 3 Girokonten. Im Folgenden sprechen wir also von Konto A, B und C. Konto A stellt euer Basiskonto dar. Einerseits gehen dort eure Gehaltszahlungen ein, andererseits gehen eure Fixkosten (wie z.B. Miete) davon ab. Konto B ist euer Vorsorgekonto. Am besten richtet ihr einen Dauerauftrag von Konto A nach Konto B ein, sodass sichergestellt ist, dass ihr automatisch jeden Monat eine fixe Summe (z.B. 20% eures Nettoeinkommens) auf dieses Vorsorgekonto einzahlt. Konto C hingegen ist euer Spaßkonto. Auch hier solltet ihr einen bestimmten fixen Prozentsatz eures Nettoeinkommens (z.B. 10%) per Dauerauftrag einzahlen.

Schematische Darstellung des 3-Kontensystems
Schematische Darstellung des 3-Kontensystems

Zweckgebundenheit zwingt euch dazu, das Geld entsprechend euren selbst festgelegten Regeln auszugeben

Ganz objektiv gesehen hat sich durch diese Aufteilung erstmal nichts an eurer finanziellen Situation geändert. Ihr verfügt noch immer monatlich über die gleichen Einkünfte wie zuvor. Was sich aber geändert hat, ist die vorgegebene Struktur. Durch das 3-Konten-System habt ihr aber gewissermaßen eine (mentale) Zweckgebundenheit für euer Einkommen vorgegeben. Geld, das auf dem Konto B (Sparkonto) liegt, sollte auch nur für Vorsorgezwecke verwendet werden. Beispielsweise könnte mit den regelmäßigen Einzahlungen auf dieses Konto ein ETF-Sparplan bedient werden. Der langweilige Teil (den man auch gerne mal vergisst) wäre also durch Konto B schon abgedeckt und man müsste sich darüber keine Sorgen mehr machen. Bei Konto C hingegen steht der Spaßfaktor im Vordergrund. Geld, das sich auf diesem Konto befindet kann ohne schlechtes Gewissen ausgegeben werden. Allerdings gilt hier die folgende Regel: Wenn das Konto leer ist, dann kann nicht mehr konsumiert werden, bis das Konto im nächsten Monat wieder befüllt wird. Dabei sollte man auch nicht schummeln, da man sich am Ende nur selbst betrügt.

Jeder Mensch ist einzigartig, daher kann das 3-Kontensystem auch bedarfsgerecht angepasst werden

Natürlich kann das 3-Konten-System auch an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden und kann daher auch recht unterschiedlich aussehen. Wer beispielsweise das Sparkonto nutzt, um davon einen ETF-Sparplan zu bedienen, der könnte theoretisch auch auf ein ausgewiesenes Sparkonto verzichten und seine ETF-Sparraten direkt vom Basiskonto (Konto A) abbuchen lassen. An die Stelle von Sparkonto B, würde dann das das Depot rücken. Im Grunde genommen bleibt das Prinzip also immer gleich, aber die individuelle Umsetzung eines jeden Einzelnen kann sich unterscheiden.

Fazit

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass viele Menschen allzu sorglos mit ihren finanziellen Mitteln umgehen und langfristig dadurch die Gefahr steigt von negativen Folgen (wie z.B. Altersarmut) betroffen zu sein. Wer das Gefühl hat, regelmäßig zu viel Geld für „Spaßausgaben“ zu verwenden und dabei die eigene Vorsorge zu vernachlässigen, dem könnte das 3-Konstensystem dabei helfen, etwas mehr Struktur in die eigenen Finanzen zu bringen.

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