Leute, redet miteinander! Auch über Geld und Finanzen…*

Es ist ja sicher kein Geheimnis, dass es auf unserer schönen Erde viele verschiedene Kulturen gibt. Als Kultur verstehe ich dabei Wertesysteme, die in bestimmten Regionen der Welt gelebt werden. Kultur kann dabei solche Dinge wie Religion, Sprache oder sonstiges Brauchtum beinhalten und wird im Allgemeinen als etwas sehr Positives betrachtet. Auch der Deutsche ist in der Regel stolz auf seine deutsche Kultur. Pünktlichkeit, Disziplin und Fleiß schreiben wir uns nur allzu gern auf die eigene Fahne. Nur über eine Sache reden wir meistens nicht so gern – unser Geld! Warum das so ist, daran scheiden sich die Geister. Zum einen wird Neid häufig als Ursache für unsere Verschwiegenheit genannt. Wichtig ist also nicht nur, dass wir eine Menge Geld verdienen, es sollte am besten auch mehr Geld sein, als unser Kollege / Nachbar / Freund verdient. Um die eigene Frustration in Grenzen zu halten, sprechen wir daher vorzugsweise nicht über unser Einkommen. In anderen Ländern, wie z.B. den USA, herrscht in dieser Hinsicht eine vollkommen andere Kultur. Dort wird viel offener über Geld gesprochen, denn ein hohes Einkommen wird als persönlicher Erfolg gewertet, den man sich verdient hat und den man auch mit seiner Umwelt teilen darf. Über Geld zu reden soll natürlich nicht in sinnlose Prahlerei ausarten. Allerdings ist es sicherlich so, dass man nicht viel dazulernen kann, wenn man sich über bestimmte Dinge nicht mit anderen Menschen austauscht. In fast allen Bereichen unseres Lebens nehmen wir dankbar Ratschläge von mehr oder weniger qualifizierten Experten an, wie z.B. Lehrern, Freunden oder Verwandten. Der Grundgedanke ist dabei, dass wir von den Erfahrungen und dem Wissen unserer Mitmenschen profitieren, um selbst weniger Fehler zu begehen. Leider vertrauen wir, wenn es um unsere Finanzen geht, nicht unbedingt Personen aus unserem Umfeld. Möglicherweise auch aus Scham, um nicht ahnungslos zu erscheinen. Wir sollten uns aber klar machen, dass es keine Schande ist, von den Erfahrungen Anderer zu lernen und daraus für uns die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Auch meine Kollegen konnten mir nicht helfen…

Lange Zeit habe ich selbst nicht so recht gewusst, was ich mit meinem Ersparten anstellen sollte. Nachdem ich jahrelang recht sparsam gelebt habe, hatte eine kleine Summe auf meinem Girokonto angesammelt. Scheinbar war das für meine damalige Hausbank Grund genug, mich zu einem Beratungsgespräch einzuladen. Als das Gespräch dann stattfand, war ich zugegebenermaßen etwas enttäuscht von dessen Verlauf. Der Berater konnte mir einfach keine Geldanlage empfehlen, die mehr als 2% Ertrag abwarf. Warum sollte ich dann überhaupt so sparsam leben? Ich begann also im Internet nach lukrativeren Geldanlagen zu suchen und stieß dabei auf Fonds. Ich traute meinen Augen kaum, als dort Fonds präsentiert wurden, die in der Vergangenheit regelmäßig zwischen 5% und 10% Rendite abgeworfen hatten. Das erschien mir doch etwas dubios und ich war skeptisch, denn der Bankberater hatte mir ja keine Anlage mit mehr als 2% Ertrag anbieten können. Erst dann begann ich mich über das Thema Aktien und Fonds zu informieren. Dazu las ich zunächst einige leicht verständliche Bücher. Als ich das Thema dann in der Theorie so halbwegs verstanden hatte, unterhielt ich mich mit meinen Arbeitskollegen und musste feststellen, dass mir leider niemand so recht helfen konnte.

Blogger erklären komplexe Themen relativ einfach!

Auf YouTube stieß ich dann auf den Kanal von Kolja Barghoorn (Aktien mit Kopf). Kolja erklärte in unzähligen Videos ganz einfach, wie man in Aktien investieren kann und wie man sich möglichst rational verhält, um seine Rendite zu optimieren. Besonders gut hat mir bei seinen Videos auch gefallen, dass er direkt am Rechner gezeigt hat, wie man Aktien tatsächlich handelt (Ordermaske ausfüllen usw.). Weil er alles an Hand eines Comdirect Depots erklärt hat, habe ich dann kurzentschlossen auch einfach dort mein erstes Depot eröffnet und verwende es noch immer. Irgendwann bin ich dann durch Kolja auch auf das Thema Peer-to-Peer Kredite aufmerksam geworden. Zunächst war ich noch etwas skeptisch, habe mir dann aber das Peer-to-Peer Buch von Kolja bestellt und mich nach und nach tatsächlich bei einigen Plattformen angemeldet und investiert. Mein Favorit ist dabei die Plattform Mintos. Warum das aus meiner Sicht so ist und was die Vor- und Nachteile gegenüber anderen Plattformen sind, werde ich demnächst in einem separaten Blog-Beitrag erklären. Inzwischen arbeiten wir auch an einem eigenem Peer-to-Peer Buch und konnten schon einige Freunde und Bekannte für ein Investment in Peer-to-Peer Kredite begeistern.

Aktienstammtische um sich bei gemütlicher Atmosphäre mit Gleichgesinnten auszutauschen

Zudem kann man sich auch Ideen und Inspirationen aus diversen Facebook-Gruppen holen. Ich selbst bin in einigen solcher Gruppen aktiv und identifiziere so auch interessante Wertpapiere und Themen, die die Menschen momentan bewegen. Über eine solche Facebook Gruppe bin ich auch auf einen Aktienstammtisch aufmerksam geworden. Ende Februar haben Raphael und ich dort (in Braunschweig) zum ersten Mal persönlich teilgenommen und viele spannende Gespräche geführt. Aus der Gruppe heraus kam auch der Hinweis auf den Börsentag in Hannover (hier geht’s zum Erfahrungsbericht). Es war wirklich schön, sich beim Stammtisch einfach mal mit Gleichgesinnten austauschen zu können und ein wenig über Investitionen zu philosophieren. Erstaunlicherweise schien ein Großteil der Teilnehmer beim Stammtisch sich sehr intensiv mit dem Thema „Optionshandel“ zu beschäftigen. Das stand bei mir persönlich bisher noch nicht so im Fokus, aber ich habe mir natürlich umgehend ein Buch bestellt, um mich über das Thema zu informieren. Außerdem habe ich ein kostenloses Demokonto bei CapTrader eingerichtet, um herauszufinden, ob Optionshandel auch für mich interessant sein könnte. Ein entsprechender Blogbeitrag wird demnächst folgen.



Man lernt nie aus!

Ihr seht also, dass auch wir noch immer eine Menge zum Thema Finanzen dazu lernen. Jeder Mensch hat eigene Vorlieben und Ideen und es macht einfach Spaß, sich darüber auszutauschen. Wenn ihr euch für das Thema Finanzen interessiert, dann sprecht ruhig ganz offen darüber mit anderen Personen, die ein ähnliches Interesse haben. Es muss nicht immer sein, dass man sich alles selbst beibringt. Schon die menschliche Evolution hat uns gezeigt, dass es durchaus sinnvoll sein kann, von dem Wissen Anderer zu profitieren und dieses Wissen gegebenenfalls an die eigene Situation anzupassen. Dem steht leider ein wenig die oben angesprochene deutsche Kultur der finanziellen Verschwiegenheit gegenüber. Das ist übrigens auch eine Motivation für unseren Finanzblog. Auch wenn ihr vielleicht nicht gerne über Geld redet, dann könnt ihr zumindest regelmäßig unsere Beiträge verfolgen und vielleicht ein paar neue Investmentideen sammeln. Um uns thematisch möglichst breit aufzustellen und euch auch Einblicke in Themen zu geben, in denen wir selbst keine Experten sind, arbeiten wir gerade intensiv an Kooperationen mit anderen Bloggern. Seid gespannt 🙂

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