Wie soll ich mit Misserfolgen beim Investieren umgehen? *

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich nun schon mit Finanzen und Investitionen. Wie in wohl allen Lebenslagen gilt auch hier der Leitspruch, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Selbst, wer schon viel Erfahrung beim Investieren hat, dem können noch Fehler unterlaufen. Schließlich verschießt auch ein Profi-Fußballer ab und zu mal einen Elfmeter 😉 Fehler und Misserfolge können manchmal sehr schmerzhaft sein (besonders wenn sie hätten vermieden werden können). Dennoch können Fehler auch gewissermaßen ein Segen für Investoren sein, denn aus Fehlern KANN man lernen. Leider ist es aber gerade beim Investieren häufig der Fall, dass Fehler nicht erkannt, kleingeredet oder sogar verschwiegen werden! Meiner Meinung nach, wird durch ein solches Verhalten eine wertvolle Chance vertan und das teure Lehrgeld verpufft wirkungslos.

Wie man besser nicht an der Börse starten sollte…

Wer sich beispielsweise mit Aktieninvestments beschäftigt und vielleicht auch einige Bücher* zu dem Thema liest, der fühlt sich in der Regel einigermaßen gut informiert. Wer nun voller Elan die ersten Schritte an der Börse tätigt und sogar die ersten kleinen Gewinne realisiert, der wird sich freuen. Werden häufiger Gewinne eingefahren, werden vielleicht auch die Investitionen riskanter. Früher oder später kommt dann der Tag, an dem ein Aktienkurs sich negativ entwickelt. Anfangs wird das vielleicht noch ignoriert. Man beruhigt sich dann mit dem Gedanken „die Aktie wird sich sicher irgendwann wieder erholen“. Aber tatsächlich erholt sie sich nicht. Ganz im Gegenteil: sie fällt und fällt. Dann steht man vor der Frage, wie man sich verhalten soll. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Privatinvestoren in einem solchen Fall ihre Aktien wohl nicht verkaufen würden. Ein Teil der Anleger würde versuchen die negative Entwicklung einfach „auszusitzen“. In vielen Fällen wird diese Vorgehensweise allerdings nicht von Erfolg gekrönt sein. Es gibt aber meiner Meinung nach sogar eine noch schlechtere Alternative. Wer sich absolut sicher ist, dass eine Aktie irgendwann wieder steigen wird, der könnte auch auf die Idee kommen, einfach noch mehr Aktien von dem Unternehmen zu kaufen. Dadurch würde schließlich der durchschnittliche Kaufpreis je Aktie sinken. Diese Vorgehensweise ist brandgefährlich und ich kenne mehrere Beispiele (auch aus eigener Erfahrung), in denen diese Strategie mächtig in die Hose gegangen ist!

Die Selbstreflexion: Wenn das eigene Verhalten hinterfragt wird

Um überhaupt aus Fehlern lernen zu können, muss man zunächst einmal erkennen, wann einem ein solcher unterlaufen ist. Der Schlüssel hierzu liegt in der Selbstreflexion und der regelmäßigen Analyse des eigenen Investitionserfolges. Die meisten Menschen werden mir wohl zustimmen, dass es sich bei dem gerade beschriebenen Börsenbeispiel schlichtweg um eine Fehlinvestition handelt. Als neutraler Beobachter fällt es uns also scheinbar sehr leicht, einen Fehler zu erkennen. Schwieriger wird es, wenn man möglicherweise selbst einen solchen Fehler begangen hat. Wer eine Aktie gekauft hat, der glaubt meistens auch an das Unternehmen, das sich dahinter verbirgt. Wenn sich nun aber eine Entwicklung einstellt, die nicht die eigene Meinung widerspiegelt, dann wird es problematisch. Ein absolut rationaler Mensch müsste sich spätestens jetzt die Frage stellen, ob er möglicherweise einen Fehler begangen hat. Da wir als Privatinvestoren aber meistens nicht 100% rational sind, wird gar nicht erst hinterfragt, ob wir richtig gehandelt haben. Wir nehmen es einfach an. Befeuert wird dieses Verhalten durch Mitmenschen (manchmal auch Finanzblogger), die scheinbar grenzenlos erfolgreich sind und niemals einen Fehler begehen… Vergesst es! Jeder Investor liegt hin und wieder daneben – auch Legenden wie Warren Buffet! Der Unterschied liegt im Wesentlichen aber darin, dass sehr erfolgreiche Investoren ihre Fehler erkennen und aus ihnen lernen.

Beim Investieren kommt es auch auf die Erfahrung an!

Wer als Kind einmal auf die heiße Herdplatte gefasst hat, der wird in Zukunft vorsichtiger durch die Küche gehen. Bei Investitionen sollte das Grundprinzip genau das Gleiche sein. Insbesondere bei Anfängern lässt es sich wohl nicht vermeiden, dass man Fehler begeht. Das gilt übrigens nicht nur für Aktieninvestments, sondern auch für andere Anlageformen, wie z.B. Immobilien. Das ist allerdings ganz normal. Wenn Investieren so einfach wäre, dass man nur ein Buch lesen müsste, um anschließend ein außerordentlich erfolgreicher Investor zu werden, dann würde es wohl jeder machen. Ich persönlich denke, dass es viel wichtiger ist, die Dinge zunächst einmal selbst auszuprobieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Hat man eine Anlageform gefunden, für die man sich interessiert, muss man einfach vorsichtig mit der Umsetzung beginnen. Um das „learning by doing“ kommt man aber nicht herum. Wer langfristig am Ball bleibt und die eigenen Fehler analysiert, der kann tatsächlich sehr erfolgreich werden. Ich denke daher, dass man beim Investieren nicht zwangsläufig jung und dynamisch sein muss, sondern dass es auf die Erfahrung ankommt und auf den Umgang mit den eigenen Misserfolgen. Nicht umsonst heißt es in vielen modernen Unternehmen sogar, dass Misserfolge und gescheiterte Projekte gefeiert werden, weil es sich um potenziell wertvolle Lektionen handelt.

Offen über die eigen Fehler sprechen

Auch ich habe in den vergangenen Jahren schon einige Fehlinvestitionen getätigt, für die ich Lehrgeld gezahlt habe. Es hat mich jedoch nicht davon abgehalten weiterhin an der Börse zu investieren. Ich bin sogar ein sehr begeisterter Investor! Ich möchte dennoch an dieser Stelle noch ganz kurz meine größten Investitionsfehler offenlegen und euch so vielleicht davor bewahren, diese Fehler ebenfalls zu begehen. Wahrscheinlich werdet ihr diese Lektion aber sowieso selbst lernen müssen 😉 Meine größten Fehler waren jedenfalls:

  1. Impulskäufe: Aktien solltet ihr lieber nicht aus dem Bauch heraus kaufen, sondern ihr solltet euch eigene Investitionsprinzipien bzw. –Regeln definieren.
  2. Verstoß gegen eigene Investitionsregeln: Die eigenen Regeln können noch so gut sein… Wer sie allerdings nicht befolgt, dem können schnell Fehler unterlaufen.
  3. Investition in „gehypte“ Branchen: Man muss nicht in alle Branchen investieren, die gerade im Trend liegen. Oft handelt es sich um Blasen (z.B. Kryptowerte, Cannabisaktien), die nicht zum langfristigen Erfolg führen.
  4. Pennystocks: Aktien, deren Kurs bei nur wenigen Cent liegt, sind meistens nicht besonders seriös. Wer damit handelt, sollte sich bewusst sein, dass es sich um sehr risikoreiche Wertpapiere handelt.
  5. Aktienempfehlungen von Freunden: Mit Freunden kann man über vieles reden. Gerne auch über Finanzen. Vermeintlichen „Geheimtipps“ von Freunden sollte man aber nicht blind vertrauen.

Fazit: Fehler können wertvoll sein, wenn man bereit ist sie zu akzeptieren

Ein rationaler Investor kann (oder besser: muss!) aus seinen Fehlern lernen. Fehler zu begehen, das ist bei komplexen Finanzgeschäften nahezu unvermeidlich. Gerade deswegen ist es besonders wichtig, über genügend Selbstreflexion und Rückgrat zu verfügen. Wenn man nicht darüber reden mag, dann ist das absolut ok. Entscheidend ist, dass man für sich selbst die richtigen Schlüsse zieht. Wer sich übrigens gerade mit dem Thema Aktien beschäftigt und vielleicht mit dem Gedanken spielt, dein erstes Depot zu eröffnen, dem empfehle ich den Anbieter Trade Republic. Trade Republic empfehle ich nicht nur, weil ich eine Provision für jedes vermittelte Depot bekomme, sondern aus tiefer Überzeugung. Gerade als Anfänger lassen sich Fehler wahrscheinlich kaum vermeiden. Wer ein kostenloses Depot bei Trade Republic* besitzt, den werden einige Fehler weniger hart treffen. Die Bedienung ist absolut leicht und intuitiv, sodass man beim Aktienkauf & -Verkauf relativ wenig falsch machen kann. Außerdem sind die Handelsgebühren extrem günstig (1€ pro Trade), sodass man auch relativ kleine Summen in Einzelaktien investieren kann, ohne auf Grund von überzogenen Transaktionskosten kleine Investments nur äußerst unwirtschaftlich tätigen zu können. Wer sich eine Investition in Einzelaktien nicht zutraut, dem steht dort auch eine ganze Palette von ETFs zur Verfügung. Das ist allerdings nur meine ganz persönliche Meinung und letztendlich erfüllt jedes Depot (also auch bei anderen Anbietern) seinen Zweck.

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5 Gedanken zu „Wie soll ich mit Misserfolgen beim Investieren umgehen? *

  1. Familien Finanzen im Griff Antworten

    Hallo und super Beitrag für Anfänger,

    hier zeigst und erklärst du sehr gut, welche Fehler ein Anfänger begehen und vermeiden sollte. Es sind wirklich sehr nützliche Tipps.

    Gruß Stefan

  2. kmfinanzen Antworten

    Hallo!
    Ich finde auch, dass man nicht alles glauben darf was „Finanzblogger“ und sogar auch „Experten“ meinen. Blogger haben oft zu wenig erfahrung und keiner kann sie überprüfen, also Vorsicht, nicht alles ist Gold, was glänzt.
    Pennystocks und Hypes sind hochriskant. Das muss man sich bewusst sein. Wer langfristig erfolgreich investieren will, soll die besten Unternehmen kaufen (Bluechips). Lieber eine langweilige Performance von 5% pro Jahr, als zu versuchen den Markt zu schlagen mit Spekulationsaktien, die in Mode sind. Meist werden sie erst wahrgenommen, wenn sie schon gut gelaufen sind. Danach gehts auch schnell wieder runter.

  3. Marko Antworten

    Misserfolge hat jeder. Und zu denken, dass “alle” anderen “nur” Gewinne einfahren ist in Wahrheit ein Zeichen dafür, dass man emotional unausgeglichen ist. Entscheidend ist, eine klare Strategie zu haben, die langfristig erwiesenermaßen funktioniert und genau zu wissen, was in welchen Situationen zu tun ist. Dann ist auch egal, was die anderen machen, da man ja an seinen eigenen Ansatz glaubt und es auch mit Fakten belegen kann.

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