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Es ist kein Geheimnis, dass in den letzten 10 Jahren die Immobilienpreise in Deutschland dramatisch angestiegen sind. Ausgelöst wurde der Immobilienboom durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Durch immer günstiger ...

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Es ist kein Geheimnis, dass in den letzten 10 Jahren die Immobilienpreise in Deutschland dramatisch angestiegen sind. Ausgelöst wurde der Immobilienboom durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Durch immer günstiger werdende Kredite sind die Preise in kürzester Zeit bis in ungeahnte Höhen gestiegen. Exemplarisch dafür steht der Immobilienmarkt in Berlin. In Berlin haben sich seit 2010 die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen nahezu verdreifacht. Angenommen, eine 4-köpfige Familie möchte sich eine Eigentumswohnung zulegen, so wird statistisch gesehen eine Fläche von knapp 35qm pro Person angesetzt (Quelle: Statistisches Bundesamt 2014). In Summe würde sich dadurch eine Wohnungsgröße von 140qm ergeben. In Berlin hätte im Jahr 2019 eine entsprechende Wohnung durchschnittlich 560.000€ gekostet. Gehen wir nun der Einfachheit halber davon aus, dass beide Erwachsene Vollzeit arbeiten. Dann wäre bei dem Mann mit einem monatlichem Bruttoeinkommen von etwa 4.000€ zu rechnen und bei der Frau wären es ungefähr 3.400€ (Quelle: Statista 2018). Insgesamt stünden dem Haushalt also 7.400€ Bruttolohn zur Verfügung. Staatliche Zuschüsse (wie z.B. Kindergeld) sollen hier der Einfachheit halber vernachlässigt werden. Das Netto-Haushaltseinkommen würde im Durchschnitt daher ca. 4.300€ betragen. Als Faustregel wird häufig angenommen, dass die Ausgaben für Wohnraum bei einem Drittel des Netto-Einkommens liegen sollten. Das wären entsprechend 1.433€.

Abbildung 1: Entwicklung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen in Berlin von 2004 bis 2019; Quelle: Statista

Reichen 1.433€ monatlich, um in Berlin eine familientaugliche Wohnung zu erwerben?

Gehen wir nun davon aus, dass unsere Beispielfamilie sich tatsächlich eine Wohnung kaufen möchte. 560.000€ wären dann der erwartete Kaufpreis. In der Regel kann man von Kaufnebenkosten in Höhe von 15% ausgehen (z.B. Maklergebühren, Notargebühren und Grunderwerbssteuer). Diese würden sich in unserem konkreten Beispiel auf ca. 85.000€ belaufen. Insgesamt müssten dementsprechend die Kosten für den Erwerb auf 654.000€ geschätzt werden. Um von einer Bank eine Finanzierungszusage für eine Immobilie zu bekommen, wird im Normalfall verlangt, dass mindestens die Erwerbsnebenkosten aus eigener Kraft aufgebracht werden können. 85.000€ müsste unsere Beispielfamilie daher mindestens zur Verfügung haben, um überhaupt die Mindestanforderungen für eine Immobilienfinanzierung zu erfüllen. Angenommen es stünde tatsächlich nur das Mindestmaß an Kapital zur Verfügung, so müssten 560.000€ finanziert werden. Selbst bei unseren aktuell sehr günstigen Zinssätzen wären die monatlichen Raten doch recht hoch. Bei einer Volltilgung in 35 Jahren und einem angenommenen Zinssatz von derzeit 1,3% pro Jahr, ergäbe ich eine monatliche Rate von knapp 1.700€. Neben den Kreditraten fallen jedoch noch weitere monatliche Kosten an. Als Faustregel werden hier pro Quadratmeter 4€ pro Monat angenommen. Bei einer 140qm Wohnung, müsste daher noch mit 560€ an Nebenkosten gerechnet werden. Daraus würde sich insgesamt eine monatliche Belastung von mindestens 2.260€ ergeben. Die Familie müsste daher etwa 53% des monatlichen Netto-Einkommens für Wohnzwecke aufwenden.

Für Familien nahezu unerschwinglich – sowohl als Mieter, als auch als Eigentümer

Selbst wenn die Zahlen an der ein oder anderen Stelle nur grobe Schätzwerte darstellen, so lässt sich dennoch erkennen, dass der Traum vom Eigenheim in Berlin für viele Familien tatsächlich nur ein Traum bleiben wird. In unserem Beispiel sind wir von zwei in Vollzeit arbeitenden Partnern ausgegangen. In vielen Fällen, wird das jedoch nicht der Realität entsprechen. Auch das minimal aufzuwendende Eigenkapital von 85.000€ dürfte für einige junge Familien ein Hindernis darstellen. In unserem Beispiel blieben der Familie noch ungefähr 2.000€ monatlich übrig zur Deckung der verbleibenden Kosten, wie z.B. Verpflegung, Kleidung, Transport, Freizeit, Kinderbetreuung. Das könnte insgesamt zwar funktionieren, würde unsere Beispielfamilie wohl aber an den Rand ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit bringen. Als Alternative könnte darüber nachgedacht werden, eine Wohnung zu mieten. Auch hier gehen wir davon aus, dass ein Drittel des Haushaltsbudgets aufgewendet werden soll, was einem Wert von 1.433€ entspricht. Bei den Nebenkosten kann gegebenenfalls von nur 3€ pro Monat pro Quadratmeter ausgegangen werden, da bestimmte Steuern und Kostenpositionen bei Mietern nicht anfallen. Für Nebenkosten müssten also 420€ angesetzt werden. Daraus ergäbe ich ein Budget von ca. 1.000€ monatlich für die Miete. Die durchschnittliche Miete je Quadratmeter beträgt in Berlin aktuell 13€. Für 1.000€ könnte daher nur eine etwa 77 Quadratmeter große Wohnung angemietet werden. Bei einer Wunschgröße von 140 Quadratmetern ergäbe sich ein zu erwartender Mietpreis von 1.820€. Inklusive der geschätzten Nebenkosten würde sich daraus ein Wert von 2.240€ ergeben. Mieten wäre also im Grunde genommen auch nicht billiger als kaufen.

Zufall? – Auch für Investoren ist der Markt nicht mehr attraktiv

Ist es bloß ein Zufall, dass es fast genauso teuer ist eine Wohnung zu mieten, anstatt sie zu kaufen? Nein, das ist es natürlich nicht! Bei der Frage, ob eine Wohnung gekauft oder gemietet werden sollte, werden Familien ganz genau überlegen, was sie tun sollten. Bei steigenden Mietpreisen und günstigen Kreditzinsen, liegt daher natürlich der Gedanke nahe, eine eigene Wohnung zu erwerben. Soweit, so logisch. Genau aus diesem Grunde sind in den vergangen Jahren sowohl die Mietpreise, als auch die Erwerbspreise rasant gestiegen. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat das Bundesland Berlin eine viel diskutierte „Mietpreisbremse“ verabschiedet. Für bestimmte Wohnungen gelten nun theoretisch maximal zulässige Mietpreise. Ob das in der Praxis funktioniert, wird sich noch zeigen müssen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht soll damit bezweckt werden, dass der „Teufelskreis“ aus steigenden Mieten und steigenden Erwerbspreisen durchbrochen werden soll. Würde sich der Markt rational verhalten, würde dieser Ansatz auch funktionieren. Ob sich der Markt aktuell noch rational verhält, darf allerdings bezweifelt werden. Wer sich mit dem Immobilienmarkt in Berlin beschäftigt, dem wird schnell auffallen, dass es aus Investorensicht ein sehr großes Problem gibt: Mieter, die ihre Wohnungen bereits seit vielen bewohnen. In Berlin waren die Mietpreise in der Vergangenheit äußerst günstig. Selbst in sehr zentral gelegenen Bezirken waren lächerlich günstige Mieten eher die Regel, als die Ausnahme. Da die Miete durch den Eigentümer aber nicht beliebig erhöht werden kann, gibt es viele glückliche Mieter, die in Lagen Wohnen, für die normalerweise deutlich mehr als 13€ Miete pro Quadratmeter gezahlt werden müssten, aber tatsächlich nur 5-6€ zahlen. Darüber hinaus genießen langjährige Mietverhältnisse oftmals besondere Schutzrechte. Ein neuer Eigentümer kann in der Regel nicht einfach ein bestehendes Mietverhältnis kündigen, nur um ein neues (und lukrativeres) Mietverhältnis zu beginnen. Daher wird es in vielen Fällen so sein, dass Investoren, die solche Wohnungen zu aktuellen Marktpreisen erwerben, auf viele Jahre hinaus Verluste einfahren werden, da die tatsächlich gezahlten Mietpreise im Missverhältnis zu den Kaufpreisen steht.

Nun aber Klartext – Gibt es eine Immobilienblase (in Berlin)?

Kurz und knapp: ja, die gibt es! Die Preise sind in den letzten Jahren exponentiell stark angestiegen. Dieser Anstieg steht in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bevölkerung. Berlin mag zwar hipp und cool sein, aber es ist nach wie vor eine eher arme Stadt mit relativ wenig Industrie. Im Wesentlichen gibt es dort viele Studenten, Startups, Dienstleister und öffentliche Verwaltung. Das erwartete Einkommen in diesen Branchen lässt es eigentlich nicht zu, sehr teure Wohnungen anzumieten oder gar zu kaufen. Viele der Wohnungen in Top-Lagen sind langfristig vermietet zu lächerlich günstigen Konditionen. Für rationale Investoren ist es absolut unwirtschaftlich geworden, in solche Wohnungen als Kapitalanlage zu investieren, da die Finanzierungskosten die tatsächlichen Mieteinnahmen um ein Vielfaches übersteigen. Dennoch steigen die Preise weiterhin und ein Ende ist nicht absehbar! Inzwischen zählt bei den Käufern solcher Objekte nicht mehr der Cashflow, sondern die Hoffnung, dass die Immobilienpreise noch weiter steigen werden und die Immobilie mit Gewinn veräußert werden kann. Meiner Meinung nach ist das nichts anderes als reine Spekulation oder gar Glücksspiel. Eigentumswohnungen, die nicht selbst bewohnt werden sollen, sind Renditeobjekte. Diese Rendite wird nun einmal primär durch Mieteinnahmen generiert. Nicht umsonst wird bei der Bewertung von Immobilien der „Kaufpreisfaktor“ bestimmt, also die Anzahl der Jahre, die die Miete angespart werden müsste, um den Kaufpreis auszugleichen. Eine Wohnung die beispielsweise 500.000€ kostet und 500€ Miete monatlich abwirft, erwirtschaftet jährlich Einnahmen von 6.000€. Daraus ergibt sich ein Kaufpreisfaktor von 83,33. Es würde also über 83 Jahre dauern, bis sich die Investition rentieren würde. Und selbst das wäre äußerst fraglich, da auch mit Instandhaltungskosten gerechnet werden muss. Ein in jeglicher Hinsicht absolut unrentables Geschäft. In Expertenkreisen gilt ein Kaufpreisfaktor von 20 als gut, 30 ist vielleicht noch akzeptabel. Davon sind wir in Berlin aber schon Lichtjahre entfernt. Wenn es soweit ist, dass vermeintlich rationale Investoren in einem wirtschaftlich schwachem Umfeld derartig hohe Summen für Wohnungen ausgeben, die über die Miete niemals rentabel werden können, dann handelt es sich definitiv um eine Blase!

Fazit: Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht!

Der Immobilienmarkt in Berlin ist extrem heiß gelaufen. Das hat dazu geführt, dass Durchschnittsfamilien sich keinen angemessenen Wohnraum im Stadtgebiet leisten können. Setzt sich dieser Trend fort, wird Berlin sich zu einer „Superstar-City“ entwickeln – einer Stadt in der nur noch Promis und Spitzenverdiener ein zu Hause finden. Die Regierung in Berlin hat dieses Dilemma erkannt und versucht entsprechend gegenzusteuern. Dieses Eingreifen in den Markt ist gemäß volkswirtschaftlicher Lehre ein deutliches Anzeichen von Marktversagen. Obwohl der Gedanke nachvollziehbar ist, hat die pseudo-sozialistische Landesregierung in Berlin ihre Hausaufgaben aber eher schlecht gemacht. Wenn man den mutigen (vielleicht auch falschen) Schritt zum Mietendeckel geht, so ist dieser in der Praxis vollkommen wirkungslos, wenn er an viele Bedingungen geknüpft ist und daher leicht umgangen werden kann. Wirkungsvoller wäre es gewesen, die Verkaufspreise staatlich zu limitieren. Wenn die Quadratmeterpreise nicht mehr steigen könnten, dann gäbe es auch schlagartig keine Spekulation mehr. Allerdings befänden wir uns dann in einem politischen System, das nicht mehr marktwirtschaftlich agieren würde. Trotzdem bleibe ich dabei, der jetzige Zustand ist nichts Halbes und nichts Ganzes – und ganz und gar nicht zufriedenstellend! Die Frage ist allerdings, ob (und wann) die Blase platzen wird. Das kann niemand so genau vorhersagen. Vielleicht wird es keinen schlagartigen Preisverfall in Berlin geben, aber mittelfristig ist zumindest damit zu rechnen, dass sich der Markt beruhigen wird. Spätestens wenn die wirtschaftliche Situation in Deutschland sich etwas verschlechtert und die Zinswende eingeläutet wird, wird sich zeigen, ob sich nicht einige „Investoren“ verzockt haben.

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Diese fünf Kapitalsorten sollte jeder gute Investor kennen https://kreativ-investieren.de/diese-fuenf-kapitalsorten-sollte-jeder-gute-investor-kennen/ https://kreativ-investieren.de/diese-fuenf-kapitalsorten-sollte-jeder-gute-investor-kennen/#comments Sat, 08 Feb 2020 08:00:18 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4360

Im alltäglichen Sprachgebrauch versteht der Volksmund unter dem Wort „Kapital“ ein Synonym für Geld- oder Sachvermögen. Dabei vergessen die meisten Menschen, dass es neben finanziellem Kapital durchaus noch weitere Kapitalsorten ...

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Im alltäglichen Sprachgebrauch versteht der Volksmund unter dem Wort „Kapital“ ein Synonym für Geld- oder Sachvermögen. Dabei vergessen die meisten Menschen, dass es neben finanziellem Kapital durchaus noch weitere Kapitalsorten gibt, in welche man investieren kann. Deshalb stelle ich dir heute fünf Kapitalsorten vor, die jeder gute Investor kennen sollte. In jede Kapitalsorte kannst du als Investor deine Zeit investieren und jede Kapitalsorte trägt langfristig zu deinem persönlichen Erfolg bei. Der heutige Blogbeitrag richtet sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene Investoren. Er soll vor allem dabei helfen, dein Mindset zu schärfen. Denn als guter Investor solltest du verstehen, dass es neben Geld- und Sachvermögen noch andere Erscheinungsformen für Kapital gibt. Welche Erscheinungsformen das sind erkläre ich dir im weiteren Verlauf.

Was ist Kapital eigentlich?

Wer das Wort „Kapital“ googelt wird schnell feststellen, dass es keine eindeutige Definition gibt. So macht zum Beispiel Wikipedia schnell deutlich, dass es in der Soziologie, in der Volkswirtschaftslehre und in der Betriebswirtschaftslehre verschiedene Definitionen von Kapital gibt. Im heutigen Beitrag möchte ich dir den Kapitalbegriff der Soziologie näher veranschaulichen. Als Pionier in diesem Bereich hat der bekannte französische Soziologe Pierre Félix Bourdieu den Kapitalbegriff geprägt. Denn Bourdieu ist der Auffassung, dass Kapital eine Ressource ist, welche Menschen für die Erreichung ihrer Ziele nutzen. Diese Ressource hat seiner Meinung nach vier verschiedenen Erscheinungsformen, welche ich um eine fünfte Erscheinungsform ergänzt habe. Jeder Mensch ist in der Lage seine Zeit in eine der folgenden fünf Erscheinungsformen zu investieren:

5 Kapitalsorten
5 Kapitalsorten

1. Physiologisches Kapital – Dein Körper als Ressource

Das Physiologische Kapital repräsentiert deinen Körper als Ressource zur Erreichung deiner Ziele. Als guter Investor solltest du verstehen, dass es von außerordentlicher Bedeutung ist Zeit in deinen eigenen Körper zu investieren. Bekanntlich ist dein Körper für deinen langfristigen Erfolg unumgänglich. Denn nur wenn du gesund bist, kannst du genügend Zeit für deine Finanzen aufwenden. Leider habe ich in der Vergangenheit immer wieder feststellen müssen, dass viele Menschen im Alltag ihren Körper vernachlässigen. Sie gehen zum Beispiel krank zur Arbeit, arbeiten zu lange, ernähren sich ungesund oder treiben keinen Sport. Durch dieses Verhalten schaden diese Menschen ihrer eigenen Gesundheit. Dieses Verhalten bleibt nicht unbestraft und wirkt sich langfristig negativ auf ihr Physiologisches Kapital aus. Meiner Meinung nach erklärt das Zitat des berühmten französischen Philosoph Voltaire diesen negativen Einfluss am besten: „In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben, in der zweiten Hälfte opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen. Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.“ Als guter Investor sei also immer achtsam und investiere ausreichend Zeit in dein physiologisches Kapital. Das ist oftmals gar nicht so schwer, da die richtige Menge an Wasser, Nahrung, Schlaf, Sport, Arbeit und Schonzeit bei Krankheit hierzu schon ausreichen.

2. Ökonomisches Kapital – Dein Geld- und Sachvermögen als Ressource

Das Ökonomische Kapital repräsentiert dein Geld- und Sachvermögen als Ressource zur Erreichung deiner Ziele. Als guter Investor solltest du verstehen, dass es wichtig ist Zeit in dein Ökonomisches Kapital zu investieren. Denn dein Geld- und Sachvermögen sind eine wichtige Ressource für deine langfristige finanzielle Sicherheit und Stabilität. Nur mit ausreichend Einkommen und Vermögen kannst du langfristig deinen Lebensunterhalt bestreiten. Jeder der einmal in finanziellen Schwierigkeiten war kennt das beklemmende Gefühl, wenn man plötzlich nicht mehr weiterweiß. Auch in diesem Zusammenhang gibt es  zwei treffende Volksweisheiten. Erstens heißt es: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. Das bedeutet, jeder gute Investor sollte Zeit in sein Ökonomisches Kapital investieren, um sich für finanzielle Notlagen abzusichern. Zweitens heißt es: „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt die Nerven“. Das heißt, jeder gute Investor sollte sich bewusst sein, dass Geld eine gute Absicherung darstellt, aber langfristig nicht glücklich macht. Dies belegen auch viele Studien, weil sie zeigen, dass ab einer gewissen Einkommens- und Vermögensgrenze Geld nicht glücklicher macht. Mit anderen Worten, wenn man bereits finanziell voll abgesichert ist, macht es Investoren nicht glücklicher, wenn sie noch mehr Zeit in ihr Ökonomisches Kapital investieren.

3. Soziales Kapital – Dein soziales Umfeld als Ressource

Das Soziale Kapital repräsentiert dein soziales Umfeld als Ressource zur Erreichung deiner Ziele. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wichtig erscheint, so solltest du als guter Investor unbedingt Zeit in dein Soziales Kapital investieren. Denn dein Umfeld ist entscheidend für die Erreichung deiner Ziele. Auf der einen Seite kann dein Umfeld ein Katalysator für deinen langfristigen Erfolg sein. Das ist besonders der Fall, wenn du viele Menschen in deinem Umfeld hast, welche dieselbe Lebenseinstellung haben, ähnliche Interessen verfolgen, eine ähnliche Wertvorstellung haben und dieselben Ziele verfolgen oder diese bereits erreicht haben. Ein großes Netzwerk an Gleichgesinnten ist also sehr förderlich. Auf der anderen Seite kann dein Umfeld deinem langfristigen Erfolg im Wege stehen. Denn Menschen können dich auch ausnutzen und deinen persönlichen Zielen entgegenwirken. Auch an dieser Stelle gibt es ein treffendes Zitat des berühmten US-amerikanischen Unternehmer Jim Rohn: „Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst“. Dieses Zitat sagt dir, dass du als guter Investor herausfinden solltest mit welchen 5 Menschen du deine meiste Zeit verbringst. Denke weiterhin darüber nach, ob diese 5 Menschen bei der Erreichung deiner Ziele förderlich sind oder dir im Weg stehen. Im zweiten Fall solltest du überdenken, ob du zukünftig noch viel Zeit mit diesen Menschen verbringen solltest.

4. Kulturelles Kapital – Deine Bildung als Ressource

Das Kulturelle Kapital repräsentiert deine Bildung als Ressource zur Erreichung deiner Ziele. Schon frühzeitig erkannten Wissenschaftspioniere wie Alexander von Humboldt wie wichtig Bildung für den langfristigen Erfolg sein kann. Deshalb sollte jeder Investor Zeit in seine Bildung investieren. Dabei gibt es laut Bourdieu drei Formen des Kulturellen Kapitals:

  • Inkorporiertes Kulturkapital: Diese Kapitalform bezieht sich auf dein Wissen, welches du im Rahmen deiner Bildung erworben hast. Dieses Wissen ist in deinem Kopf gespeichert und kann kurzfristig nicht an andere weitergegeben werden. In der Finanzblogger Szene wird in diesem Zusammenhang auch häufig von „Humankapital“ gesprochen, da die beste Investition die in dich selbst ist.
  • Objektiviertes Kulturkapital: Diese Kapitalform bezieht sich auf deine kulturellen Güter wie zum Beispiel Bilder, Bücher oder andere Schriften, welche du verfasst hast. Diese Güter kannst du prinzipiell handeln und somit kurzfristig an andere verkaufen.
  • Institutionalisiertes Kulturkapital: Diese Kapitalform bezieht sich auf Titel und Stellen, die du erworben hast. Hierzu gehören zum Beispiel Schul- oder Universitätsabschlüsse.

Als guter Investor solltest du möglichst Zeit in alle drei Formen des Kulturellen Kapitals investieren. Mit anderen Worten solltest du tagtäglich dein inkorporiertes Kulturkapital steigern (z.B. indem du Bücher liest). Weiterhin solltest du dein Wissen selbst in Form von objektiviertem Kapital handeln (z.B. indem du Bücher schreibst und verkaufst). Zu guter Letzt solltest du in dein institutionalisiertes Kulturkapital investieren (z.B. durch Schul- oder Universitätsabschlüsse sowie Zertifikate).

5. Symbolisches Kapital – Dein Ruf als Ressource

Das Symbolische Kapital repräsentiert deinen Ruf als Ressource zur Erreichung deiner Ziele. In diese Kapitalklasse zu investieren stellt für jeden guten Investor die größte Herausforderung dar. Denn um dir einen Ruf aufzubauen, musst du viel Zeit und Mühe investieren. An dieser Stelle möchte ich ein berühmtes Beispiel aus der Finanzwelt geben. Warren Buffett ist einer der weltweit bekanntesten Investoren in der Finanzwelt. Im Laufe seines gesamten Lebens nutze Warren Buffett erfolgreich die Methoden des Value Investing und wurde einer der reichsten Menschen der Welt. Durch seinen Erfolg vertrauen mittlerweile Menschen weltweit dem Urteilsvermögen von Warren Buffett. Aus diesem Grund investieren sie unter anderem auch in sein Unternehmen Berkshire Hathaway. Warren Buffet liefert uns also ein gutes Beispiel, wie man sein Symbolisches Kapital positiv nutzen kann. Er hat sich über Jahre durch harte Arbeit einen guten Ruf erarbeitet und nutzt diesen guten Ruf, um sein Imperium weiter auszubauen.

Fazit

Bei dem Wort „Kapital“ denken die meisten Menschen an Geld- oder Sachvermögen. Dabei gibt es neben Geld- und Sachvermögen noch viele weitere Kapitalsorten, in welche du deine Zeit investieren kannst. In meinem heutigen Blog-Artikel habe ich dir fünf Kapitalsorten vorgestellt. Wenn du langfristig deine Zeit in alle fünf Kapitalsorten investierst, helfen dir diese deine Ziele und Träume zu erreichen. Ich hoffe, dass dich der heutige Beitrag zum Denken anregt. Investierst du bereits deine Zeit in andere Kapitalsorten, außer deinem Geld und Sachvermögen? Oder verhältst du dich bei den anderen Kapitalsorten eher passiv? Ich wünsch dir viel Spaß beim Nachdenken und hoffe du schaust in der nächsten Woche wieder rein!

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Nicht die anderen sind Schuld an eurer Altersarmut, sondern ihr selbst! – Wie Ignoranz unsere Wohlstandsgesellschaft bedroht* https://kreativ-investieren.de/nicht-die-anderen-sind-schuld-an-eurer-altersarmut-sondern-ihr-selbst-wie-ignoranz-unsere-wohlstandsgesellschaft-bedroht/ https://kreativ-investieren.de/nicht-die-anderen-sind-schuld-an-eurer-altersarmut-sondern-ihr-selbst-wie-ignoranz-unsere-wohlstandsgesellschaft-bedroht/#comments Sat, 01 Feb 2020 08:00:07 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4330

Als wir 2018 mit unserem Finanzblog begonnen haben, wollten wir ganz normalen Durchschnittstypen Finanzwissen vermitteln. Die Idee war es dabei, Finanzbildung für jedermann zugänglich zu machen und so sicherzustellen, dass ...

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Als wir 2018 mit unserem Finanzblog begonnen haben, wollten wir ganz normalen Durchschnittstypen Finanzwissen vermitteln. Die Idee war es dabei, Finanzbildung für jedermann zugänglich zu machen und so sicherzustellen, dass es die heutige Generation junger Menschen im Alter besser haben wird. Aber nichts da! Die traurige Wahrheit ist, dass die meisten jungen Menschen sich überhaupt nicht für ihre Finanzen interessieren. Das ist aus unserer Sicht besonders schade, denn gerade in jungen Jahren werden die Weichen für das spätere Leben gelegt. In seiner Artikelserie zum Thema Spiel des Lebens hat Raphael daher versucht einen typischen durchschnittlichen Lebensweg unter finanziellen Aspekten unter die Lupe zu nehmen. Für jede Lebensphase sind dort Tipps formuliert, die dazu beitragen können die eigenen Finanzen zu optimieren. Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht, warum dieses wichtige Thema so wenig Beachtung findet. Die einzig plausible Antwort lautet Faulheit! Dass Faulheit nicht immer schlecht sein muss, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Immer haben die anderen Schuld!

Wenn man bemerkt, dass es um die eigene finanzielle Situation nicht zum Besten steht, dann ist das Kind oft schon in den Brunnen gefallen. Wer sich nicht mit seinen Finanzen beschäftigt, der wird erst viel zu spät bemerken, wenn etwas in Schieflage geraten ist. Die Konsequenz daraus ist oft eine große Frustration und Schuldzuweisungen. Bei den Schuldzuweisungen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Mal sind es gierige Finanzhaie, ein anderes Mal die unfähigen Politiker und manchmal einfach auch unsere verkommene Gesellschaft, die ins Visier der Kritiker rückt. Wer aber die Schuld für seine eigene Situation bei anderen sucht, der liegt oft daneben. Wenn man der Gesellschaft einen Vorwurf machen kann, dann den, dass Finanzbildung (z.B. in der Schule) komplett vernachlässigt wird.

Pfandflaschen sammeln im Alter ist nicht schön und muss auch nicht sein!

Natürlich gibt es immer wieder individuelle tragische Schicksale, in denen das Leben und äußere Umstände dafür sorgen, dass die finanzielle Situation angespannt ist. Für unsere Betrachtung gehen wir allerdings von einem ganz durchschnittlichem Menschen in Deutschland aus. Nennen wir ihn bezeichnenderweise Max Mustermann. Max hat ein monatliches Nettoeinkommen von 1.890€ (Quelle: Statista 2019). Die durchschnittlichen monatlichen Kosten eines Singles betragen in Deutschland aktuell ca. 1.629€ (Quelle: Sparkasse). In diesen Kosten enthalten sind u.a. Kosten für Wohnen, Energie, Transport, Kleidung, Nahrung und sogar Genussmittel. Es ergäbe sich also für den Durchschnittstypen eine Differenz von 261€ monatlich. Teilt man 261€ auf durchschnittlich 30 Tage pro Monat auf, so ergibt sich ein täglicher Überschuss von immerhin 8,7€. „Das ist ja fast nichts!“ werden nun einige sofort sagen. Würde man jedoch von dem überschüssigen Geld auch nur 150€ monatlich in einen breit gestreuten ETF investieren und das über einen Zeitraum von 30 Jahren, dann ergäbe sich dadurch eine Summe von schätzungsweise 150.000€. Wer diese 150.000€ dann im Alter weiter investiert lässt und lediglich jährlich 4% der Investitionssumme entnimmt, der hat sich eine nahezu unerschöpfliche Geldmaschine geschaffen. 4% von 150.000€ sind 6000€, was rein rechnerisch einem monatlichen Verdienst von 500€ entspricht. Aus 150€ monatlich während der aktiven Arbeitsphase kann gut und gerne eine Zusatzrente von 500€ monatlich im Alter entstehen.

Einige Personengruppen sind tatsächlich benachteiligt

Wer jetzt aufschreit und sagt, dass das mit Kindern nicht zu bewerkstelligen sei, dem sei gesagt, dass die Kostenstruktur einer vierköpfigen Familie pro Kopf gesehen sogar um einiges besser ist, als bei einem Single. Fairerweise muss hier aber erwähnt werden, dass eine vierköpfige Familie im Schnitt 3600€ pro Monat benötigt. Mit zwei durchschnittlichen Einkommen wird hier die Luft zum Sparen tatsächlich etwas dünner. Hier zeigt sich, dass Familien mit geringem bis durchschnittlichem Einkommen tendenziell anfälliger für Altersarmut sind. Hier wäre es möglicherweise sinnvoll durch gezielte staatliche Umverteilung insbesondere dieser Personengruppe unter die Arme zu greifen, beispielsweise durch Steuererleichterungen, Kindergeld und ähnliche Mechanismen.

Altersarmut kann jeden treffen!

Allzu oft betrifft Altersarmut aber nicht nur besonders gefährdete Gruppen, sondern auch diejenigen, die eigentlich genug Spielraum für die Altersvorsorge gehabt hätten. Also auch Besserverdiener sind dem Risiko der Altersarmut ausgesetzt. Wer sich ausschließlich auf die staatliche Vorsorge verlässt, den wird die „Rentenlücke“ womöglich eiskalt erwischen. Prognosen lassen vermuten, dass im Jahr 2030 das Rentenniveau bei ca. 43% liegen wird. Ein durchschnittlicher Rentner bekommt dann also 43% dessen, was ein durchschnittlicher Arbeitnehmer verdient. Bei dem oben genannten Wert von aktuell durchschnittlich 1.890€ monatlich, würde die Rentenzahlung entsprechend bei 812€ liegen. Ob diese Summe ausreichen würde, kann ja jeder gedanklich einmal durchspielen. Ich denke, dass eine mögliche „Zusatzrente“ von 500€ den meisten da ganz gelegen käme. Es ist allerdings so, dass selbst ein Arbeitnehmer, der heute 3000€ netto verdient und damit wohl schon als „Gutverdiener“ bezeichnet werden kann, dann „nur“ auf ungefähr 1.290€ staatliche Rente käme. Selbst dieser Wert liegt unter den zu erwartenden monatlichen Kosten von 1.629€, die inflationsbedingt wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr ausreichen werden, um den Lebensstandard zu decken.

Gutverdiener könnten der Zukunft gelassen entgegen blicken – bei richtiger Vorsorge

Demjenigen, der sich schon während seiner aktiven Arbeitsphase am Existenzminimum bewegt, kann man wohl kaum einen großen Vorwurf machen, wenn er von Altersarmut bedroht wird. Wer jedoch deutlich mehr verdient, mit dem muss man auch nicht viel Mitleid haben. Ein Blick auf das Beispiel des „Gutverdieners“ reicht aus um das zu verdeutlichen. Grundsätzlich ist anzunehmen, dass ein Gutverdiener die gleichen Kosten wie ein Durchschnittsverdiener aufweist, also als Single 1629€ monatlich. Jeden Monat würde der Gutverdiener also Überschüsse von bis zu 1371€ erwirtschaften. Würde der Gutverdiener von diesem üppigen Überschuss nur 500€ monatlich in einen guten ETF investieren und zwar 30 Jahre lang, dann ergäbe sich daraus ein erwartetes Vermögen von 381.547€. Wenn man auch hier die oben erwähnte 4%-Regel anwendet, dann ergäbe das einen Wert von 15.262€, die jährlich entnommen werden könnten. Das wiederum entspräche einer monatlichen Zusatzrente von 1.272€. Der Gutverdiener könnte also mit seiner staatlichen Rente und der zusätzlichen privaten Vorsorge ohne Probleme über monatlich 2.562€ verfügen. Er müsste damit im Alter keinerlei Einschränkungen hinnehmen, da ihm ja bereits heute auf Grund der monatlichen Sparrate effektiv „nur“ 2.500€ zur Verfügung stünden.

Keine Vorsorge – kein Mitleid!

Es mag vielleicht hart klingen, aber auf Grund des gerade erläuterten Beispiels hält sich mein Mitleid für Besserverdiener, die von Altersarmut betroffen sind, in Grenzen. Wer sein Geld für überflüssigen Luxus (z.B. zu teures Auto, zu teure Wohnung, zu teure Urlaube) verprasst, statt zumindest einen Teil davon langfristig für Vorsorgezwecke anzulegen, dem ist nicht mehr zu helfen. Wer dann noch die Dreistigkeit besitzt, der Gesellschaft, den Politikern oder dem Sozialstaat die Schuld an seiner unglücklichen Situation zu geben, leidet an Realitätsverlust. Deutlich wird hingegen, dass das gegenwärtige Rentensystem besonders für Geringverdiener fast unausweichlich das Ticket in die Altersarmut bedeutet. Hier müsste dringend über Reformen des Rentensystems nachgedacht werden. Andere Länder wie die Schweiz oder Norwegen machen vor, wie es besser gehen kann. Das Fazit lautet daher, dass jeder, der es sich leisten kann, dringend privat vorsorgen sollte. Dann kann der Lebensabend auch ruhigen Gewissens genossen werden.

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10 weitverbreitete Mythen über die SCHUFA* https://kreativ-investieren.de/10-weitverbreitete-mythen-ueber-die-schufa/ https://kreativ-investieren.de/10-weitverbreitete-mythen-ueber-die-schufa/#respond Sat, 25 Jan 2020 08:00:29 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4310

Wer in Deutschland über ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Privatkredit verfügt, der kommt zumeist um die Schufa nicht herum. Denn mit Abschluss dieser Finanzprodukte stimmt man meistens der Speicherung ...

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Wer in Deutschland über ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Privatkredit verfügt, der kommt zumeist um die Schufa nicht herum. Denn mit Abschluss dieser Finanzprodukte stimmt man meistens der Speicherung der Daten bei der Schufa zu. Doch die meisten Menschen wissen gar nicht, welche Daten die Schufa überhaupt über sie speichert. Aus diesem Grund gibt es auch viele Mythen in Zusammenhang mit der Schufa. Heute möchte ich mit 10 weitverbreiteten Mythen über die SCHUFA aufräumen.

Was ist die SCHUFA überhaupt?

Bevor ich genauer auf 10 weitverbreitete Mythen eingehe, möchte ich klären, was die Schufa überhaupt ist. Schufa steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Sie ist das größte Wirtschaftsauskunftsunternehmen über die Kreditwürdigkeit von Schuldnern in Deutschland. Dabei verfügt die Schufa in etwa über 943 Millionen Datensätzen zu 67,7 Millionen natürlichen Personen und zu 6 Millionen Unternehmen. Die Schufa behandelt jährlich mehr als 165 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit. Davon sind 2,5 Millionen Auskünfte der Verbraucher, die ihre Daten einsehen wollen. Die anderen Anfragen stammen in erster Linie von Unternehmen wie Banken, Versandhändlern, Energieversorgern oder Telekommunikationsunternehmen. Mithilfe ihrer Anfragen möchten Unternehmen die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten oder die Nichtbedienung eines Vertrages vor dem Zustandekommen einschätzen. Diese Auskunft dürfen Unternehmen aber nur mit ausschließlicher Genehmigung von Ihren Kunden einholen. Deshalb liest du in dem Kleingedruckten vieler Verträge oft, dass du das Unternehmen berechtigst, Daten bei der Schufa abzufragen und zu melden. Die meisten Menschen wissen bei Abschluss dieser Verträge jedoch oft nicht, was die Schufa überhaupt ist. Deshalb entstehen viele Mythen über die Schufa, auf welche ich jetzt genauer eingehe.

Mythos 1: Die SCHUFA ist eine Behörde

Auch wenn viele dies denken, so ist die Schufa keine staatliche Behörde. Die Schufa ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, welches in 1927 gegründet wurde. Heute sind bei der Schufa rund 900 Mitarbeiter beschäftigt und das Unternehmen hat einen Jahresumsatz von ca. 190 Millionen Euro. Seit 2000 wurde die Schufa in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Jedoch werden die Aktienanteile der Schufa nicht an der Börse gehandelt. Die Aktienanteile liegen dagegen vollständig bei Unternehmen aus der Finanzbranche und aus dem Handel.

Mythos 2: Nur Privatpersonen stehen in der SCHUFA

Die Schufa speichert nicht nur Informationen über die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen, sondern auch über natürliche Personen und Unternehmen. Eine natürliche Person ist dabei nicht notwendigerweise eine Person wie du und ich, sondern kann auch eine Personengesellschaft darstellen (z.B. eine GbR oder KG). Weiterhin speichert die Schufa Daten zu eigenständigen Unternehmen (z.B. eine GmbH). Somit gibt sie auch Auskunft über das Zahlungsverhalten von kleinen und großen Unternehmen.

Mythos 3: Die SCHUFA kennt dich nur, wenn du nicht zahlst

Auch dieser dritte Mythos ist nicht korrekt. Die Schufa speichert nicht nur Informationen über dich, wenn du nicht zahlst. Denn bei der Schufa sind meistens Daten über bestehende Verträge und Kredite von dir hinterlegt. Diese werden von Banken oder dem Handel an die Schufa gemeldet, wenn du einen Kredit oder Vertrag abschließt. Diese hinterlegten Daten müssen nicht immer einen negativen Einfluss auf deinen Schufa-Score haben. Stattdessen können sie auch belegen, dass du deinen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig nachgekommen bist. Solltest du einen Vertrag kündigen oder einen Kredit zurückbezahlen, werden die Daten nach fest definierten Speicherfristen gelöscht.

Mythos 4: SCHUFA-Auskünfte verschlechtern den SCHUFA Score

Auch dies ist ein reiner Mythos. Eine Auskunft bei der Schufa hat keinen Einfluss auf deinen Schufa Score. Du kannst eine Schufa-Auskunft also so oft einholen wie du möchtest.

Mythos 5: Die SCHUFA-Auskunft ist kostenpflichtig

Die Schufa-Auskunft ist nicht zwingend kostenpflichtig. Wenn du wissen möchtest, welche Daten die Schufa über dich speichert, dann kannst du einmal jährlich eine kostenlose Datenkopie deiner Daten anfordern. Diese Datenkopie frage ich persönlich jedes Jahr ab. Ich möchte einschätzen können, welche Daten über mich gespeichert sind.

Wenn du eine kostenlose Datenkopie bei der Schufa abfragen möchtest, so kannst du online ein Formular auf meinschufa.de ausfüllen. Achte beim Ausfüllen darauf, dass nur wenige der abgefragten Felder Pflichtfelder sind (gelb markiert). So ist der Dokumentenupload deines Personalausweises optional und somit nicht notwendig.

Abfrageformular Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO) bei der SCHUFA
Abfrageformular Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO) bei der SCHUFA

Neben der kostenlosen Datenabfrage gibt es manchmal auch Aktionen, bei denen du z.B. das normalerweise kostenpflichtige „meineSchufa plus“ Angebot 180 Tage kostenlos ausprobieren kannst. Das Angebot „meineSchufa plus“ bietet dir einen größeren Funktionsumfang. Du kannst zum Beispiel 180 Tage lang die von dir gespeicherten Daten tagesaktuell online einsehen und bekommst eine Information über Änderungen, wenn du den Update Service aktivierst. Wenn dich ein kostenloses Probeabo für 180 Tage interessiert, dann suche doch einfach auf Deal-Plattformen wie mydealz.de nach entsprechenden Sonderangeboten. Du solltest jedoch nicht vergessen, dein Probeabo rechtzeitig zu kündigen.

Mythos 6: Die SCHUFA kennt deinen Beruf und dein Einkommen

Die Schufa speichert keine Informationen über deinen Beruf, die Höhe deines Einkommens oder deines Kontostandes, deines Familienstandes, deiner Nationalität oder deiner Religion. Es werden stattdessen folgende Daten bei der Schufa über dich gespeichert:

Kontaktdaten

  • Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, (Geburtsort), (Geburtsname)
  • aktuelle Anschrift, frühere Anschriften (somit auch „Umzugsverhalten“)

Art, Gegenstand und Zahlungsbedingungen des jeweiligen Geschäfts

  • Kredit- und Leasingverträge mit Betrag und Laufzeit
  • Eröffnung von Konten (Girokonto, Pfändungsschutzkonto)
  • ausgegebene Kreditkarten
  • Einrichtung eines Telekommunikationskontos (Laufzeitverträge)
  • Kundenkonten des Handels, Versandhandels

Abweichendes Zahlungsverhalten

  • Forderungen, die fällig, ausreichend gemahnt und nicht bestritten sind
  • Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung

Missbrauch von Konten/Kreditkarten nach Nutzungsverbot

Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen, amtlichen Bekanntmachungen

  • Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung (aus dem Schuldnerverzeichnis)
  • Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung
  • Beantragung/Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens (Privatinsolvenz)
  • Abweisung, Einstellung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mangels Masse

Anfragen

  • Anfragen nach Branche
  • Konditionsanfragen

Mythos 7: Eine Korrektur der SCHUFA-Daten geht nur mit einem Anwalt

Du benötigst keinen Anwalt, wenn Daten bei der Schufa deiner Meinung nach nicht stimmen. Stattdessen kannst du dich vertrauensvoll an den Privatkundenservice der Schufa wenden. Sollten Daten falsch hinterlegt sein, so klären die Schufa Mitarbeiter dies mit dem Unternehmen, welches diese Daten gemeldet hat. Sollten diese Daten falsch sein, werden sie von der Schufa in der Regel so schnell wie möglich korrigiert.

Mythos 8: Die SCHUFA teilt dir einen Negativ-Eintrag mit

Einen Negativ-Eintrag bei der Schufa bekommst du erst, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Du hast zwei Mahnungen erhalten, denen du nicht widersprochen hast.
  • Die Mahnungen wurden im Abstand von vier Wochen gesendet.
  • Ein negativer Schufa-Eintrag wurde dir in einem Mahnbescheid angekündigt.
  • Du hast die Forderung nicht beglichen.

Solltest du die oben aufgezählten Kriterien erfüllen, erhältst du einen Negativ-Eintrag. Jedoch informiert dich nicht die Schufa über diesen Negativ-Eintrag. Die einzige Information über den Negatv-Eintrag erhältst du über den Mahnbescheid des Unternehmens, bei dem eine vermeintliche Forderung aussteht.

Mythos 9: Du bekommst keinen Kredit bei einem Negativ-Eintrag

Natürlich wirkt sich ein Negativ-Eintrag oftmals auf verschiedene Lebensbereiche aus, wie zum Beispiel eine Kreditaufnahme, eine Anmietung einer neuen Wohnung oder ein Abschluss eines Handyvertrages. Jedoch bedeutet dies nicht zwingend, dass du bei einem Negativ-Eintrag keinen Kredit mehr bekommst. Auf der einen Seite gibt es zum Beispiel Kreditunternehmen, welche keine Schufa-Auskunft verlangen. Auf der anderen Seite gibt es Anbieter, bei denen du trotz eines Negativ-Eintrags Kredite bekommen kannst. Jedoch erhältst du diese Kredite meist nur zu schlechteren Zinskonditionen.

Mythos 10: Du bekommst keinen Kredit, weil die SCHUFA nicht zustimmt

Die Schufa selbst erteilt keine Zustimmung bei der Vergabe von Krediten. Die Schufa gibt Banken lediglich Auskunft über dein Zahlungsverhalten. Sie teilt den Banken deinen Schufa-Score mit, welcher eine Aussage darüber trifft, mit welcher Wahrscheinlichkeit du den Kredit zurückzahlst. Weiterhin teilt die Schufa den Banken Negativ-Einträge mit, solltest du Vertragsbedingungen einmal nicht erfüllt haben. Anhand dieser Informationen entscheidet die Bank dann eigenständig, ob sie dir einen Kredit gibt oder nicht.

FAZIT

Es gibt viele Mythen in Zusammenhang mit der Schufa. Heute habe ich mit 10 dieser Mythen aufgeräumt, um dir ein besseres Verständnis über die Schufa zu geben. So ist die Schufa nicht zwangsläufig etwas Schlechtes. Denn neben Negativ-Einträgen speichert die Schufa auch Positiv-Einträge über dich. Positive-Einträge zeigen, dass du in der Vergangenheit deinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen bist. Sie verbessern deinen Schufa Score, welcher anderen Unternehmen zeigt, dass du ein zuverlässiger Kunde bist. Ein guter Schufa Score kann dir unter anderem dabei helfen, gute Konditionen für einen Kredit zu bekommen.

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Wie sich der Aktienhandel gewandelt hat: der Weg vom Parkett bis hin zu innovativen Fintechs* https://kreativ-investieren.de/wie-sich-der-aktienhandel-gewandelt-hat-der-weg-vom-parkett-bis-hin-zu-innovativen-fintechs/ https://kreativ-investieren.de/wie-sich-der-aktienhandel-gewandelt-hat-der-weg-vom-parkett-bis-hin-zu-innovativen-fintechs/#respond Sat, 18 Jan 2020 08:00:09 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4290

Vielleicht habt ihr viele ältere Menschen schon einmal sagen gehört, dass früher alles besser war. Meist bezieht sich das auf vermeintlich angenehmere Arbeitsbedingungen, mehr soziale Absicherung, billigere Preise und bessere ...

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Vielleicht habt ihr viele ältere Menschen schon einmal sagen gehört, dass früher alles besser war. Meist bezieht sich das auf vermeintlich angenehmere Arbeitsbedingungen, mehr soziale Absicherung, billigere Preise und bessere Umgangsformen. Wahrscheinlich bin ich noch nicht alt genug, um da mitreden zu können, denke aber, dass es in jedem Fall einige Dinge gibt, die im Laufe der Jahre besser geworden sind. Eine Sache, die sich in jedem Fall verbessert hat, ist der Zugang zu Informationen und die entsprechende Informationstechnik. Während Warren Buffet (geboren 1930) seine ersten Aktienkäufe sicher noch ganz „klassisch“ durchgeführt hat, gibt es inzwischen an vielen Börsen den Parketthandel gar nicht mehr. Stattdessen wird in unserer digitalisierten Welt fast alles am Computer abgewickelt – natürlich auch der Aktienhandel.

Die Digitalisierung hat zu einer Liberalisierung des Aktienhandels beigetragen

Das Zeitalter der Digitalisierung hat den Aktienhandel nicht nur stark vereinfacht, sondern auch liberalisiert! Vor dem Zeitalter des Internets, war der Aktienhandel nur einem relativ kleinen Personenkreis zugänglich. Wer nicht über genug Ressourcen, wie z.B. Zeit, Bildung, Informationen und Kapital verfügte, der konnte nur schwer von der Entwicklung an den Kapitalmärkten teilhaben. Das hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert! Die Kapitalmärkte sind inzwischen einer breiten Masse zugänglich, sodass im Prinzip jeder an der Börse aktiv werden kann. Betrachtet man die Berufsstruktur der Aktienbesitzer in Deutschland, dann fällt schnell auf, dass es in nahezu allen Berufsgruppen Investoren gibt (siehe Abbildung 1). Natürlich ist es so, dass einige Berufsgruppen stärker vertreten sind als andere, aber grundsätzlich steht der Weg an die Börse jedem frei, der sich für die Thematik interessiert.

Abbildung 1: Aktionäre nach Berufsgruppen in Deutschland 2015 (Quelle: Statista)

Online Broker bieten unkomplizierten Zugang zu den Kapitalmärkten

Ein Faktor, der erheblich zur wachsenden Beliebtheit von Aktieninvestments in Deutschland beigetragen hat, ist die wachsende Popularität von Online Brokern. Wer Aktien handeln möchte, der benötigt ein Depot und einen Broker, also einen Finanzdienstleister, der die Wertpapierordern von Anlegern entgegen nimmt und in deren Auftrag an den Handelsplätzen umsetzt. Bei Privatanlegern ist es oft so, dass das Depot und das Brokerage vom selben Anbieter übernommen wird. Während früher die Anweisungen ganz klassisch, also persönlich, telefonisch oder per Fax übermittelt wurden, geschieht dies heute meist über das Internet. Inzwischen erledigen 59% der Deutschen ihre Bankgeschäfte online (siehe Abbildung 2). Im weltweiten Vergleich bewegen wir uns dabei dennoch lediglich im Mittelfeld. Spitzenreiter sind hier die Norweger, von denen 93% der Bevölkerung das Internet für ihre Bankgeschäfte nutzen.

Abbildung 2: Anteil der Nutzer von Online Banking in Deutschland von 2006 bis 2018 (Quelle: Statista)

Bank ist nicht gleich Bank…

Zwar bietet nahezu jede Bank ihre Dienstleistungen auch online an, aber trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Ich persönlich habe mein erstes Konto bei einer genossenschaftlich organisierten Bank eingerichtet. Das erschien mir logisch, da es sich um die Hausbank meiner Eltern handelte. Der große Vorteil einer solchen Bank ist, dass es ein bundesweites Filialnetz gibt und Anliegen dementsprechend vielerorts persönlich vorgetragen werden können. Das kann für manche Kunden sehr angenehm sein – insbesondere für diejenigen, die ihre Bankgeschäfte nicht online abwickeln. Der Nachteil dabei ist, dass der Unterhalt für ein solches Filialnetz ziemlich kostspielig ist, da Mitarbeiter, Mieten und sonstige Kostenpositionen bezahlt werden müssen. Hinzu kommt, dass die gesamte Bankenbranche sehr unter der lang anhaltenden Niedrigzinsphase leidet und dadurch auch nur mäßige Gewinne erwirtschaftet. Die Auswirkungen sind auch für die Kunden spürbar, da die hohen Kosten beispielsweise durch Kontoführungsgebühren an den Kunden weitergegeben werden. Aus der Sicht von Privatanlegern kommt außerdem hinzu, dass die Gebühren für den Aktienhandel vergleichsweise hoch sind und so die Rendite mindern können.

Direktbanken setzen auf moderne Kommunikationsmittel statt Filialen

Als Gegenentwurf zu den klassischen Filialbanken erfreuen sich daher sogenannte Direktbanken einer immer größer werdenden Beliebtheit. Direktbanken sind in diesem Zusammenhang Banken, die über kein eigenes Filialnetz verfügen. Der Kunde kann also nicht persönlich bei der Bank vorstellig werden, sondern nur mittels Kommunikationsmedien wie Telefon oder Internet mit seiner Bank in Kontakt treten. Für einige Kunden kann das ein Nachteil gegenüber Filialbanken sein. Für viele Nutzer ist es das jedoch nicht – ganz im Gegenteil! Der größte Teil der Kunden führt inzwischen ohnehin seine Bankgeschäfte online durch. Es ist auch so, dass Direktbanken zumeist über hervorragende Benutzeroberflächen und Systeme verfügen, die für den Anwender leicht verständlich und zugleich hoch performant sind. Persönlich empfinde ich den Onlineauftritt von Direktbanken oft deutlich fortschrittlicher, als bei klassischen Filialbanken. Der größte Vorteil von Direktbanken besteht meiner Meinung jedoch in der Tatsache, dass die günstigeren Kostenstrukturen auch an den Kunden weitergegeben werden. Es kommt beispielsweise häufig vor, dass Girokonten und Wertpapierdepots sogar kostenlos angeboten werden. Ich selbst nutze für meine alltäglichen Bankgeschäfte daher die DKB (zweitgrößte Direktbank in Deutschland, siehe Abbildung 3). An der DKB schätze ich besonders, dass ich eine kostenlose Kreditkarte bekomme, mit der ich an nahezu jedem Geldautomaten weltweit kostenlos Bargeld abheben kann. Das ist mir sehr wichtig, da ich oft verreise. Zudem fallen bei der Benutzung der Kreditkarte im Ausland keine zusätzlichen Gebühren an, was für mich entsprechend ein großer Vorteil ist.

DKB-Cash: Das kostenlose Internet-Konto

 

Abbildung 3: Größte Direktbanken Deutschlands nach Anzahl der Kunden im Jahr 2018; Quelle: Statista

Das Girokonto und das Wertpapierdepot müssen nicht unbedingt vom selben Anbieter sein

Obwohl ich für die alltäglichen Bankgeschäfte auf die DKB vertraue, habe ich mein erstes Wertpapierdepot bei der Comdirect eröffnet. Die Comdirect ist (gemessen an der Anzahl der Kunden) ebenfalls eine der größten Direktbanken in Deutschland. Entschieden habe ich mich damals für diese Bank, weil dort keine Depotführungsgebühren anfielen und auch weil die Benutzerfreundlichkeit des Webauftritts sehr positiv war. Gerade um die ersten Schritte an der Börse zu wagen, war es auch rückblickend eine gute Wahl. Gut gefallen hat mir auch, dass zu den meisten Aktien von der Comdirect bestimmte Kennzahlen bereitgestellt worden sind. Sofern man sich für eine Aktie interessiert, kann man also bei der Comdirect viele relevante Informationen (wie z.B. das KGV) finden, ohne die Homepage verlassen zu müssen. Auch die Bereitstellung von Unterlagen für das Finanzamt (Jahressteuerbescheinigung) erfolgt dort unkompliziert und sehr zuverlässig. Abgerundet wird das Ganze durch ein relativ großes Angebot von ETFs, die kostenlos bespart werden können, wovon ich auch regelmäßig Gebrauch mache.

Fintechs revolutionieren den Markt und fokussieren sich auf das Kerngeschäft

Mit der Comdirect bin ich nach wie vor sehr zufrieden, dennoch habe ich mich im Sommer 2019 dazu entschlossen noch ein weiteres Depot zu eröffnen – und zwar bei Trade Republic! Nun wird man sich wahrscheinlich fragen, warum man ein weiteres Depot eröffnen sollte, wenn man mit seinem „alten“ Anbieter doch zufrieden ist… In meinem Fall liegt die Antwort in der Kostenstruktur beider Anbieter. Trade Republic ist ein relativ junges Fintech, welches 2019 die Lizenz als Wertpapierhandelsbank erhalten hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Direktbanken, fokussiert sich Trade Republic komplett auf den Wertpapierhandel. Dinge, die dabei nicht zum direkten Kerngeschäft zählen (aber trotzdem notwendig sind) werden durch kostengünstige Kooperationen clever umgesetzt. Wer bei Trade Republic beispielsweise Geld einzahlen möchte, wird dies auf einem Verrechnungskonto tun, welches eigentlich der solarisBank gehört. Die solarisBank wiederum ist eine innovative banking-as-a-service Plattform mit deutscher Vollbanklizenz.

Bei einigen Anbietern ist das Depot innerhalb weniger Minuten eröffnet

Das hört sich vielleicht zunächst einmal kompliziert an, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil, von der Depoteröffnung bis hin zum Aktienhandel ist die Bedienung von Trade Republic wirklich kinderleicht! Nachdem man die App auf dem Handy installiert hat und das Registrierungsverfahren durchlaufen hat, ist man quasi schon nach nur 10 Minuten einsatzbereit und das Depot ist eröffnet. Ich selbst habe es getestet und bin wirklich begeistert! Nun aber zurück zu dem eigentlichen Grund, warum ich mir ein weiteres Depot zugelegt habe: den Kosten. In letzter Zeit habe ich viele Einzelaktien gehandelt. Nach jedem Handel (Kauf oder Verkauf) erhält man von seinem Depotanbieter eine Abrechnung. Zur Illustration findet Ihr in Abbildung 4 eine meiner Abrechnungen von der Comdirect und in Abbildung 5 zum Vergleich eine Abrechnung von Trade Republic. Bitte versteht das nicht als Kaufempfehlung, es geht hier rein um die Kosten beim Aktienhandel!

Abbildung 4: Beispielhafte Abrechnung beim Kauf einer Einzelaktie bei der Comdirect (01.08.2019)

Abbildung 5: Beispielhafte Abrechnung beim Kauf einer Einzelaktie bei Trade Republic (02.01.2020)

Auch bei Direktbanken können sich die Kostenstrukturen erheblich unterscheiden

Wenn man die beiden Abrechnungen vergleicht, dann fällt auf, dass sich die Kosten doch erheblich unterscheiden. Obwohl ich die Kosten bei der Comdirect nie als unfair oder zu hoch empfunden habe, ergibt sich doch ein signifikanter Unterschied. Natürlich vergleicht man ein Stück weit „Äpfel mit Birnen“, aber auf der einen Abrechnung schlagen 13,41€ zu Buche, auf der anderen lediglich 1,00€ Fremdkostenzuschlag. Zuletzt habe ich also meine Aktien primär bei Trade Republic gehandelt, besitze aber weiterhin mein Comdirect Depot und bin dort ebenfalls hoch zufrieden. In erster Linie bespare ich dort jedoch meine Sparpläne. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass Trade Republic aus meiner Sicht auch Nachteile gegenüber anderen Banken hat. Zum einen ist es so, dass das Depot nur per Smartphone bedient werden kann. Am Rechner können bisher also keine Aktien gehandelt werden. Wen das stört (mich nicht), der könnte sich nach Alternativen umsehen. Außerdem findet man bei Trade Republic kaum Kennzahlen zu den Aktien, für die man sich interessiert. Das heißt, dass man vor dem Aktienkauf (wenn man sich denn dafür interessiert) auf anderen Wegen (z.B. Finanzportale im Internet) über KGV und Co. informieren sollte. Auch ist möglicherweise gegenüber anderen Banken die Anzahl von handelbaren Wertpapieren geringer. Die gängigen Wertpapiere sind jedoch natürlich handelbar! Meine Empfehlung wäre auf jeden Fall es einmal selbst auszuprobieren und sich ein Bild über den Anbieter zu machen.

Fazit: Früher war nicht alles besser – beim Aktienhandel gab es viele positive Entwicklungen

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass früher vieles besser war. Im Hinblick auf den Aktienhandel muss ich jedoch sagen, dass ich finde, dass sich dieser durchaus positiv entwickelt hat. Während früher der Handel mit Aktien einer relativ kleinen Personengruppe vorbehalten war und es zahlreiche Hürden zu überwinden galt, ist der Zugang zum Markt heute viel liberaler. Informationen sind weltweit für jedermann schnell und (oft) kostenlos verfügbar. So können beispielsweise leicht Geschäftsberichte gelesen oder Statistiken analysiert werden. Auch der Handel selbst ist viel weniger kompliziert geworden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Konsequenz daraus ist, dass Aktionäre nun in nahezu allen Berufsgruppen und sozialen Schichten zu finden sind. Das empfinde ich persönlich als riesengroßen Mehrwert! Mit Blick auf die Auswahl des Depotanbieters sei gesagt, dass es dort viele Broker gibt, die sehr zu empfehlen sind. Wer nicht unbedingt den persönlichen Kontakt in einer Filiale benötigt, der fährt wahrscheinlich mit einer Direktbank am besten. In dem Bereich gibt es eine Menge etablierter Anbieter mit günstigen Kostenstrukturen und gutem Service. In letzter Zeit drängen jedoch auch immer mehr neue und innovative Fintechs in den Markt, die unter Umständen sogar noch günstiger sind, als die bereits etablierten Direktbanken. Wer sehr kostenbewusst beim Aktienhandel ist, für den könnten auch diese Anbieter durchaus interessant sein. Ich bin gespannt, wie sich der stärker werdende Wettbewerb zwischen den Banken auf den Kunden auswirken wird. Es bleibt jedoch anzunehmen, dass Wettbewerb das Geschäft belebt.

 

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Nach unserer kleinen Winterpause wünschen Paul und ich all unseren Lesern ein frohes neues und ertragreiches Jahr 2020. Das Jahr 2019 war aus Sicht von kreativ-investieren ein voller Erfolg und ...

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Nach unserer kleinen Winterpause wünschen Paul und ich all unseren Lesern ein frohes neues und ertragreiches Jahr 2020. Das Jahr 2019 war aus Sicht von kreativ-investieren ein voller Erfolg und wir haben durch unsere Firma großartige Eindrücke und Erfahrungen sammeln können. Wenn dich interessiert, was wir in 2019 alles erlebt haben, dann lies gerne unsere Worte zum Jahresabschluss 2019. Wir freuen uns beide bereits auf 2020. Wir glauben fest daran, dass das Jahr 2020 neue Bekanntschaften, neue Gedanken und neue Wege zur Erreichung unserer Ziele bereithält. Deshalb wird sich in 2020 für Paul und mich sowohl privat als auch mit kreativ-investieren einiges tun. Seid also gespannt. Welche privaten finanziellen Ziele ich für 2020 verfolge und wie ich diese definiere, möchte ich dir im heutigen Blogartikel zeigen.

Was ist mein langfristiges finanzielles Ziel?

Bevor ich auf meine konkreten Ziele für 2020 eingehe, möchte ich zunächst über mein langfristiges finanzielles Ziel sprechen. Ich selbst habe mir langfristig das Ziel der „finanziellen Freiheit“ gesteckt. Was „finanzielle Freiheit“ genau bedeutet, habe ich bereits in einem vorherigen Blogartikel anhand von 7 Stufen der finanziellen Freiheit veranschaulicht. Diese 7 Stufen habe ich in der unteren Grafik exemplarisch für dich dargestellt. Das Model beschreibt verschiedene Stufen der finanziellen Freiheit, die ein Mensch im Leben durchlaufen kann. Während wir zum Zeitpunkt unserer Geburt noch finanziell abhängig von unseren Eltern sind, erarbeiten wir uns im Laufe unsers Lebens unsere finanzielle Freiheit. Ich selbst möchte mit 50 Jahren die sechste Stufe der finanziellen Freiheit erreichen. Mit anderen Worten möchte ich mit 50 Lebensjahren nicht mehr zwingend arbeiten gehen müssen, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Hierzu habe ich ein konkretes Wunschvermögen definiert, welches ich bis zu meinem 50. Lebensjahr ansparen möchte. Das Ziel möglichst früh in Rente zu gehen verfolgen übrigens auch viele Frugalisten. Der bekannteste in Deutschland ist vermutlich Florian Wagner, der sogar schon mit 40 in Rente gehen möchte.

7 Stufen der finanziellen Freiheit
7 Stufen der finanziellen Freiheit

 

Wie erreiche ich mein langfristiges finanzielles Ziel?

Damit ich langfristig das Ziel der finanziellen Freiheit erreiche, stecke ich regelmäßig sehr viel Gehirnschmalz in meine Finanzen. Deshalb blocke ich mir jedes Jahr das erste Wochenende im Kalender, um mich mit meinen Finanzen zu beschäftigen. An diesem Wochenende stehen folgende Themen auf meiner Agenda. Im Rahmen des ersten Agendapunktes definiere ich in vier Schritten meine konkreten Ziele für das aktuelle Jahr.

  • Finanzplanung
  • Review Versicherungsportfolio
  • Aktualisierung Vorsorgeordner
  • Steuererklärung
  • Ablage Kontoauszüge
  • Ablage Rentenkontoauszüge
  • kostenlose Datenabfrage bei der SCHUFA

Vier Schritte zu meinen finanziellen Zielen für 2020

Schritt 1 – Überprüfen meiner langfristigen finanziellen Ziele

Zunächst überprüfe ich, ob mein langfristiges Wunschvermögen in Zukunft noch ausreicht. Wie bereits beschrieben, habe ich das langfristige Ziel bis zu meinem 50. Lebensjahr die finanzielle Freiheit zu erreichen. Aus diesem Grund habe ich ein Wunschvermögen definiert, welches ich bis zu meinem 50. Lebensjahr ansparen möchte. Im Zuge des ersten Schrittes überprüfe ich, ob dieses Wunschvermögen ab meinem 50. Lebensjahr ausreicht oder ob sich meine derzeitige Situation geändert hat. Wenn ich z.B. das Ziel hätte 1.000.000€ bis zu meinem 50. Lebensjahr anzusparen, überprüfe ich, ob diese Summe noch ausreicht, um meinen Lebensstandard in Zukunft zu halten. Hierzu stelle ich verschiedene Berechnungen in Excel an.

Schritt 2 – Analysieren meiner derzeitigen finanziellen Situation

Als nächstes schaue ich mir meine derzeitige finanzielle Situation an. Ich beginne zunächst damit, meine Privatbilanz und mein Haushaltsbuch zu aktualisieren. Die Privatbilanz verschafft mir einen Überblick über mein Vermögen und meine Schulden. Das Haushaltsbuch verschafft mir einen Überblick über meine derzeitigen Einnahmen und Ausgaben. Wie ihr meine Privatbilanz und mein Haushaltsbuch verwenden könnt, habe ich euch in einem vorherigen Blogartikel bereits vorgestellt. Die Privatbilanz zeigt mir, wie viel Vermögen ich derzeit besitze. Das Haushaltsbuch zeigt mir, wie viel Geld ich aktuell sparen kann. Derzeit liegt meine Sparquote bei ungefähr 50%. Das bedeutet, dass ich die Hälfte meiner Einnahmen derzeit spare und investiere.

Schritt 3 – Berechnen meiner finanziellen Lücke

Als drittes berechne ich mithilfe eines Sparrechners meine finanzielle Lücke zwischen Wunschvermögen und meiner aktuellen finanziellen Situation. Hierzu trage ich zunächst alle notwendigen Informationen zusammen. Dies zeige ich euch folgend anhand von hypothetischen Werten:

  • Mein Wunschvermögen mit 50 Jahren ist 1.000.000€
  • Bis zu meinem 50. Lebensjahr vergehen noch 22 Jahre
  • Meine Privatbilanz zeigt mir, dass ich ein Vermögen von 50.000€ besitze
  • Mein Haushaltsbuch zeigt mir, dass ich derzeit 1.500€ monatlich spare
  • Ich bin ein optimistischer Anleger und rechne mit 6% Zinsen pro Jahr auf mein Vermögen
  • Ich zahle 26,375% Steuern auf mein Vermögen bei einem Freibetrag von 801€

Diese Informationen nutze ich nun, um meine finanzielle Lücke mittels Sparrechner zu berechnen. Auf dem linken unteren Bild seht ihr, dass ich unter Annahme der obigen Bedingungen bis zu meinem 50. Lebensjahr 799.675,69€ Euro ansparen kann. Die Lücke zu meinem Wunschvermögen beträgt somit 200.324,31€. Um ein Vermögen von 1.000.000€ ansparen zu können, müsste ich 1.953,45€ monatlich sparen (rechtes Bild). Also bin ich derzeit noch weit davon entfernt mein Wunschvermögen mit 50 zu erreichen. Das heißt zur Erreichung meines Wunschvermögens muss ich konkrete Aktionen für 2020 definieren.

Sparrechner zum Berechnen des Wunschvermögens
Sparrechner zum Berechnen des Wunschvermögens und der notwendigen Sparrate

 

Schritt 4 – Definieren smarter Aktionen für 2020

Zur Definition smarter finanzieller Aktionen für 2020 kann ich vier finanzielle Hebel verwenden. Die habe ich ebenfalls bereits in einem vorherigen Blogartikel beschrieben. Diese vier Hebel helfen mir über Aktionen nachzudenken, die mich meiner notwendigen Sparrate von 1953,45 € näherbringen können.

Vier Finanzielle Hebel
Vier finanzielle Hebel

 

Nachdem ich ein intensives Brainstorming durchgeführt habe, dokumentiere ich meine Ideen in einer Aktionsliste. In der unteren Tabelle stelle ich euch ein paar Beispiele meiner Aktionen für 2020 zur Verfügung:

Aktionsliste 2020
Meine Aktionsliste für 2020

 

Fazit

Wie du sehen kannst, lohnt es sich durchaus seine Finanzen regelmäßig im Auge zu behalten. Eine kontinuierliche Standortbestimmung ermöglicht es dir, Abweichungen von deinem finanziellen Plan frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Natürlich kann es dabei auch passieren, dass die Dinge, die man sich vornimmt nicht umgesetzt werden können. Das Leben hält schließlich so manche Überraschung bereit. Das oben genannte Beispiel betrachtet zum Beispiel nicht die Auswirkungen des Kaufs eines Eigenheims oder mögliche Kinder. Dennoch ist es wichtig Ziele und Pläne zu haben und diese auch konsequent zu verfolgen.

Ich hoffe meine Vorgehensweise für meine alljährliche finanzielle Planung gefällt dir. Ich freue mich, wenn du in der nächsten Woche wieder auf unseren Blog vorbeischaust und wünsche dir bis dahin kreative Investments! Du willst keinen Blogbeitrag mehr verpassen? Dann folge uns doch auf Facebook, LinkedIn, Xing oder Instagram!

 

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Das Jahr 2019 aus Sicht von kreativ-investieren – Worte zum Jahresabschluss und Weihnachtsgrüße* https://kreativ-investieren.de/das-jahr-2019-aus-sicht-von-kreativ-investieren-worte-zum-jahresabschluss-und-weihnachtsgruesse/ https://kreativ-investieren.de/das-jahr-2019-aus-sicht-von-kreativ-investieren-worte-zum-jahresabschluss-und-weihnachtsgruesse/#respond Sat, 21 Dec 2019 08:00:07 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4223

Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Bevor wir uns in die (wohlverdiente) Winterpause verabschieden, möchten wir das Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Für uns war ...

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Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Bevor wir uns in die (wohlverdiente) Winterpause verabschieden, möchten wir das Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Für uns war 2019 von vorne bis hinten gespickt mit Highlights! Anfang des Jahres haben Raphael und ich den Börsentag in Hannover besucht und dort viele interessante Produkte und Menschen kennengelernt. Gleiches gilt für unseren Besuch bei der Messe „Invest“ in Stuttgart, auf der wir bekannte Finanzblogger, wie z.B. Kolja Barghoorn (Aktien mit Kopf) oder Thomas Kehl (Finanzfluss), den Finanzwesir und den Finanzrocker getroffen haben. Außerdem wurden wir in das Blogverzeichnis „Finanzblogroll“ aufgenommen und konnten so unsere Artikelreichweite deutlich erhöhen. Besonders stolz sind wir zudem auf die Veröffentlichung unserer Artikelserie „Spiel des Lebens“, in der wir die typischen Lebensstationen einen durchschnittlichen Menschen unter finanziellen Gesichtspunkten durchleuchten. Gut angekommen sind auch unsere Gastvorträge (wie z.B. an der FH Münster) und unsere Privatseminare.

Es hat viel Spaß gemacht und wir sehen uns hoffentlich im neuen Jahr wieder!

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Lesern ganz herzlich für ein tolles Jahr bedanken! Dank eurer Ideen, Fragen und Kommentare sind viele neue Impulse entstanden. Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr so gut weitergehen wird und freuen uns auf euer Feedback! Neben unseren Lesern möchten wir vor allen Dingen auch unseren zahlreichen Kooperationspartnern und Kunden danken, mit deren Hilfe viele tolle Gastartikel, Projekte, Videos und Vorträge entstanden sind. Zum Abschluss findet ihr anbei noch eine Übersicht aller in diesem Jahr veröffentlichten Artikel. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und natürlich auch frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr! Vielleicht nutzt ihr die Feiertage ja auch, um ein wenig Ordnung in eure Finanzen zu bringen 😉

Unsere Blogartikel aus dem Januar 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Februar 2019:

Unsere Blogartikel aus dem März 2019:

Unsere Blogartikel aus dem April 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Mai 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Juni 2019

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Nachhaltige Investitionen – Was würde Greta wohl dazu sagen?!?* https://kreativ-investieren.de/nachhaltige-investitionen-was-wuerde-greta-wohl-dazu-sagen/ https://kreativ-investieren.de/nachhaltige-investitionen-was-wuerde-greta-wohl-dazu-sagen/#comments Sat, 14 Dec 2019 08:00:45 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4207

Es ist eine Geschichte, die vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte. 2018 gibt es in Europa einen außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer. Spätestens jetzt sind viele Experten und ...

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Es ist eine Geschichte, die vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte. 2018 gibt es in Europa einen außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer. Spätestens jetzt sind viele Experten und die Medien sich einig darüber, dass der Klimawandel endgültig bei uns angekommen ist. Ein 15 jähriges Schwedisches Schulmädchen entschließt sich daher im August 2018 in den Klimastreik zu treten. Zunächst interessiert sich kaum jemand für sie und sie verbringt Tag um Tag allein vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm. Doch dann passiert etwas Erstaunliches. Vereinzelt wird in Lokalzeitungen über sie berichtet und plötzlich findet sie bei den Menschen Gehör. Der Rest ist Geschichte. Weltweit schließen sich seitdem Schüler unter dem Motto „FridaysForFuture“ zusammen und schwänzen kollektiv die Schule. Die kleine Greta Thunberg ist inzwischen zu einer Art Klima-Popstar geworden und mischt das politische Geschehen unserer Zeit gehörig auf. Ganz gleich, ob Donald Trump oder Angela Merkel, an Greta kommt zur Zeit niemand vorbei. Doch was hat das Alles nun mit Investments zu tun? Eine ganze Menge!

Das Phänomen Greta bewegt die Gesellschaft

Man mag von Greta Thunberg halten was man will, aber zweifellos bewegt sie die Menschen. Wohin man auch geht, unterhalten sich die Leute über sie. Dabei gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Es gibt Menschen, die sind voll des Lobes dafür, dass eine junge Frau sich so sehr für die Zukunft unseres Planeten einsetzt. Andere hingegen meinen, dass das Engagement übertrieben ist und aus rein egoistischem Geltungsdrang entstanden ist. Unabhängig von der persönlichen Meinung, die man selbst in dieser Angelegenheit vertritt, ergeben sich für Investoren gewisse Implikationen. Das Thema Klimawandel scheint ein Megatrend zu sein. Mit Megatrends kann man Geld verdienen – und da kommen die (Privat)Investoren ins Spiel. Investoren sind in der Regel auf der Suche nach florierenden Branchen, von deren positiver wirtschaftlicher Entwicklung sie profitieren können. Es gibt dabei allerdings ein großes Problem. Spätestens seit der letzten Finanzkrise, in der viele Menschen eine Menge Geld (oder auch ihren Job) verloren haben, gelten Investoren vielerorts als skrupellose Kapitalisten. Nicht zuletzt hat dies in Deutschland auch dazu geführt, dass die politische Landschaft sich stark verändert hat. Es wurden Gesetze auf den Weg gebracht, die den Aktienhandel weniger attraktiv machen sollen (z.B. Einführung der Kapitalertragssteuer oder Diskussion über die Finanztransaktionssteuer). Auch ist zu beobachten, dass die ehemals großen Volksparteien SPD und CDU/CSU zunehmend an Bedeutung verlieren, während die Grünen, die Linke und auch die AfD in der Gunst der Wähler steigen.

Gibt es eigentlich auch gesellschaftlich akzeptierte Kapitalisten?

Wer also – sei es auf Grund des gesellschaftlichen Drucks oder aus eigener Überzeugung – nicht zu den bösen Kapitalisten gehören will, aus dem könnte ja noch ein „guter“ gesellschaftlich akzeptierter Kapitalist werden. Aber Moment mal… Wie kann man denn ein „guter“ Kapitalist sein?!? Naja, z.B. in dem man in Megatrends investiert, die gesellschaftlich akzeptiert und wertgeschätzt werden. Die „Klimaschutzbranche“ ist ein gutes Beispiel für einen gesellschaftlich hoch angesehenen Industriezweig. Doch nicht nur aus der moralischen Perspektive heraus ist die Klimaschutzbranche interessant, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Zur Veranschaulichung ist in Abbildung 1 die Entwicklung des jährlichen Umsatzes der Klimaschutzbranche in Deutschland zu sehen. Betrug 2007 der Umsatz lediglich 13,4 Milliarden €, so stieg dieser Wert innerhalb von nur 10 Jahren auf 49,4 Milliarden € im Jahr 2017 an (Quelle: Statistisches Bundesamt; Statista 2019). Der Umsatz der Branche hat sich also fast vervierfacht! Aus Anlegersicht sind diese Werte sehr beeindruckend, da nur wenige Branchen vergleichbar große Wachstumsraten zu bieten haben. Der Grundgedanke ist dabei natürlich, dass bei überproportional großem Wachstum auch große Gewinne winken.

Abbildung 1: Umsatzentwicklung der Klimaschutzbranche in Deutschland (Quelle: Statista)

 

Drei wesentliche Konstrukte machen nachhaltige Investitionen aus

Am Beispiel der Klimaschutzbranche lässt sich nun ein interessanter Gedankengang illustrieren. Wer gerne sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, aber gleichzeitig auch viel Wert darauf legt mit seiner Investition etwas Gutes zu tun, für den könnte eine Investition in den Klimaschutz interessant sein. Wenn wir das Ganze etwas weiter abstrahieren, dann werden wir feststellen, dass es in dem hier aufgeführten Beispiel mindestens drei große Konstrukte gibt (Abbildung 2):

(1) Persönliche wirtschaftliche Interessen
(2) Gesellschaftliche Interessen
(3) Wirtschaftlich attraktive Branchen

 

Abbildung 2: Zusammensetzung nachhaltiger Investitionen

Investoren, die sich in der Schnittmenge (siehe Abbildung 2) dieser drei Konstrukte befinden, sind eine stetig wachsende Personengruppe. Man spricht hier oft von „nachhaltigen“ (engl.: sustainable) Investitionen. Die hohe Nachfrage nach solchen Investitionen, die den ethischen und moralischen Standards unserer Zeit genügen, hat dazu geführt, dass inzwischen viele Fondsanbieter passende Produkte im Portfolio haben. Die Kunden solcher ethisch korrekten Anlageprodukte sind übrigens nicht nur überzeugte Privatpersonen, sondern teils auch mächtige und große Organisationen. Eine solche Organisation ist beispielsweise die Vatikanbank. Die katholische Kirche verfügt über ein beträchtliches Vermögen und investiert dieses mit Hilfe der Vatikanbank selbstverständlich auch am Kapitalmarkt. Die ohnehin schon in der Kritik stehende Vatikanbank und der Heilige Stuhl würden sich wahrscheinlich keinen Gefallen tun, wenn sie in Unternehmen oder Branchen investieren würden, die nicht den moralischen Standards unserer Zeit genügen. Es könnte den Gläubigen wohl nur schwer vermittelt werden, würde das Geld beispielsweise in die Waffenindustrie investiert werden.

Unser Buchtipp zum Thema nachhaltige Investitionen

Falls ihr euch nun auch für nachhaltige Investitionen interessiert, euch aber nicht sicher seid, wie ihr das am besten umsetzen könnt, habe ich eine Buchempfehlung für euch. Der bekannte Finanzbuchautor Christopher M. Klein (z.B. bekannt aus: „Tag für Tag im Hamsterrad“ oder „Der Hamster verlässt das Rad“) hat ein Buch verfasst, in dem er sich sehr ausführlich mit dem Thema beschäftigt. In dem Buch werden beispielsweise Kriterien für nachhaltige Investitionen erörtert und auch verschiedene Anlageformen vorgestellt. Wer sich nicht allzu sehr mit der Materie beschäftigen mag, für den hält das Buch sogar eine Liste mit konkreten Aktien und Fonds bereit, die als nachhaltig gelten. Besonders interessant ist dabei, dass nicht nur in Aktien investiert werden kann, sondern dass auch beispielsweise Bäume oder Mikrokredite attraktive Anlageprodukte darstellen können, bei denen die Rendite nicht zu kurz kommen muss.

 

Fazit: Manchmal hilft es das eine zu tun, ohne das andere zu lassen

Unsere Gesellschaft befindet sich aktuell im Wandel und unsere Generation sieht sich mit einer Vielzahl von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel konfrontiert. Gleichzeitig leben wir in einem hoch industrialisierten Land, in dem es uns wirtschaftlich verhältnismäßig gut geht. Investoren werden jedoch hin und wieder kritisch beäugt oder gar als rücksichtslose Kapitalisten bezeichnet. Wer dennoch sein Geld gewinnbringend anlegen möchte und dabei auch noch etwas Gutes tun möchte, dem steht die Möglichkeit offen, sich mit nachhaltigen Investitionen zu beschäftigen. Wer sich für eine solche Investition entscheidet, der hat die Chance, mit seinem investierten Kapital, etwas Gutes zu tun. In unserer naturgemäß sehr (Aktien)kritischen und skeptischen Gesellschaft wird nämlich eines oft vergessen: Damit sich kostenintensive Industriezweige ungehindert weiterentwickeln können, brauchen sie zunächst eine Menge Kapital, welches sie beispielsweise über Aktionäre einsammeln können.

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Das 3-Kontensystem: Wie man sich selbst zur Kostendisziplin zwingen kann* https://kreativ-investieren.de/das-3-kontensystem-wie-man-sich-selbst-zur-kostendisziplin-zwingen-kann/ https://kreativ-investieren.de/das-3-kontensystem-wie-man-sich-selbst-zur-kostendisziplin-zwingen-kann/#respond Sat, 07 Dec 2019 08:00:35 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4195

In einem früheren Blogbeitrag haben wir uns schon mit der Fragestellung befasst, warum Menschen oft nicht rational mit ihrem Geld umgehen können. Zu groß ist die Verlockung, sich den Freuden ...

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In einem früheren Blogbeitrag haben wir uns schon mit der Fragestellung befasst, warum Menschen oft nicht rational mit ihrem Geld umgehen können. Zu groß ist die Verlockung, sich den Freuden des sinnlosen Konsums hinzugeben. Die Ursache dafür ist im Wesentlichen, dass wir uns für Geld fast alles auf der Welt kaufen können. Von dieser Möglichkeit machen wir daher auch oft Gebrauch. Dabei kommt es häufiger vor, dass wir außer Acht lassen, dass jede Ausgabe auch gleichzeitig bedeutet, dass das ausgegebene Geld nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann. Jede Ausgabe zieht also implizit einen Verzicht nach sich. Wenn ich mir das schicke Cabrio kaufe, dann habe ich vielleicht nicht mehr genug Geld, um mir eine Eigentumswohnung zuzulegen (mit der z.B. Mieteinnahmen erzielt werden könnten). Das ist an sich auch völlig ok, solange man sich bewusst ist, dass jede Ausgabe auch eine Einschränkung an anderer Stelle bedeutet. Egal wofür ihr euer Geld ausgebt, bei der Altersvorsorge solltet ihr euch auf jeden Fall nicht einschränken.

Das Geld könnte auf 3 Konten verteilt werden…

Wer sich beim Lesen der letzten Zeilen selbst dabei ertappt hat, auch hin und wieder zu viel Geld für Konsumausgaben zu verwenden, statt langfristig vorzusorgen, dem möchten wir hier ein Hilfsmittel vorstellen: das 3-Konten-System. Die Grundidee des 3-Konten-Systems ist ziemlich simpel, aber dennoch sehr wirksam. Alles was ihr dazu benötigt sind 3 Girokonten. Im Folgenden sprechen wir also von Konto A, B und C. Konto A stellt euer Basiskonto dar. Einerseits gehen dort eure Gehaltszahlungen ein, andererseits gehen eure Fixkosten (wie z.B. Miete) davon ab. Konto B ist euer Vorsorgekonto. Am besten richtet ihr einen Dauerauftrag von Konto A nach Konto B ein, sodass sichergestellt ist, dass ihr automatisch jeden Monat eine fixe Summe (z.B. 20% eures Nettoeinkommens) auf dieses Vorsorgekonto einzahlt. Konto C hingegen ist euer Spaßkonto. Auch hier solltet ihr einen bestimmten fixen Prozentsatz eures Nettoeinkommens (z.B. 10%) per Dauerauftrag einzahlen.

Schematische Darstellung des 3-Kontensystems

Zweckgebundenheit zwingt euch dazu, das Geld entsprechend euren selbst festgelegten Regeln auszugeben

Ganz objektiv gesehen hat sich durch diese Aufteilung erstmal nichts an eurer finanziellen Situation geändert. Ihr verfügt noch immer monatlich über die gleichen Einkünfte wie zuvor. Was sich aber geändert hat, ist die vorgegebene Struktur. Durch das 3-Konten-System habt ihr aber gewissermaßen eine (mentale) Zweckgebundenheit für euer Einkommen vorgegeben. Geld, das auf dem Konto B (Sparkonto) liegt, sollte auch nur für Vorsorgezwecke verwendet werden. Beispielsweise könnte mit den regelmäßigen Einzahlungen auf dieses Konto ein ETF-Sparplan bedient werden. Der langweilige Teil (den man auch gerne mal vergisst) wäre also durch Konto B schon abgedeckt und man müsste sich darüber keine Sorgen mehr machen. Bei Konto C hingegen steht der Spaßfaktor im Vordergrund. Geld, das sich auf diesem Konto befindet kann ohne schlechtes Gewissen ausgegeben werden. Allerdings gilt hier die folgende Regel: Wenn das Konto leer ist, dann kann nicht mehr konsumiert werden, bis das Konto im nächsten Monat wieder befüllt wird. Dabei sollte man auch nicht schummeln, da man sich am Ende nur selbst betrügt.

Jeder Mensch ist einzigartig, daher kann das 3-Kontensystem auch bedarfsgerecht angepasst werden

Natürlich kann das 3-Konten-System auch an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden und kann daher auch recht unterschiedlich aussehen. Wer beispielsweise das Sparkonto nutzt, um davon einen ETF-Sparplan zu bedienen, der könnte theoretisch auch auf ein ausgewiesenes Sparkonto verzichten und seine ETF-Sparraten direkt vom Basiskonto (Konto A) abbuchen lassen. An die Stelle von Sparkonto B, würde dann das das Depot rücken. Im Grunde genommen bleibt das Prinzip also immer gleich, aber die individuelle Umsetzung eines jeden Einzelnen kann sich unterscheiden.

Fazit

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass viele Menschen allzu sorglos mit ihren finanziellen Mitteln umgehen und langfristig dadurch die Gefahr steigt von negativen Folgen (wie z.B. Altersarmut) betroffen zu sein. Wer das Gefühl hat, regelmäßig zu viel Geld für „Spaßausgaben“ zu verwenden und dabei die eigene Vorsorge zu vernachlässigen, dem könnte das 3-Konstensystem dabei helfen, etwas mehr Struktur in die eigenen Finanzen zu bringen.

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Investiert in eure Finanzbildung! Das zahlt sich langfristig am meisten aus…* https://kreativ-investieren.de/investiert-in-eure-finanzbildung-das-zahlt-sich-langfristig-am-meisten-aus/ https://kreativ-investieren.de/investiert-in-eure-finanzbildung-das-zahlt-sich-langfristig-am-meisten-aus/#respond Sat, 30 Nov 2019 08:00:36 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4180

Im Laufe unseres Lebens haben wir sicher schon mehrfach die Weisheit gehört, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Zwar ist das einerseits eine ziemlich abgedroschene Phrase, andererseits steckt ...

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Im Laufe unseres Lebens haben wir sicher schon mehrfach die Weisheit gehört, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Zwar ist das einerseits eine ziemlich abgedroschene Phrase, andererseits steckt aber auch viel Wahrheit in dieser Aussage. Nicht umsonst durchlaufen auf unserem Lebensweg sehr viele Stationen (Spiel des Lebens), die mit Bildung zu tun haben. Stellt man sich selbst die Frage, wann man eigentlich am meisten gelernt hat, dann werden viele Menschen vermutlich an die Schule oder das Studium denken. Grundsätzlich ist das zwar richtig, aber auch nach Schule und Studium hält das Leben noch einige Lektionen für uns bereit. Ohne jedoch allzu philosophisch werden zu wollen, denke ich dabei an ganz alltägliche Dinge, die wir lernen müssen, wie z.B. die Bedienung der Waschmaschine, das Verwalten von Versicherungen, das Anfertigen der Steuererklärung und natürlich auch der Umgang mit unseren Finanzen.

Womit beschäftigen sich die Leute denn aktuell?

Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass die meisten Menschen sich recht wenig mit ihren eigenen Finanzen beschäftigen. Vielleicht ist das auch ein kulturelles Phänomen. Bei uns ist es nicht üblich, über seine finanzielle Situation zu sprechen. Allzu groß ist die Angst entweder als Versager oder etwa als Angeber dazustehen. Nun liegt es aber in der Natur der Sache, dass Wissen sich nur verbreiten kann, wenn man über die Dinge spricht. Manchmal habe ich gar den Eindruck, dass die Leute lieber über die Qualität ihres Stuhlgangs sprechen (das ist leider kein Scherz!), was eindrucksvoll dadurch belegt wird, dass das Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders seit Jahren in den Bestsellerlisten vertreten ist. Um unsere Finanzbildung steht es also beschi…. ähhh nicht so gut 😀

Finanzbildung ist jedermann zugänglich, aber die meisten interessiert es schlichtweg nicht

Da wir als Team von kreativ-investieren das Ziel „Finanzbildung für jedermann!“ verfolgen, haben wir in den letzten Monaten weiter an unserem Coaching-Angebot gearbeitet. In unserem Umfeld (in dem sich überwiegend Besserverdiener bewegen), haben wir festgestellt, dass Grundlagenwissen zu Finanzthemen oft gar nicht vorhanden ist. Überraschenderweise scheint es also keineswegs selbstverständlich zu sein, dass Menschen mit einem hohen Einkommen auch über vertiefte Kenntnisse im Finanzbereich verfügen. Gerade das Gegenteil ist oft der Fall. Menschen, die viel verdienen, haben oft auch besonders hohe Ausgaben und sorgen nicht in dem Maße vor, wie sie es eigentlich tun könnten. Wir haben daher ein Konzept für ein Basis-Coaching entwickelt (Preis: 200€), in dem drei wesentliche Themenblöcke behandelt werden:

1. Selbsterkenntnis (objektive Reflektion der eigenen finanziellen Situation)
2. Anlageformen (Grundlagenwissen zu gängigen Investitionsarten)
3. Praxis (Hilfestellung bei der Umsetzung des theoretischen Wissens)

Falls das für euch interessant klingt, zögert nicht, uns zu kontaktieren. Vielleicht wäre das ja auch eine nette Geschenkidee für das Weihnachtsfest. Den Flyer zum Coaching findet ihr hier: Flyer Basis Coaching. Coachings können bei uns übrigens auch individuell vereinbart werden und gegebenenfalls auch per Skype abgehalten werden.

Wie war das noch mit der Altersarmut?

Unabhängig davon, ob man sich für ein Coaching entscheidet oder eben nicht, sollte sich jeder dennoch ein wenig mit den eigenen Finanzen beschäftigen (auch wenn es oft nicht das Lieblingsthema ist). Das wurde uns erst kürzlich wieder vor Augen geführt. Vor einigen Wochen gab es in der Sendung Stern TV einen Beitrag zum Thema Altersarmut. Der besagte Beitrag wurde auf der Facebook-Seite von Stern TV vorab angekündigt und die Leute begannen fleißig zu kommentieren. Raphael und ich haben uns einige der Kommentare durchgelesen und waren fast schon erschüttert darüber, wie die traurige Realität in Deutschland auszusehen scheint. Einen Auszug der Kommentare haben wir für euch hier abgebildet. Scheinbar ist es so, dass viele Leute entweder nicht an die Altersvorsorge und ihre Finanzen denken oder aber am Monatsende schlichtweg kein Geld übrig bleibt, um vorsorgen zu können. Auch wenn es bei euch selbst der Fall sein sollte, dass die Finanzen knapp bemessen sind, dann solltet ihr euch zumindest dessen bewusst sein und auch über die langfristigen Konsequenzen nachdenken, statt aus Bequemlichkeit oder Naivität die Augen zu verschließen und sich blind in sein Schicksal zu ergeben. Je früher man erkennt, dass es nicht allzu gut um die eigenen Finanzen steht, desto besser man entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Schaut euch gerne mal den Beitrag von Stern TV auf Youtube an und macht euch ein eigenes Bild.

 

Abbildung 1: Kommentare von interessierten Usern; Quelle: Facebook (Stern TV Gruppe)

Augen auf und rechtzeitig handeln!

Interessant finde ich übrigens auch, dass ein Großteil der Betroffenen ausschließlich den Staat oder sonstige äußere Umstände für seine schwierige Lebenssituation verantwortlich macht. Obwohl ich selbst nicht zu 100% von den deutschen Sozialsystemen überzeugt bin, denke ich, dass die Ursachen vielfältig sind. Ich persönlich denke, dass es vielleicht in einigen Fällen auch so ist, dass man selbst seinen Anteil dazu beigetragen hat, wenn es im Alter finanziell eng wird (das trifft aber natürlich nicht auf jeden zu). Wie dem auch sei… Nehmt eure Finanzen am besten selbst in die Hand oder holt euch entsprechende Hilfe, falls ihr euch unsicher fühlt. Nur mit entsprechender Finanzbildung und strategischer Weitsicht lässt es sich unbesorgt auf den Lebensabend zusteuern.

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