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Schon seit geraumer Zeit verfolge ich den Werdegang des chinesischen Elektronik- und Software-Herstellers Xiaomi (WKN: A2JNY1). Ich selbst bin ein begeisterter Kunde der frühen Stunde und wurde durch meinen Bruder ...

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Schon seit geraumer Zeit verfolge ich den Werdegang des chinesischen Elektronik- und Software-Herstellers Xiaomi (WKN: A2JNY1). Ich selbst bin ein begeisterter Kunde der frühen Stunde und wurde durch meinen Bruder auf Xiaomi aufmerksam. Aus diesem Grund sind zahlreiche Produkte aus dem Xiaomi-Ökosystem in meinem Haushalt zu finden: LED Glühbirnen, Nachttischlampen, eine Bluetooth-Waage, ein Mi Sport Band, eine Powerbank, das Xiaomi Mi 9 Smartphone und noch einiges mehr. Derzeit auf meiner Watchlist ist der Staubsaugerroboter von Xiaomi. Was meiner Meinung nach alle Produkte gemeinsam haben ist ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Dabei besticht Xiaomi mit einer sehr guten Qualität und Stabilität. Heute möchte ich dir 5 Gründe nennen, warum ich mir Xiaomi auch in meinem Aktiendepot zugelegt habe.

1. Xiaomis Geschäftsmodell konzentriert sich auf drei lukrative Marktsegmente

Xiaomi ist ein chinesischer Elektronik-Hersteller, der vor gut 10 Jahren am 6. April 2010 gegründet wurde. Der Gründer Lei Jun ist seitdem Hauptaktionär und gleichzeitig auch Vorstandsvorsitzender des Konzerns. Somit ist Xiaomi ein gründergeführtes Unternehmen. Der Hauptsitz von Xiaomi ist der Xiamoi Mobile Internet Industrial Park in Chinas Hauptstadt Beijing. Mit Stand 31. Dezember 2019 hat Xiaomi mehr als 18.000 Mitarbeiter weltweit. Das Geschäftsmodell von Xiaomi konzentriert sich auf drei lukrative Marktsegmente. Begonnen hat die Xiamoi Corporation als Hersteller von Smartphones, der sich vor allem auf günstige High-End-Produkte spezialisiert. Dabei verwenden alle Xiaomi-Smartphones das eigens entwickelte Android-basierte Betriebssystem MIUI (Mi User Interface). Das Smartphone-Segment macht ungefähr 60% von Xiaomis Einnahmen aus. Das zweite zentrale Geschäftsfeld von Xiaomi umfasst Iot Devices, mit welchem Xiaomi 30% seiner Einnahmen erzielt. Zu diesen Produkten gehören zum Beispiel Smart TVs, Smartwatches, Smartbands und Dronen. Das dritte Segment umfasst Internet-Services, welche knapp 10% Anteil an den Einnahmen von Xiaomi haben. In diesem Bereich erzielt Xiaomi vor allem Einnahmen durch Werbung, Apps, Abos und Gaming.

Einnahmen von Xiaomi nach Marktsegment
Einnahmen von Xiaomi nach Marktsegment

2. Xiaomi verfolgt eine spannende Wachstumsstrategie

Xiaomi verfolgt bei all seinen Geschäftsaktivitäten die Amazon-Strategie: Die Hardware wird fast zum Materialkostenpreis verkauft, um langfristig Einnahmen mit Software, Apps und Abos zu erzielen. Somit sieht sich Xiaomi nicht als ein Hardware-Hersteller sondern als ein Internet- und Softwarekonzern. Meiner Meinung nach verfolgt Xiaomi damit eine interessante Wachstumsstrategie. Das Unternehmen scheint sich zunächst darauf zu konzentrieren den Markt mit günstiger und qualitativ hochwertiger Hardware zu durchdringen. Im zweiten Schritt möchte man durch die hohe Marktdurchdringung auch Einnahmen im Bereich der Internetservices erzielen. Es gilt abzuwarten, ob es Xiaomi in Zukunft gelingen wird seine Einnahmen im Bereich der Software, Apps und Abos zu steigern. Hier muss der Konzern aktuell noch Überzeugungsarbeit leisten. Denn zurzeit repräsentieren die Einnahmen im Bereich der Internet Services nur einen kleinen Teil der Gesamteinnahmen. Xiaomis Strategie ist meiner Meinung nach risikobehaftet, aber bietet ein hohes zukünftiges Wachstumspotential. Alles im allen ist die Monetisierung im Bereich der Internet-Services also ein Schlüsselfaktor für Xiaomis zukünftige Profitabilität und Konkurrenzfähigkeit.

3. Xiaomi erzielte bereits viele Erfolge im Smartphone-Segment

In der Vergangenheit konnte Xiaomi vor allem im Smartphone-Segment große Erfolge erzielen. In den Blickpunkt geriet Xiaomi erstmals durch das Smartphone Xiaomi Mi 1, ein günstiges High-End-Gerät, welches vor allem in Asien verkauft wurde. Bereits im Dezember 2013 wurde Xiaomi kurzzeitig Marktführer bei Smartphones in China. Im Oktober 2014 wurde Xiamoi nach dreistelligen Wachstumsraten für eine kurze Zeit zum drittgrößten Smartphone-Hersteller weltweit. Diese Position konnte Xiaomi nicht behaupten und war Ende 2016 nur noch der sechstgrößte Hersteller von Smartphones. In 2019 blieb Xiaomi als viertgrößter Hersteller von Smartphones hinter Huawei zurück. Jedoch überholt Xiaomi neusten Berichten zufolge im Februar 2020 den Konkurrenten Huawei, der unter dem US-Bann leidet. Sollte dieser Trend anhalten, dann wäre Xiaomi sogar in Schlagdistanz zu Apple. Ob es Xiaomi aber mittelfristig auf den zweiten Platz schafft ist meiner Meinung nach fragwürdig.

Marktanteil von Smartphone-Herstellern weltweit
Marktanteil von Smartphone-Herstellern weltweit

4. Als Tech-Unternehmen notiert Xiaomi zwischenzeitlich relativ „günstig“

Xiaomi hat in der kurzen Zeit seit dem Bestehen sehr große Erfolge feiern können. Um weiter zu expandieren entschied sich der Smartphone-Hersteller im Jahr 2018 an die Hongkonger Börse zu gehen. Die Erwartungen in Bezug auf den Börsengang waren groß. Xiaomi wollte den größten Börsengang seit Alibaba im Jahr 2014 hinlegen. Leider konnte Xiaomi diesen Erwartungen nicht gerecht werden. Ursprünglich hat das Unternehmen einen Börsenwert von 100 Milliarden US-Dollar angepeilt. Jedoch war dieser Wert zuletzt auf 54,3 Millarden US Dollar gesenkt worden. Dies hatte vermutlich mehrere Gründe. Erstens lag der Erlös von Xiaomi zuletzt deutlich unter den Erwartungen der Anleger. Zweitens ist Xiaomi zunehmend starker Konkurrenz ausgesetzt durch chinesische Hersteller wie Oppo und Vivo. Weiterhin spielte vermutlich auch ein ungünstiges Timing mit den sich abzeichnenden Handelskrieg zwischen den USA und China eine Rolle. Zu guter Letzt waren viele Investoren abgeschreckt, dass Xiaomi sich als „Internetkonzern“ vermarket hat, obwohl das Unternehmen hauptsächlich Geld als Hardwarehersteller verdient. Aufgrund dieser diversen Rückschläge floppte der Börsengang und die Aktien notierten zwischenzeitlich relativ „günstig“. Ein Grund für mich zuzuschlagen.

5. Trotz Corona-Krise kann Xiaomi in Q1 2020 Umsatz und Gewinn steigern

Am 20. Mai 2020 hat Xiaomi die Geschäftsergebnisse für das erste Quartal vorläufig bekannt gegeben. Die Ergebnisse zeigen, dass Xiaomi trotz Corona Krise sowohl in Punkto Einnahmen als auch Profit zulegen konnte. Die Einnahmen stiegen um 13,6% und der Gewinn um 10,6% im Vergleich zu Q1 2019. Dabei konnte Xiaomi in allen drei Marktsegmenten seine Einnahmen steigern.

Geschäftszahlen Xiaomi Q1 2020
Geschäftszahlen Xiaomi Q1 2020
Geschäftszahlen Xiaomi Q1 2020 pro Marktsegment
Geschäftszahlen Xiaomi Q1 2020 pro Marktsegment

Fazit

Ich bin schon seit Jahren selbst begeisterter Kunde des Xiaomi-Ökosystems. Mich begeistert vor allem, wie erfolgreich Xiaomi in den vergangen 10 Jahren gewesen ist. Das betrifft sowohl Smartphones, IoT Produkte als auch Internet Services. Besonders interessiert verfolge ich Xiaomis Wachstumsstrategie. Während das Unternehmen hochwertige Hardware nahe dem Materialkostenpreis anbietet, zielt man langfristig steigende Einnahmen über Software, Apps und Abos an. Hier muss sich das Unternehmen jedoch zukünftig bewähren. Die ersten Bewährungsproben im Smartphone-Markt hat Xiaomi bereits erfolgreich gemeistert. Trotz hohem Konkurrenzdruck konnte Xiaomi im Februar 2020 den Konkurrenten Huawei in Punkto Verkaufszahlen schlagen. Somit rückt das Unternehmen auf Rang 3 hinter Apple und Samsung. Auch Xiaomis zwischenzeitliche günstige Notierung an den Börsen und die positiven Geschäftszahlen trotz der Corona-Krise in Q1 2020 sprechen für das Unternehmen. Ich bin deshalb zuversichtlich über eine positive Unternehmensentwicklung.

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Da wir in diesem Artikel auf Wertpapiere verweisen, solltest du natürlich nachfolgendes beachten:

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Buchvorstellung – Der Hamster verlässt das Rad* https://kreativ-investieren.de/der-hamster-verlaesst-das-rad/ https://kreativ-investieren.de/der-hamster-verlaesst-das-rad/#respond Sat, 23 May 2020 07:00:31 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4614

Wovon handelt das Buch? In dem Buch wird die fiktive Geschichte eines absolut durchschnittlichen Pärchens, der Familie „Zufall“ beschrieben. „Rainer“ und „Totala“ Zufall möchten nicht mehr länger Bestandteil des ungerechten ...

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Wovon handelt das Buch?

In dem Buch wird die fiktive Geschichte eines absolut durchschnittlichen Pärchens, der Familie „Zufall“ beschrieben. „Rainer“ und „Totala“ Zufall möchten nicht mehr länger Bestandteil des ungerechten und selbstzerstörerischen Geldsystems sein. Sie möchten nicht länger die Hamster im Hamsterrad sein, die unser Wirtschaftssystem in Bewegung halten. Stattdessen sehnen sie sich nach einem Leben, das frei ist von finanziellen Sorgen. So könnten sie ihr gemeinsames Leben mit ihren Kindern entspannt genießen. Um dem Hamsterrad zu entkommen, ist es jedoch zunächst einmal notwendig, die Spielregeln unseres Wirtschaftssystems zu verstehen. Wie das funktionieren kann, verdeutlichen die Autoren auch mit Hilfe des „Karl Kulation“, der Persiflage eines großkapitalistischen Unternehmers und Investors. Entlang des Weges in die finanzielle Freiheit wird auch versucht, die Verwirrung zwischen Vermögen und Verbindlichkeiten zu beseitigen. Ist dies einmal gelungen, kann ein ganz neues Bewusstsein für den Umgang mit geschaffen werden. Sollten Rainer und Totala es schaffen, sich von ihren traditionellen Denkmustern zu befreien, dann kann der Traum von der finanziellen Freiheit zur Realität werden. Seid gespannt!

Warum solltest du das Buch lesen?

Du solltest dieses Buch lesen, weil es völlig zu Recht ein Bestseller im Bereich der privaten Finanzliteratur ist. An Hand von einfachen und realitätsnahen Beispielen, schaffen es die Autoren eine komplexe Thematik leicht zugänglich zu machen. Apropos Autoren: Christopher Klein und Jens Helbig sind studierte Betriebs- & Volkswirtschaftler. Trotz ihres verhältnismäßig jungen Alters (Jahrgang 1987) haben die beiden laut eigenen Angaben die finanzielle Freiheit erreicht, obwohl sie zuvor ebenfalls im Hamsterrad gefangen waren. Man kann Finanzbücher mögen oder nicht. Dieses hier ist jedoch leicht verständlich und lustig geschrieben. Dabei werden Ansätze präsentiert, die auch tatsächlich umgesetzt werden können.

Für wen eignet sich dieses Buch?

Das Buch eignet sich vor allem…

  1. … für Normalverdiener, die das Gefühl haben, im Hamsterrad gefangen zu sein
  2. … als Geschenk für eure Freunde, die eigentlich gut verdienen, aber trotzdem knapp bei Kasse sind
  3. … als Lektüre in der Bahn

Was kann man in dem Buch lernen?

Du lernst unter anderem:

  • …wie das “Monopoly des Lebens” wirklich funktioniert
  • …den essentiellen Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern in unserem Wirtschaftssystem
  • …Zinsen und Steuern für sich genutzt werden können
  • …nach welchen einfachen Prinzipien man richtig investiert
  • …weshalb die meisten vermeintlichen Vermögen in Wahrheit Verbindlichkeiten sind (z.B. selbstgenutztes Wohneigentum)
  • …wie Du verstecktes Kapital findest und es vermehren kannst
  • … die 45 besten, einfachsten und sofort anwendbaren Spartipps
  • …wie Du Dich von unnötigem Konsum befreist
  • …weshalb Du unbedingt zuerst geistige Autarkie erlangen musst und wie Du sie erreichst

Das KI-Bücher-Rating

In unserem KI-Bücher-Rating erhält Der Hamster verlässt das Rad 5 von 5 Sternen. Hierbei handelt es sich tatsächlich um “Finanzbildung für jedermann”.

Ein Kurzprofil des Buches

Titel: Der Hamster verlässt das Rad – Mehr Geld verdienen, investieren und Vermögen aufbauen: eine Gebrauchsanleitung für finanzielle Freiheit und Autarkie!
Autor: Christopher Klein, Jens Helbig
Format: Hardcover
Seitenanzahl: 132
ISBN-13: 9783947061440
Verlag: www.klhe.de
Erscheinungsdatum: 11.03.2019
Sprache: Deutsch
Klappentext: Du arbeitest immer mehr, hast immer weniger Zeit und am Ende des Geldes ist noch zu viel Monat übrig? Du möchtest dem Hamsterrad entfliehen? Dann aufgepasst! Wage jetzt den Sprung in die finanzielle Freiheit und Autarkie! Rainer und Totala Zufall haben ihr ganzes Leben im Getriebe des Hamsterrads verbracht. Sie wurden, wie die meisten Menschen, durch die Konstruktion des Geldsystems in ein unsichtbares Gefängnis gezwungen. Sie beschließen daher nicht länger Sklaven des Systems zu sein und finanzielle Freiheit zu erlangen. Du kannst jetzt Familie Zufall dorthin in vier einfachen Schritten folgen und das Leben Deiner Träume verwirklichen!
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Der Hamster verlässt das Rad
Der Hamster verlässt das Rad

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Branchen-ETFs: Neunzehn Gewinner und Verlierer der Corona-Krise 2020* https://kreativ-investieren.de/branchen-etfs-neunzehn-gewinner-und-verlierer-der-corona-krise-2020/ https://kreativ-investieren.de/branchen-etfs-neunzehn-gewinner-und-verlierer-der-corona-krise-2020/#respond Sat, 16 May 2020 07:00:36 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4671

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag seit mehr als zwei Monaten voll im Griff und wir sind noch immer am Anfang einer Pandemie. Das soziale und wirtschaftliche Leben ist vielerorts weiterhin ...

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Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag seit mehr als zwei Monaten voll im Griff und wir sind noch immer am Anfang einer Pandemie. Das soziale und wirtschaftliche Leben ist vielerorts weiterhin drastisch heruntergefahren. Dies hat auch einen großen Einfluss auf die Produktion und Nachfrage von Konsumgütern. Einerseits sind Unternehmen in Europa noch immer Einschränkungen ausgesetzt. Anderseits ist vielerorts die Nachfrage nach Konsumgütern deutlich eingebrochen. Nichtsdestotrotz ist zu erkennen, dass einige Branchen deutlich mehr von der Corona-Pandemie betroffen sind als andere. In vorherigen Blogartikeln haben wir dir bereits gezeigt, wie du dich in der Corona-Krise als Investor verhalten solltest und was Finanzblogger über die Corona-Krise denken. Heute zeigen wir dir anhand von neunzehn europäischen Branchen-ETFs, welche Branchen zu den großen Gewinnern und Verlierern der Corona-Krise in 2020 zählen.

 

Was sind Branchen-ETFs?

Per Definition enthalten Branchen-ETFs Aktien von Unternehmen aus einer bestimmten Branche. Hierzu bildet ein Branchen-ETFs einen fest definierten Index ab. Dieser Index legt fest, wie Unternehmensaktien ausgewählt werden, einer Branche zugeordnet werden und im Index gewichtet werden. In der Regel werden zwei verschiedene Klassifikationsschemata bei Branchen-Indizes unterschieden:

  • Einerseits gibt es den „Global Industry Classification Standard“ (GICS).
  • Andererseits gibt es den „Industry Classification Benchmark“ (ICB).

Beide funktionieren nach der gleichen Logik. Sie unterscheiden sich darin, wie Einzelaktien einer Branche zu sortiert werden. Auch wenn wir diese hier nicht genauer erklären, zeigt dir das untere Bild grobe Unterschiede zwischen den beiden Schemata auf. In der Praxis solltest du beachten, dass die Index-Anbieter STOXX Limited und FTSE das ICB-System für ihre Branchen-Indizes verwenden, während die Anbieter MSCI und S&P auf dem GICS-System basieren.

Klassifikationsschemata von Branchen-ETFs
Klassifikationsschemata von Branchen-ETFs

Quelle: justETF.com

 

Branchen-ETFs und der iShares STOXX Europe 600

Im heutigen Blogartikel verwenden wir den iShares STOXX Europe 600 ETFs, um dir zu zeigen, welche Branchen zu den großen Gewinnern und Verlierern der Corona Krise in 2020 zählen. Übergeordnet bildet der iShares STOXX Europe 600 die Wertentwicklung der 600 größten Aktienunternehmen aus europäischen Industrieländern ab. Gleichzeit gibt es den iShares STOXX Europe 600 aber auch in Form von neunzehn verschiedenen Branchen-ETFs. Diese neunzehn Branchen-ETFs bilden gemäß der ICB-Klassifikation neunzehn Supersektoren ab. Mit anderen Worten, werden bei den Branchen-ETFs die 600 größten Unternehmen aus europäischen Industrieländern jeweils den neunzehn Supersektoren zugeordnet. Je nachdem welchen Branchen-ETFs du auswählst, investierst du dann ausschließlich in europäische Unternehmen aus diesem Supersektor / dieser Branche.

 

Branchen-ETFs Tabelle: Gewinner und Verlierer

Die untere Tabelle bietet dir einen Überblick über die neunzehn branchenspezifischen Varianten des iShares STOXX Europe 600 einschließlich Informationen zur Wertpapierkennnummer und Fondsnamen. Zusätzlich zeigen wir dir die Werteentwicklung seit Jahresbeginn bis zum 11. Mai 2020 (YTD), anhand welcher wir die Gewinner und Verlierer der Corona-Krise ermittelt haben. Entsprechend der Werteentwicklung haben wir einen Rang vergeben und die Branchen in vier verschiedene Kategorien eingeteilt:

  1. Gewinner (Rang 1)
  2. Aufstrebende (Rang 2-8)
  3. Relegation (Rang 9-15)
  4. Verlierer (Rang 16-19)

Als Vergleich diente hierbei die Performance des übergeordneten Index. Der iShares STOXX Europe 600 mitsamt allen 600 europäischen Unternehmen hat seit Jahresbeginn -17,42% Einbußen hinnehmen müssen (Stand: 11. Mai 2020).  Im weiteren Verlauf gehen gehen wir branchenspezifisch auf die Gewinner, die Aufstrebenden, die Relegation und die Verlierer der Corona-Krise ein.

 

Nr.WKNFondsnamePerf. YTD
in %
1. A0Q4R3iShares STOXX Europe 600 Health Care UCITS ETF
2,12%
2. A0H08QiShares STOXX Europe 600 Technology UCITS ETF
-7,61%
3. A0H08NiShares STOXX Europe 600 Pers. & Household Goods UCITS ETF
-11,62%
4. A0Q4R0iShares STOXX Europe 600 Utilities UCITS ETF-12,00%
5. A0H08PiShares STOXX Europe 600 Retail UCITS ETF
-12,23%
6. A0H08EiShares STOXX Europe 600 Chemicals UCITS ETF-13,05%
7. A0H08HiShares STOXX Europe 600 Food & Beverage UCITS ETF-13,25%
8. A0H08GiShares STOXX Europe 600 Financial Services UCITS ETF-14,50%
9. A0H08RiShares STOXX Europe 600 Telecommunications UCITS ETF
-17,58%
10. A0H08LiShares STOXX Europe 600 Media UCITS ETF-22,09%
11. A0H08FiShares STOXX Europe 600 Construction & Materials UCITS ETF-22,14%
12. A0Q4R4iShares STOXX Europe 600 Real Estate UCITS ETF-22,56%
13. A0H08JiShares STOXX Europe 600 Industrial Goods & Services UCITS ETF-23,82%
14. A0F5UKiShares STOXX Europe 600 Basic Resources UCITS ETF-24,47%
15. A0H08KiShares STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF-28,67%
16. A0Q4R2iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF-30,39%
17. A0H08MiShares STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF-33,38%
18. A0H08SiShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF-37,97%
19. A0F5UJiShares STOXX Europe 600 Banks UCITS ETF-40,35%

 

Die Gewinner (Rang 1)

Eines wird bei der Betrachtung der Jahresperformance in 2020 deutlich. Alle Branchen mussten seit Jahresbeginn deutliche Wertverluste hinnehmen. Jedoch gibt es stand heute im europäischen Branchen-Vergleich einen Gewinner.

  • Rang 1: Die europäische Gesundheits-Branche kann seit Jahresbeginn über 2% an Performance zulegen, was auch die deutlich positiven Erwartungen gegenüber Aktienunternehmen widerspiegelt.

Mit anderen Worten: Investoren setzen in Zeiten der Corona-Krise vermehrt Vertrauen in die zukünftige Profitabilität von Aktienunternehmen in der Gesundheits-Branche. Viele Aktienunternehmen im Gesundheitssektor verzeichnen aufgrund der Corona-Krise einen deutlichen Auftragseingang. Dies ist vor allem das Ergebnis einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten, Zubehör oder Medizintechnik. Anleger scheinen deshalb positiv gestimmt zu sein, dass Aktienunternehmen im Gesundheitssektor in den nächsten Jahren deutlich zulegen werden. In der folgenden Slideshow zeigen wir dir den Chartverlauf des STOXX® Europe 600 Health Care ETFs, sowie die Top 7 Aktien nach Gewichtung im ETF. Somit kannst du dir selbst ein Bild von der positiven Werteentwicklung im Gesundheitssektor machen.

 

 

Die Aufstrebenden (Rang 2-8)

Trotz Verlusten, konnten sieben Branchen seit Jahresbeginn den übergeordneten Vergleichsindex schlagen. Bei jeder dieser Branchen gibt es hierfür  einen anderen Grund. Technologiewerte profitieren neben dem generell starken Wachstum von einem erhöhten Bedarf nach digitaler Wertschöpfung in Zeiten von Corona. Die Branchen für persönliche Haushaltswaren, Nahrungsmittel, Getränke und Einzelhandel profitieren vermutlich von kurzfristigen Zuwächsen sowie Hamsterkäufen. Es gilt abzuwarten, ob sie im weiteren Verlauf der Corona-Krise weiterhin den Vergleichsindex schlagen können.

  • Rang 2: Die europäische Technologie-Branche schlägt den Vergleichsindex um über 9%.
  • Rang 3: Die europäische Branche für persönliche und Haushaltswaren schlägt den Vergleichsindex um fast 6%.
  • Rang 4: Die europäische Versorgungs-Branche schlägt den Vergleichsindex um etwa 5%.
  • Rang 5: Die europäische Einzelhandels-Branche schlägt den Vergleichsindex um gute 5%.
  • Rang 6: Die europäische Chemie-Branche outpeformed den Vergleichsindex um 4%.
  • Rang 7: Die europäische Nahrungsmittel- und Getränke-Branche schlägt den Vergleichsindex mit 4%.
  • Rang 8: Die europäische Finanz-Branche schlägt den Vergleichsindex nur knapp mit fast 3% plus.

In der folgenden Slideshow zeigen wir dir ebenfalls die Chartverläufe und Top 7 Aktien nach Gewichtung. Mache dir selbst ein Bild von der Werteentwicklung der genannten Branchen auf Rang 2 bis Rang 8.

 

 

Die Relegation (Rang 9-15)

Sechs der neunzehn Branchen liegen im einstelligen Prozent-Bereich hinter dem übergeordneten Vergleichsindex. Obwohl zu erwarten wäre, dass Kunden in Zeiten von Corona vermehrt auf Telekommunikation und Medien setzen, liegen beide Branchen leicht hinter dem Vergleichsindex. Auch andere Branchen in der Relegation müssen aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise Kurseinbrüche hinnehmen.

  • Rang 9: Die europäische Telekommunikations-Branche liegt nur leicht unter dem Vergleichsindex.
  • Rang 10: Die europäische Medien-Branche liegt etwa 4% unter dem Vergleichsindex.
  • Rang 11: Die europäische Bauwesen- und Materialien-Branche liegt ebenfalls etwa 4% unter dem Vergleichsindex.
  • Rang 12: Die europäische Immobilien-Branche liegt circa 5% unter dem Vergleichsindex.
  • Rang 13: Die europäische Industriegüter- und Dienstleistungs-Branche liegt ungefähr 6% hinter dem Vergleichsindex.
  • Rang 14: Die europäische Grundstoff-Branche liegt ungefähr 7% hinter ihrem Vergleichsindex.
In der folgenden Slideshow zeigen wir dir ebenfalls die Chartverläufe und Top 7 Aktien nach Gewichtung. Mache dir selbst ein Bild von der Werteentwicklung der genannten Branchen auf Rang 9 bis Rang 15.

 

 

Die Verlierer (Rang 16-18)

Die großen Verlierer der Corona-Krise liegen im zweistelligen Prozent-Bereich hinter dem Vergleichsindex. Die Versicherungs-Branche verliert vor allem aufgrund der Absage von Großveranstaltungen, wegen Betriebsunterbrechungs-Policen und wegen der Warenkreditversicherungen. Die Automobilhersteller- und Zulieferer-Branche hat mit einer deutlich geringeren Nachfrage zu kämpfen. Die Erdöl- und Erdgas-Branche verliert ebenfalls aufgrund einer deutlich geringeren Ölnachfrage auf dem Weltmarkt. Außerdem führt der Konflikt zwischen Russland und Saudi-Arabien zu einem Preiskampf und massiven Werteverfall des Öls. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und der Grenzschließungen kommt der Reiseverkehr komplett zum Erliegen, weshalb auch die Reise- und Freizeit-Branche zu kämpfen hat. Der größte Verlierer der Corona-Krise ist die Banken-Branche. Diese Branche hat vor allem mit dem Einbruch der Wirtschaft, drohenden Kreditausfällen und der Nullzinspolitik der Notenbanken zu kämpfen.

  • Rang 15: Die europäische Versicherungs-Branche ist ungefähr 11% schlechter als ihr Vergleichsindex.
  • Rang 16: Die Automobilhersteller- und Zulieferer-Branche liegt circa 13% hinter dem Vergleichsindex.
  • Rang 17: Die Erdöl- und Erdgas-Branche liegt fast 16% unter dem Vergleichsindex.
  • Rang 18: Die Reise- und Freizeit-Branche liegt über 20% hinter dem Vergleichsindex.
  • Rang 19: Die Banken-Branche ist der große Verlierer und liegt fast 23% hinter dem europäischen Vergleichsindex.
In der folgenden Slideshow zeigen wir dir ebenfalls die Chartverläufe und Top 7 Aktien nach Gewichtung. Mache dir selbst ein Bild von der Werteentwicklung der genannten Branchen auf Rang 16 bis Rang 19.

 

 

Fazit

In unserem heutigen Artikel haben wir dir anhand des iShares STOXX Europe 600 gezeigt, welche Branchen zu den Gewinnern und Verlierern der Corona-Krise zählen. Dies wurde vor allem sichtbar, wenn man die Branchenindizes mit dem übergeordneten Index vergleicht. Obwohl Paul und ich unsere ETFs generell sehr breit streuen, kann es sich unserer Meinung  in einer Krise durchaus lohnen, auf einzelne Branchen zu wetten. Wie du zum Beispiel gesehen hast, hat in den vergangen Wochen die Gesundheitsbranche sehr stark an Bedeutung gewonnen. Aus diesem Grund haben Anleger beschlossen vermehrt in die Gesundheitsindustrie zu investieren. Das Ergebnis ist, dass diese Branche eine deutlich bessere Performance hinlegt, als andere Branchen. Hast du bereits über eine Investition in Branchen-ETFs nachgedacht? Oder bist du bereits in einen Branchen-ETFs investiert? Teile gerne deine Gedanken mit uns und hinterlasse einen Kommentar.

Kleine Endnotiz: Die oben genannten iShares ETFs kannst du über einen Sparplan ab 25€ monatlich bei Trade Republic kostenlos besparen. Wenn du in eine dieser Branchen-ETFs investieren möchtest, dann eröffne jetzt ein Trade Republic Depot. Auch wir nutzen Trade Republic für Sparpläne und den Kauf von Einzelaktien. Einzelaktien kannst du schon für 1 Euro pro Transaktion erwerben.

Da wir in diesem Artikel auf verschiedene Wertpapiere verweisen, solltest du natürlich nachfolgendes beachten:

*Allgemeines: Alle Informationen in diesem Blog sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Es handelt sich jedoch um persönliche Erfahrungen und Meinungen. Zu keiner Zeit sind Inhalte dieses Blogs als Empfehlung zu verstehen. Nachahmung der in diesem Blog beschriebenen Handlungen geschieht ausdrücklich auf eigene Verantwortung.
*Angaben gemäß §34b WpHG: Vom Betreiber dieser Webseite gehandelte Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann in jedem Einzelfall trotzdem nicht übernommen werden. Sollten die Besucher dieser Seite sich die angebotenen Inhalte zu eigen machen oder etwaigen Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich.
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Die 5 größten Bedrohungen für unseren Wohlstand: wie das Kartenhaus in sich zusammenbricht! https://kreativ-investieren.de/die-5-groessten-bedrohungen-fuer-unseren-wohlstand-wie-das-kartenhaus-in-sich-zusammenbricht/ https://kreativ-investieren.de/die-5-groessten-bedrohungen-fuer-unseren-wohlstand-wie-das-kartenhaus-in-sich-zusammenbricht/#comments Sat, 09 May 2020 07:00:44 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4657

Krisen zeigen uns immer wieder auf, wie fragil der vermeintliche Wohlstand ist, an den wir uns im Laufe der Zeit so sehr gewöhnt haben. Ganz nüchtern betrachtet, haben es sich ...

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Krisen zeigen uns immer wieder auf, wie fragil der vermeintliche Wohlstand ist, an den wir uns im Laufe der Zeit so sehr gewöhnt haben. Ganz nüchtern betrachtet, haben es sich viele Menschen in einem Kartenhaus bequem gemacht, das bei der geringsten Erschütterung in sich zusammen zu brechen droht. Das Problem dabei ist, dass die meisten sich gar nicht darüber im Klaren sind, dass unser Wohlstand täglich zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt ist. Wer also den Status Quo für selbstverständlich erachtet, der begeht womöglich einen großen Fehler. In diesem Beitrag möchten wir dir daher die (aus unserer Sicht) 5 größten Bedrohungen für unseren Wohlstand präsentieren:

1. Soziale und politische Unruhen

Soziale und politische Unruhen gehören schon seit Jahrhunderten zu den klassischen Auslösern dramatischer gesellschaftlicher Veränderungen. Leider lässt sich oft erst in der Retrospektive beurteilen, ob diese gesellschaftlichen Veränderungen eher positiv oder negativ zu beurteilen sind. So hat beispielsweise die Französische Revolution einerseits den Weg geebnet für unser heutiges modernes Verständnis von Demokratie, hat aber andererseits in letzter Konsequenz auch zu Terror, Krieg und wirtschaftlichem Schaden geführt. Ganz unabhängig davon, wie politische und soziale Veränderungen letztendlich historisch bewertet werden, so bringen sie doch die bestehende Ordnung zunächst einmal durcheinander. Die daraus resultierende Verunsicherung wirkt sich auch auf das wirtschaftliche Geschehen aus, da die Vorhersagbarkeit (und Planbarkeit) der wirtschaftlichen Aktivitäten darunter leidet. Aktuelle Beispiele dafür sind die verstärkt nationalistischen Tendenzen in der Europäischen Union (u.a. Brexit), große Flüchtlingsströme, oder unerfahrene/unberechenbare Politiker in Schlüsselpositionen.

2. Aggressive Geldpolitik der Notenbanken

Die Zeiten in denen Geld lediglich ein Hilfsmittel war, um den gegenseitigen und direkten Austausch von Waren überflüssig zu machen, sind lange vorbei. Die sogenannte Geldpolitik ist inzwischen zu einem zentralen Instrument der Steuerung des wirtschaftlichen Geschehens geworden. Geldpolitische Maßnahmen werden dabei in erster Linie über den Leitzins gesteuert. Die Zentralbanken legen also einen bestimmten übergreifenden Zinssatz (Leitzins) fest und regulieren damit einerseits die Kosten für Kredite und andererseits die Inflation und die Guthabenzinsen. Aktuell befinden wir uns de facto in einer Phase der Nullzinspolitik, was bedeutet, dass Kredite extrem billig sind und es für Ersparnisse so gut wie keine Zinsen mehr gibt. Die Konsequenz daraus ist, dass es sowohl für Unternehmen, als auch für Individuen derzeit sehr attraktiv ist, Kredite aufzunehmen. Die Wirtschaft wird dementsprechend geradezu mit Geld geflutet. Sparen lohnt sich auf Grund der fehlenden Zinsen nicht, daher wird das Geld einfach ausgegeben. Der daraus resultierende positive Effekt ist, dass die Wirtschaft belebt wird und letztendlich auch die Arbeitslosenzahlen sinken, wodurch die Wirtschaft abermals angekurbelt wird. Die Kehrseite der Medaille ist, dass eine Senkung des Leitzinses durchaus ein sinnvolles Instrument sein kann, die Wirtschaft zu stützen. Die Wahrheit ist jedoch, dass wir uns seit der großen Finanzkrise 2008 in einer andauernden Niedrigzinsphase (also im zinspolitischen Krisenmodus) befinden. Sollte erneut eine Krise anstehen, gibt es keinerlei geldpolitischen Spielraum mehr. Neben der inflationsbedingten schleichenden Enteignung wird irgendwann einmal der Tag kommen, an dem die angehäuften Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden können.

3. Übermäßiger Kapitalismus und daraus resultierender moralischer Verfall

Heutzutage folgen die meisten Wirtschaftssysteme kapitalistischen Grundsätzen. Man kann davon halten was man will, aber Wohlstand, so wie wir ihn kennen, beruht zu einem großen Teil auf diesen kapitalistischen Prinzipien. Die Grundidee ist dabei, dass Angebot und Nachfrage den Preis für eine Ware bestimmen. Handelt es sich also um ein knappes Gut, welches auf eine starke Nachfrage trifft, so ist mit hohen Preisen zu rechnen. Das System ist daher grundsätzlich sehr logisch und berechenbar. Wer beispielsweise Aktien kauft, der hofft oft auch darauf, dass die Nachfrage nach den eigenen Aktien steigt, sodass diese für einen höheren Preis verkauft werden können. Das Resultat sind Kursgewinne. Dieses Prinzip lässt sich auf alle Waren übertragen. Als moralisch fragwürdig könnte jedoch die Tendenz angesehen werden, dass auch immer mehr überlebensnotwendige Waren nach den Prinzipien von Angebot und Nachfrage gehandelt werden. Wer beispielsweise derzeit mit dem Gedanken spielt, sich ein Eigenheim zuzulegen, der wird schnell feststellen, dass in wirtschaftlichen Ballungszentren Wohnraum nahezu unerschwinglich teuer geworden ist. Nun mag man sich darüber vielleicht ärgern, kann jedoch auf weniger teure Wohngegenden (z.B. im ländlichen Raum) ausweichen. Es gibt also in vielen Fällen Möglichkeiten, ein bestimmtes Gut zu substituieren. Kritisch wird es, wenn es sich um Waren handelt, die der Grundversorgung zuzuordnen sind. Wer sich beispielsweise keine Nahrung oder medizinische Versorgung leisten kann, dessen Leben ist in Gefahr. Hieraus ergibt sich eine moralische Frage. Wann ist Kapitalismus wünschenswert und wann stellt er eine Gefahr dar? Hier gibt es also ein Paradoxon. Einerseits ist der Kapitalismus die Quelle unseres Wohlstandes, andererseits kann übermäßiger Kapitalismus auch eine Gefahr darstellen.

4. Fortschreitende Globalisierung

Bei der Globalisierung kommt es – ähnlich wie beim Kapitalismus – auf die Dosierung an. Grundsätzlich war die Globalisierung in der Vergangenheit ein entscheidender Treiber für die wirtschaftliche Entwicklung. Der zunehmende Entfall von Handelsbarrieren in Verbindung mit günstigen Transportmöglichkeiten, hat dazu geführt, dass Lieferketten immer globaler und komplexer werden. Diese Komplexität kann jedoch auch zur Bedrohung werden. Spätestens die Corona Epidemie hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, wie abhängig wir von unseren internationalen Handelspartnern sind. Sollte nun – sei es auf Grund von Naturkatastrophen, Seuchen oder politischen Spannungen – ein wichtiger Handelspartner sich dazu entschließen uns nicht mehr zu beliefern, gerät die Wirtschaft ins Wanken. Globalisierung bedeutet also immer auch Abhängigkeit. Man sollte sich daher ganz genau überlegen, auf welchen Handelspartner man sich verlässt und wie stabil diese Beziehung langfristig sein wird.

5. Irreversible Umweltschäden

Seit der Industrialisierung hat der Mensch unserem Planeten gravierende Schäden zugefügt. Dies äußert sich zum einen in der rückläufigen Artenvielfalt auf der Erde, zum anderen aber auch im sich immer deutlicher abzeichnenden Klimawandel. Das Grundproblem liegt dabei in der Funktionsweise unserer Wirtschaft. Wirtschaftlicher Erfolg ist häufig mit Wachstum assoziiert. Um wachsen zu können, müssen immer neue Kunden akquiriert, bzw. neue Märkte erschlossen werden. Mit wachsenden Produktionsmengen steigt entsprechend auch der Ressourcenbedarf an Rohstoffen und Energie. Viele Rohstoffe wachsen jedoch nicht nach und können auch nur begrenzt recycelt  werden. Eines Tages werden sie also nicht mehr zur Verfügung stehen. Ähnlich sieht es mit der Energie aus. Auch hier werden viele nicht regenerative Energiequellen genutzt, die einerseits unwiederbringlich verloren gehen und andererseits den Klimawandel beschleunigen. Egal wie man persönlich zum Thema Umweltschutz steht, kann man jedoch nicht bestreiten, dass es auf einem zerstörten Planeten keinen Wohlstand mehr geben kann.

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Buchvorstellung – Tag auf Tag im Hamsterrad* https://kreativ-investieren.de/tag-auf-tag-im-hamsterrad/ https://kreativ-investieren.de/tag-auf-tag-im-hamsterrad/#comments Sat, 02 May 2020 07:00:16 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4574 Tag auf Tag im Hamsterrad Buchvorstellung

Wovon handelt das Buch? Tag auf Tag im Hamsterrad zeigt auf, dass unser destruktives Geldsystem Finanzkrisen provoziert und die meisten Menschen ärmer, kränker und unzufriedener macht. Aber gleichzeitig führt dieses ...

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Tag auf Tag im Hamsterrad Buchvorstellung

Wovon handelt das Buch?

Tag auf Tag im Hamsterrad zeigt auf, dass unser destruktives Geldsystem Finanzkrisen provoziert und die meisten Menschen ärmer, kränker und unzufriedener macht. Aber gleichzeitig führt dieses Hamsterrad paradoxerweise zu immer mehr Wirtschaftswachstum. Im ersten Teil des Buches zeigen Christopher Klein und Jens Helbig Konstruktionsfehler unseres destruktiven Geldsystems auf. Im zweiten Teil gehen Sie auf die Konsequenzen ein, die sich dadurch ergeben.

 

Warum solltest du das Buch lesen?

Du solltest das Buch lesen, weil es dir

  • auf verständliche Weise erhebliche Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem aufzeigt.
  • erklärt, welche dramatische Konsequenzen diese Konstruktionsfehler in der Realität haben.

 

Für wen eignet sich dieses Buch?

Das Buch eignet sich vor allem für

  • Finanzinteressierte, die übergeordnet mehr über unser Geldsystem lernen wollen.
  • Menschen, die Konstruktionsfehler unseres aktuellen Geldsystems verstehen wollen.
  • Leser, die wissen möchten, wie sie aus dem Hamsterrad austreten können und so zu den Gewinnern unseres Geldsystems werden.

 

Was habe ich aus dem Buch gelernt?

Ich habe durch das Buch einiges über unser aktuelles Geldsystem verstanden, was neu für mich war:

  • Unser Geldsystem hat über die Jahrhunderte zahlreiche Entwicklungen durchlebt vom Tauschmittelgeschäft, über Edelmetalle, Schuldscheine, dem Goldstandard, der Entstehung von Fiatgeld bis hin zum Buchgeld.
  • Unser heutiges Geldsystem hat erhebliche Konstruktionsfehler.
    • Konstruktionsfehler 1: Nachdem der Goldstandard in den USA 1971 abgeschafft wurde, kann Geld gegenwertslos gedruckt werden. Da Zentralbanken nun ihr Bargeld nicht mehr mit Gold hinterlegen müssen, hängt die Stabilität einer Währung nur noch von dem Vertrauen der Menschen in diese Währung ab. Das gegenwertlose gedruckte Geld kennen wir heute als Bargeld (auch Fiatgeld, Papiergeld, Scheingeld oder Zentralbankgeld genannt). Es ist ein anerkanntes gesetzliches Zahlungsmittel.
    • Konstruktionsfehler 2: Durch die Digitalisierung hat sich das Bargeld zu Buchgeld weiterentwickelt (auch Giral- oder Geschäftsbankengeld genannt). Es befindet sich nur noch als Zahlen auf deinem Konto. Dieses digitale Buchgeld stellt nur noch ein Anspruch auf Bargeld dar. Es ist kein anerkanntes gesetzliches Zahlungsmittel.
    • Konstruktionsfehler 3: In unserem heutigen Geldsystem entsteht Geld alleinig durch Kreditvergabe. Jeder neue Geldschein ist somit das Resultat aus einer Schuldenaufnahme. Diese Schulden sind gleichzeitig mit Zinsen belegt. Diese Zinsen werden bei der Kreditvergabe aber nicht mitgeschöpft. Dadurch ist die Rückzahlung aller Schulden mathematisch unmöglich. Es müssen immer wieder neue Kredite geschöpft werden und eine Schuldenspirale entsteht.
    • Konstruktionsfehler 4: Wird innerhalb des Geldsystems mehr Geld geschaffen, als in der Realwirtschaft benötigt wird, steigen Preise und Überkapazitäten fließen in die Finanzmärkte. Dort bilden sich Blasen und es kommt zu Börsencrashs.
    • Konstruktionsfehler 5: Durch den weltweiten Schuldenexport sind fast alle Währungen in US-Dollar abgesichert. Ergo, geht es der US Wirtschaft schlecht, fällt der Dollarkurs. Dies zieht die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft. Somit ist die gesamte Weltwirtschaft an dem Wohle des US-Dollars interessiert.
  • Die Geldschöpfung und der Zins- und Zinseszinsmechanismus haben dramatische Konsequenzen.
    • Konsequenz 1: Der Zinseszinseffekt macht dich zu den Verlierern eines exponentiellen Schuldensystems. Börsen entkoppeln sich dramatisch von der Realwirtschaft. Finanz- und Schuldenkrisen entstehen.
    • Konsequenz 2: Unser Geldsystem erzwingt das Wirtschaftswachstum und zwingt dich damit in ein immer schneller drehendes Hamsterrad.
    • Konsequenz 3: 99 Prozent der Menschen leiden unter der Inflation und 1% gewinnt.
    • Konsequenz 4: Das Geldsystem fördert die globale Ungleichverteilung von Geld. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer.
    • Konsequenz 5: Das Geldsystem gefährdet unsere Gesundheit.
    • Konsequenz 6: Das Geldsystem vernichtet unseren Globus.

 

Das KI-Bücher-Rating

In unserem KI-Bücher-Rating erhält Tag auf Tag im Hamsterrad 4 von 5 Sternen.

4 Sterne

 

Ein Kurzprofil des Buches

Titel: Tag auf Tag im Hamsterrad – Wie das Geld- und Wirtschaftssystem funktioniert und uns zu Hamstern macht: Geldsystem verstehen 2.0
Autor: Jens Helbig, Christopher Klein
Format: Hardcover
Seitenanzahl: 148
ISBN-13: 9783947061471
Verlag: www.klhe.de
Erscheinungsdatum: 15.03.2019
Sprache: Deutsch
Klappentext: Unser destruktives Geldsystem provoziert Finanzkrisen und macht die meisten Menschen sukzessive ärmer, kränker und unzufriedener. Genau dieses Hamsterrad führt paradoxerweise zu immer mehr Wirtschaftswachstum.Wo liegen die Ursachen dieser Tretmühle und wie kann man ausbrechen?

Im ersten Teil erfährst Du alles über die Konstruktionsfehler des Geldsystems. Erkenne die wahren, systemimmanenten Ursachen der Schulden- und Finanzkrise und verstehe, weshalb ein exponentielles Schuldgeldsystem immer wieder in gravierenden Finanzcrashs enden muss.

Der zweite Teil richtet die Aufmerksamkeit auf die Konsequenzen, die sich für uns alle ergeben. Du erfährst unter anderem, wem Zinsen wirklich nützen und weshalb 9 von 10 Menschen zu den Verlierern des Systems zählen.

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Tag auf Tag im Hamsterrad
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Alles halal oder was? Investieren nach islamischen Grundsätzen und was dabei zu beachten ist https://kreativ-investieren.de/alles-halal-oder-was-investieren-nach-islamischen-grundsaetzen-und-was-dabei-zu-beachten-ist/ https://kreativ-investieren.de/alles-halal-oder-was-investieren-nach-islamischen-grundsaetzen-und-was-dabei-zu-beachten-ist/#respond Sat, 25 Apr 2020 07:00:33 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4557

Vor einigen Wochen ließ sich ein junger Mann von Raphael und mir zu den Themen Aktien und Börse coachen. Er hatte einen festen Job und konnte jeden Monat solide Überschüsse ...

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Vor einigen Wochen ließ sich ein junger Mann von Raphael und mir zu den Themen Aktien und Börse coachen. Er hatte einen festen Job und konnte jeden Monat solide Überschüsse erwirtschaften. Nun suchte er nach Möglichkeiten, dieses überschüssige Einkommen sinnvoll zu investieren und wollte sich daher über Aktien informieren. Wir starteten also mit unserem üblichen Einsteiger Seminar und diskutierten die Themen:

  • Einschätzung der eigenen finanziellen Situation
  • Grundlagen gängiger Anlageformen
  • Anwendung in der Praxis

Im Laufe des Coachings zeigte sich, dass ein ETF-Sparplan für den jungen Mann eine interessante Option sein könnte. Er fragte uns nach einer ETF Empfehlung, woraufhin wir ihm entgegneten, dass wir grundsätzlich keine Empfehlungen aussprächen, sondern jeder Investor eigenverantwortlich Wertpapiere auswählen sollte. Auf wiederholte Nachfrage seinerseits sagten wir, dass viele Privatanleger sich für einen ETF auf den MSCI World entscheiden und gegebenenfalls noch einen „Emerging Markets“-ETF beimischen. Mit seiner Antwort hatten wir jedoch nicht gerechnet. Er sagte, dass er nicht so einfach in den MSCI World investieren könne, weil seine Religion das nicht zuließe. Langsam fingen wir an zu begreifen, worum es ging. Der junge Mann war zwar Deutscher Staatsangehöriger, seine Familie stammte jedoch ursprünglich aus Tunesien. Er war Moslem und hatte die Vermutung, dass eine Investition in den MSCI World nicht „halal“ sei, weil auch Unternehmen enthalten sein könnten, die aus seiner Sicht in ethisch fragwürdigen Branchen aktiv wären. An diese Fragestellung hatten wir bisher gar nicht gedacht und haben uns daher weiter mit der Thematik befasst.

Was bedeutet halal?

Neben rein religiösen Inhalten, gibt der Islam auch Richtlinien vor, die sich auf fast alle Lebensbereiche erstrecken. Das heißt, dass nicht nur die Beziehung zwischen dem Gläubigen und Gott geregelt ist, sondern beispielsweise auch gesellschaftliche und soziale Aspekte. Das Wort „halal“ bedeutet in diesem Zusammenhang einfach so viel wie „erlaubt“. Wenn etwas also „halal“ ist, dann kann es so interpretiert werden, dass es nach islamischer Auffassung regelkonform ist. Das Gegenteil von „halal“ wäre „haram“ – das Verbotene. Wer nun also religiös lebt, den beeinflussen die islamischen Regeln unter Umständen auch in seinen Finanzgeschäften. „Unter Umständen“ sage ich deshalb, weil es teilweise unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was nun halal oder haram ist. Betroffene Bereiche aus der Welt der Finanzen sind in der Regel:

  1. Zinsen (siehe „Riba“)
  2. Spekulation (siehe „Gharar“)
  3. Wetten & Glücksspiel (siehe „Quimar“ & „Maysir“
  4. Unethische Geschäfte (siehe „Haram“)
  5. Beteiligung an Gewinn und Verlust

Wie kann man investieren, ohne gegen religiöse Werte zu verstoßen?

Ich denke, dass bis hierhin bereits deutlich geworden sein sollte, dass es einige Dinge zu beachten gilt und manchmal gar nicht so einfach ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Genau aus diesem Grund, gibt es Finanzdienstleister, die sich darauf spezialisiert haben, „halal“ Investments anzubieten. Anders ausgedrückt: Es gibt Anlageprodukte, die versprechen, ausschließlich Islam-konforme Investitionen zu tätigen. Auch für Moslems gibt es also die Möglichkeit z.B. in den MSCI World zu investieren. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die Fondsgesellschaft aus dem Index die Aktien derjenigen Unternehmen entfernt, die (nach Ansicht von Religionsexperten) nicht halal sind. Der eigentliche MSCI World besteht aus über 1.600 Aktien, die in 23 Ländern beheimatet sind. Die Fonds der Produktgruppe iShares (gehören zum weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock) gibt es sowohl in der klassischen Variante (komplette Abbildung des MSCI World), als auch in der islamkonformen Variante.

Gibt es Unterschiede in der Performance?

Wenn wir beim Beispiel des MSCI World bleiben, dann dürfte die meisten Anleger interessieren, ob es zwischen der „normalen“ und der islamkonformen Variante Unterschiede bei der Rendite gibt. Dazu schauen wir uns am besten die Kurscharts der entsprechenden ETFs von iShares an (siehe Abbildung 1 & Abbildung 2). Dabei ist unbedingt zu beachten, dass nicht die absoluten Werte verglichen werden sollten (also die Werte auf der Y-Achse), sondern nur der Chartverlauf. Im direkten Vergleich wird ersichtlich, dass die Kursverläufe sich sehr stark ähneln. Bewegt sich der „originale“ MSCI World in eine bestimmte Richtung, dann gilt das auch für den islamischen MSCI World. Die grundsätzliche Ausrichtung scheint sich also kaum zu unterscheiden, obwohl sich im islamischen ETF lediglich knapp 500 Aktien befinden, statt 1600 Stück in der klassischen Variante. Es fällt allerdings auf, dass der Chartverlauf des islamischen ETF etwas volatiler wirkt, was angesichts der deutlich geringeren Anzahl abgebildeter Positionen aber nicht verwunderlich ist. Spannend ist auch der Blick auf die Performance der beiden ETF’s (siehe Abbildungen 3 & 4). In den Abbildungen bestätigt sich die Vermutung, die sich aus der Betrachtung des Chartverlaufs ergeben hat. Die grundsätzliche Performance beider Fonds ist durchaus vergleichbar. Im Detail zeigt sich jedoch, dass die Performance des islamischen MSCI World etwas schlechter ist, als die des originalen MSCI World.

 

Abbildung 1: Chartverlauf eines “klassischen” MSCI World ETF von iShares; Stand: 22.04.2020; Quelle: Comdirect

 

 

Abbildung 2: Chartverlauf eines “islamischen” MSCI World ETF von iShares; Stand: 22.04.2020; Quelle: Comdirect

 

Abbildung 3: Performance eines “klassischen” MSCI World ETF von iShares; Stand: 22.04.2020; Quelle: justETF

 

 

Abbildung 4: Performance eines “islamischen” MSCI World ETF von iShares; Stand: 22.04.2020; Quelle: justETF

Woher kommen die Performance Unterschiede?

Interessant ist die Frage nach der Ursache der unterschiedlichen Rendite beider Fonds. Zum einen liegt es natürlich daran, dass im islamischen MSCI World nur weniger als ein Drittel der Aktien vertreten sind, die eigentlich Bestandteil des MSCI World Index sind. Dies führt jedoch in erster Linie dazu, dass die erwartete Volatilität etwas höher ist, denn die Entwicklung einzelner Aktien fällt natürlich entsprechend stärker ins Gewicht. Anders ausgedrückt: Bei einer Zusammenstellung aus mehr als 1600 Aktien hat eine einzelne Aktie nur einen verschwindend geringen Einfluss auf die Performance. Besteht der Fonds jedoch nur aus 500 Aktien, ist die Entwicklung einer einzelnen Aktie statistisch gesehen dreimal so gewichtig. Zum anderen liegt die Vermutung nahe, dass insbesondere diejenigen Unternehmen, die nicht unbedingt als „halal“ einzustufen sind, oft überdurchschnittliche Gewinne abwerfen. Allein der Blick auf die jeweils 10 größten Positionen beider ETFs lässt erahnen, dass in der islamischen Variante einige Schwergewichte aussortiert worden sind (siehe Abbildung 5 & 6). Während im klassischen MSCI World vorranging Unternehmen aus den Bereichen Software, Internetkommerz, und Finanz vertreten sind, sieht dies in der halal Version ganz anders aus. Dort sind vorrangig Pharmaunternehmen und Konsumgüter vertreten. Insgesamt gibt es in den Top 10 Positionen beider ETFs nur 2 Übereinstimmungen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Performance dennoch relativ vergleichbar ist, hat mich dieser Umstand überrascht.

Abbildung 5: Die 10 größten Positionen im “klassischen” MSCI World ETF von iShares; Stand: 22.04.2020
Abbildung 6: Die 10 größten Positionen im “islamischen” MSCI World ETF von iShares; Stand: 22.04.2020

Ist es denn nun halal, wenn man in einen islamischen Fonds investiert?

Man könnte nun meinen, dass die Investition in einen islamischen ETF automatisch bedeutet, dass die Gewinne „halal“ sind. Dennoch müssen weitere Dinge beachtet werden. So kann es beispielsweise sein, dass ein ETF Dividenden an seine Anleger ausschüttet (oder diese wieder in den Fonds reinvestiert). Grundsätzlich ist das für die meisten Investoren eine erfreuliche Sache, allerdings gibt es da noch ein Problem: die Zinsen. Weiter oben in diesem Artikel haben wir schon gelernt, dass Zinsen nach islamischer Lehre kritisch sind. Dividenden sind selbst zwar keine Zinsen und daher eigentlich ok, aber man muss auf die Herkunft der Erträge achten. Dividenden sind nichts anderes, als eine Gewinnausschüttung an die Aktionäre. Wenn aber diese Gewinne auf Zinserträge zurückzuführen sind, dann sind sie vielleicht nicht mehr halal. Dann wird eine sogenannte Dividendenreinigung erforderlich. Das heißt, dass die Fondsgesellschaft die Anleger darüber informiert, welcher Teil der Dividende als rein bzw. als unrein angesehen wird. Es liegt dann in der Verantwortung des Anlegers, sich der unreinen Anteile zu entledigen. Dies kann beispielsweise durch Spenden an eine gemeinnützige Organisation geschehen.

Fazit: halal ETFs können eine attraktive Investitionsmöglichkeit darstellen

Lange Zeit war ich mir nicht der Problematik bewusst, der viele muslimische Anleger gegenüberstehen. Nicht jedes Unternehmen kann als „rein“ oder „halal“ im religiösen Sinne betrachtet werden und kommt für Investitionen in Frage. Beliebte Indizes, wie der MSCI World, der die Basis für viele ETFs bildet, beinhalten aber eben auch Aktien die nicht halal sind. Als Lösung für diese Zwickmühle gibt es aber auch ETFs, in denen die kritischen Unternehmen durch religiöse Gelehrte „aussortiert“ worden sind. In diesen Fonds sind dann also nur noch Unternehmen abgebildet, die als unbedenklich einzustufen sind. Nun kann man von Religion halten, was man möchte – das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke aber, dass halal bzw. islamische ETFs auch für Nicht-Muslime attraktiv sein können. Die Performance ist durchaus vergleichbar mit den klassischen Indexfonds. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass dort nur noch Unternehmen vertreten sind, die gewissen ethischen und moralischen Standards genügen. Gerade in der heutigen Zeit wird für viele Menschen das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Vielleicht könnte auch für diese Personengruppe ein Investment in solche Fonds interessant sein. Bei dem hier diskutierten islamischen Fonds handelt es sich übrigens um den „iShares MSCI World Islamic UCITS ETF“ mit der Wertpapierkennnummer A0NA46. Hinter dem Fonds steht die Firma BlackRock, die eine Kooperation mit dem Depotanbieter Trade Republic* hat. Bei Trade Republic* (und bei einigen anderen Depotanbietern auch) kann in den Fonds mit einem kostenlosen Sparplan investiert werden.

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ETFs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie eine breite Risikostreuung bieten und eine gute Rendite versprechen. Möchten Sie sich ein passives Einkommen durch Dividendenzahlung sichern, können Sie einen Dividenden-ETF ...

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Dividenden

ETFs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie eine breite Risikostreuung bieten und eine gute Rendite versprechen. Möchten Sie sich ein passives Einkommen durch Dividendenzahlung sichern, können Sie einen Dividenden-ETF wählen. Bei solchen ETFs liegt der Fokus auf Dividendenaristokraten unter den Aktien.

Passives Einkommen mit Dividendenaristokraten

Ein ETF hat den Vorteil, dass er einen Index abbildet und Sie nicht in Einzelaktien investieren müssen. Entscheiden Sie sich für einen Dividenden-ETF, ist gleich eine ganze Reihe dividendenstarker Aktien enthalten. Von Dividendenaristokraten ist die Rede, wenn eine Aktiengesellschaft über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren eine hohe Dividendenzahlung geleistet und die Dividendenzahlung in jedem Jahr erhöht hat.
Wie oft die Dividendenausschüttung erfolgt, hängt vom ETF und den darin gelisteten Aktien ab. Deutsche Aktiengesellschaften zahlen die Dividende einmal im Jahr, während US-amerikanische Unternehmen die Dividende quartalsweise zahlen. Bei einem ausschüttenden Dividenden-ETF kann die Auszahlung einmal jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich erfolgen.
Bei den Dividenden-ETFs kann es sich auch um thesaurierende ETFs handeln. Die Dividende wird dann immer wieder in Fondsvermögen angelegt. Für Sie als Anleger bedeutet das, dass Sie vom Zinseszins profitieren und immer mehr ETF-Anteile durch die Wiederanlage erhalten. Das bedeutet automatisch eine immer höher ausfallende Dividendenzahlung.

Auf den Index kommt es an

Um eine attraktive Dividendenzahlung zu erhalten, kommt es auf den richtigen Index an, der durch den ETF abgebildet wird. Es gibt Dividenden-Indizes, die nur die dividendenstärksten Unternehmen eines größeren Indexes enthalten. Solche Dividenden-Indizes sind

  • DivDAX mit den 15 dividendenstärksten Titeln des DAX, die gemessen an der Marktkapitalisierung die größten und liquidesten deutschen Aktiengesellschaften sind
  • EURO STOXX Select Dividend 30 Index mit den 30 dividendenstärksten Titeln der Euro-Zone, die Bestandteil des EURO STOXX sind
  • UK Dividend Index mit Aktien der 50 dividendenstärksten Unternehmen aus Großbritannien, die Bestandteil des FTSE 350 sind
  • STOXX Global Select Dividend 100 Index mit Aktien der 100 dividendenstärksten Unternehmen aus dem STOXX Global 1800
  • S&P High Yield Dividend Aristocrats Index mit 60 Titeln US-amerikanischer Dividendenaristokraten aus dem S&P 1500.Für die Aufnahme der Unternehmen in einen Dividendenindex gelten abhängig vom Index unterschiedliche Aufnahmekriterien. Die Dividende pro Aktie darf in den letzten fünf Jahren nicht gesunken sein oder eine Dividendenrendite in einer bestimmten Höhe muss prognostiziert werden. Außer den genannten Indizes gibt es noch verschiedene weitere Dividenden-Indizes. Die Dividenden-ETFs werden von verschiedenen Emittenten angeboten, beispielsweise von iShares oder SPDR.

Was Sie bei der Wahl von Dividenden-ETFs beachten sollten

Auf ETFs24 wird beschrieben, was Sie beachten sollten, wenn Sie in einen Dividenden-ETF investieren möchten. Der ETF sollte sich durch eine langfristig gute Renditeentwicklung auszeichnen. Er sollte über ein möglichst hohes Fondsvolumen verfügen, damit er nicht aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit liquidiert wird. Das Fondsvermögen des SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF liegt bei satten 2.775 Millionen Euro. Auch das Fondsvermögen des iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) kann sich mit 1.286 Millionen Euro sehen lassen.
Ein weiterer Aspekt bei der Wahl eines Dividenden-ETFs ist die Gesamtkostenquote (TER). Bei den Dividenden-ETFs liegt sie mit 0,29 bis 0,50 Prozent jährlich auf das Anlagevolumen im mittleren Bereich. Auch wenn viele Broker kostenlose ETFs anbieten, müssen Sie die Gesamtkostenquote zahlen. Sie wird vom Emittenten erhoben und enthält verschiedene Kosten des Emittenten, beispielsweise Betriebskosten, Lizenzgebühren für die Nachbildung des Indexes und Vertriebsgebühren. Der Broker hat darauf keinen Einfluss. Eine niedrige Gesamtkostenquote bedeutet nicht automatisch eine hohe Dividendenzahlung oder eine hohe Rendite. Sie sollten vor allem auf eine gute Renditeentwicklung und eine hohe zu erwartende Dividendenausschüttung achten.

Der ETF-Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau

In einen Dividenden-ETF können Sie mit einer Einmaleinzahlung oder mit einem Sparplan investieren. Ein Sparplan ist gut für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet. Schon mit einer niedrigen monatlichen Einzahlung können Sie langfristig ein attraktives Vermögen aufbauen. Dividenden-ETFs sind für einen Sparplan hervorragend geeignet. Thesaurierende ETFs sind aufgrund des Zinseszins-Effektes zu empfehlen. Bei einigen Brokern kann bei einem ausschüttenden Dividenden-ETF die automatische Wiederanlage der Dividende in Fondsvermögen erfolgen.
Die monatliche Sparrate für einen Sparplan kann bei einigen Brokern schon mit 25 oder 50 Euro gewählt werden. Die Einzahlung ist monatlich möglich. Die meisten Broker ermöglichen auch eine zweimonatige, quartalsweise oder halbjährliche Einzahlung. Sie müssen darauf achten, welche Dividenden-ETFs sparplanfähig sind. Der Sparplan ist flexibel und kann jederzeit gekündigt werden.

Fazit: Dividenden-ETFs überzeugen mit guter Ausschüttung

Das Webportal ETFs24 informiert über Investitionsmöglichkeiten mit ETFs. Diese ETFs können für zahlreiche Indizes gewählt werden. Dividenden-ETFs beziehen sich auf einen Dividenden-Index. Für die Aufnahme von Unternehmen in einen Dividenden-Index gelten verschiedene Kriterien. Es handelt sich um die Unternehmen mit der höchsten Dividendenzahlung oder Dividendenrendite innerhalb eines Indexes. Bei den Dividenden-ETFs handelt es sich meistens um ausschüttende ETFs. Für einen langfristigen Vermögensaufbau mit einem Dividenden-ETF ist ein ETF-Sparplan gut geeignet.

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Misserfolge beim Investieren, während alle anderen Gewinne einfahren: Wie soll ich damit umgehen? https://kreativ-investieren.de/misserfolge-beim-investieren-waehrend-alle-anderen-gewinne-einfahren-wie-soll-ich-damit-umgehen/ https://kreativ-investieren.de/misserfolge-beim-investieren-waehrend-alle-anderen-gewinne-einfahren-wie-soll-ich-damit-umgehen/#comments Sat, 11 Apr 2020 07:00:48 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4528

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich nun schon mit Finanzen und Investitionen. Wie in wohl allen Lebenslagen gilt auch hier der Leitspruch, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. ...

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Seit vielen Jahren beschäftige ich mich nun schon mit Finanzen und Investitionen. Wie in wohl allen Lebenslagen gilt auch hier der Leitspruch, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Selbst, wer schon viel Erfahrung beim Investieren hat, dem können noch Fehler unterlaufen. Schließlich verschießt auch ein Profi-Fußballer ab und zu mal einen Elfmeter 😉 Fehler und Misserfolge können manchmal sehr schmerzhaft sein (besonders wenn sie hätten vermieden werden können). Dennoch können Fehler auch gewissermaßen ein Segen für Investoren sein, denn aus Fehlern KANN man lernen. Leider ist es aber gerade beim Investieren häufig der Fall, dass Fehler nicht erkannt, kleingeredet oder sogar verschwiegen werden! Meiner Meinung nach, wird durch ein solches Verhalten eine wertvolle Chance vertan und das teure Lehrgeld verpufft wirkungslos.

Wie man besser nicht an der Börse starten sollte…

Wer sich beispielsweise mit Aktieninvestments beschäftigt und vielleicht auch einige Bücher* zu dem Thema liest, der fühlt sich in der Regel einigermaßen gut informiert. Wer nun voller Elan die ersten Schritte an der Börse tätigt und sogar die ersten kleinen Gewinne realisiert, der wird sich freuen. Werden häufiger Gewinne eingefahren, werden vielleicht auch die Investitionen riskanter. Früher oder später kommt dann der Tag, an dem ein Aktienkurs sich negativ entwickelt. Anfangs wird das vielleicht noch ignoriert. Man beruhigt sich dann mit dem Gedanken „die Aktie wird sich sicher irgendwann wieder erholen“. Aber tatsächlich erholt sie sich nicht. Ganz im Gegenteil: sie fällt und fällt. Dann steht man vor der Frage, wie man sich verhalten soll. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Privatinvestoren in einem solchen Fall ihre Aktien wohl nicht verkaufen würden. Ein Teil der Anleger würde versuchen die negative Entwicklung einfach „auszusitzen“. In vielen Fällen wird diese Vorgehensweise allerdings nicht von Erfolg gekrönt sein. Es gibt aber meiner Meinung nach sogar eine noch schlechtere Alternative. Wer sich absolut sicher ist, dass eine Aktie irgendwann wieder steigen wird, der könnte auch auf die Idee kommen, einfach noch mehr Aktien von dem Unternehmen zu kaufen. Dadurch würde schließlich der durchschnittliche Kaufpreis je Aktie sinken. Diese Vorgehensweise ist brandgefährlich und ich kenne mehrere Beispiele (auch aus eigener Erfahrung), in denen diese Strategie mächtig in die Hose gegangen ist!

Die Selbstreflexion: Wenn das eigene Verhalten hinterfragt wird

Um überhaupt aus Fehlern lernen zu können, muss man zunächst einmal erkennen, wann einem ein solcher unterlaufen ist. Der Schlüssel hierzu liegt in der Selbstreflexion und der regelmäßigen Analyse des eigenen Investitionserfolges. Die meisten Menschen werden mir wohl zustimmen, dass es sich bei dem gerade beschriebenen Börsenbeispiel schlichtweg um eine Fehlinvestition handelt. Als neutraler Beobachter fällt es uns also scheinbar sehr leicht, einen Fehler zu erkennen. Schwieriger wird es, wenn man möglicherweise selbst einen solchen Fehler begangen hat. Wer eine Aktie gekauft hat, der glaubt meistens auch an das Unternehmen, das sich dahinter verbirgt. Wenn sich nun aber eine Entwicklung einstellt, die nicht die eigene Meinung widerspiegelt, dann wird es problematisch. Ein absolut rationaler Mensch müsste sich spätestens jetzt die Frage stellen, ob er möglicherweise einen Fehler begangen hat. Da wir als Privatinvestoren aber meistens nicht 100% rational sind, wird gar nicht erst hinterfragt, ob wir richtig gehandelt haben. Wir nehmen es einfach an. Befeuert wird dieses Verhalten durch Mitmenschen (manchmal auch Finanzblogger), die scheinbar grenzenlos erfolgreich sind und niemals einen Fehler begehen… Vergesst es! Jeder Investor liegt hin und wieder daneben – auch Legenden wie Warren Buffet! Der Unterschied liegt im Wesentlichen aber darin, dass sehr erfolgreiche Investoren ihre Fehler erkennen und aus ihnen lernen.

Beim Investieren kommt es auch auf die Erfahrung an!

Wer als Kind einmal auf die heiße Herdplatte gefasst hat, der wird in Zukunft vorsichtiger durch die Küche gehen. Bei Investitionen sollte das Grundprinzip genau das Gleiche sein. Insbesondere bei Anfängern lässt es sich wohl nicht vermeiden, dass man Fehler begeht. Das gilt übrigens nicht nur für Aktieninvestments, sondern auch für andere Anlageformen, wie z.B. Immobilien. Das ist allerdings ganz normal. Wenn Investieren so einfach wäre, dass man nur ein Buch lesen müsste, um anschließend ein außerordentlich erfolgreicher Investor zu werden, dann würde es wohl jeder machen. Ich persönlich denke, dass es viel wichtiger ist, die Dinge zunächst einmal selbst auszuprobieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Hat man eine Anlageform gefunden, für die man sich interessiert, muss man einfach vorsichtig mit der Umsetzung beginnen. Um das „learning by doing“ kommt man aber nicht herum. Wer langfristig am Ball bleibt und die eigenen Fehler analysiert, der kann tatsächlich sehr erfolgreich werden. Ich denke daher, dass man beim Investieren nicht zwangsläufig jung und dynamisch sein muss, sondern dass es auf die Erfahrung ankommt und auf den Umgang mit den eigenen Misserfolgen. Nicht umsonst heißt es in vielen modernen Unternehmen sogar, dass Misserfolge und gescheiterte Projekte gefeiert werden, weil es sich um potenziell wertvolle Lektionen handelt.

Offen über die eigen Fehler sprechen

Auch ich habe in den vergangenen Jahren schon einige Fehlinvestitionen getätigt, für die ich Lehrgeld gezahlt habe. Es hat mich jedoch nicht davon abgehalten weiterhin an der Börse zu investieren. Ich bin sogar ein sehr begeisterter Investor! Ich möchte dennoch an dieser Stelle noch ganz kurz meine größten Investitionsfehler offenlegen und euch so vielleicht davor bewahren, diese Fehler ebenfalls zu begehen. Wahrscheinlich werdet ihr diese Lektion aber sowieso selbst lernen müssen 😉 Meine größten Fehler waren jedenfalls:

  1. Impulskäufe: Aktien solltet ihr lieber nicht aus dem Bauch heraus kaufen, sondern ihr solltet euch eigene Investitionsprinzipien bzw. –Regeln definieren.
  2. Verstoß gegen eigene Investitionsregeln: Die eigenen Regeln können noch so gut sein… Wer sie allerdings nicht befolgt, dem können schnell Fehler unterlaufen.
  3. Investition in „gehypte“ Branchen: Man muss nicht in alle Branchen investieren, die gerade im Trend liegen. Oft handelt es sich um Blasen (z.B. Kryptowerte, Cannabisaktien), die nicht zum langfristigen Erfolg führen.
  4. Pennystocks: Aktien, deren Kurs bei nur wenigen Cent liegt, sind meistens nicht besonders seriös. Wer damit handelt, sollte sich bewusst sein, dass es sich um sehr risikoreiche Wertpapiere handelt.
  5. Aktienempfehlungen von Freunden: Mit Freunden kann man über vieles reden. Gerne auch über Finanzen. Vermeintlichen „Geheimtipps“ von Freunden sollte man aber nicht blind vertrauen.

Fazit: Fehler können wertvoll sein, wenn man bereit ist sie zu akzeptieren

Ein rationaler Investor kann (oder besser: muss!) aus seinen Fehlern lernen. Fehler zu begehen, das ist bei komplexen Finanzgeschäften nahezu unvermeidlich. Gerade deswegen ist es besonders wichtig, über genügend Selbstreflexion und Rückgrat zu verfügen. Wenn man nicht darüber reden mag, dann ist das absolut ok. Entscheidend ist, dass man für sich selbst die richtigen Schlüsse zieht. Wer sich übrigens gerade mit dem Thema Aktien beschäftigt und vielleicht mit dem Gedanken spielt, dein erstes Depot zu eröffnen, dem empfehle ich den Anbieter Trade Republic*. Trade Republic* empfehle ich nicht nur, weil ich eine Provision für jedes vermittelte Depot bekomme, sondern aus tiefer Überzeugung. Gerade als Anfänger lassen sich Fehler wahrscheinlich kaum vermeiden. Wer ein kostenloses Depot bei Trade Republic* besitzt, den werden einige Fehler weniger hart treffen. Die Bedienung ist absolut leicht und intuitiv, sodass man beim Aktienkauf & -Verkauf relativ wenig falsch machen kann. Außerdem sind die Handelsgebühren extrem günstig (1€ pro Trade), sodass man auch relativ kleine Summen in Einzelaktien investieren kann, ohne auf Grund von überzogenen Transaktionskosten kleine Investments nur äußerst unwirtschaftlich tätigen zu können. Wer sich eine Investition in Einzelaktien nicht zutraut, dem steht dort auch eine ganze Palette von ETFs zur Verfügung. Das ist allerdings nur meine ganz persönliche Meinung und letztendlich erfüllt jedes Depot (also auch bei anderen Anbietern) seinen Zweck.

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Mein Konten-System: Wie investiere ich mein monatliches Gehalt? https://kreativ-investieren.de/mein-konten-system-wie-investiere-ich-mein-monatliches-gehalt/ https://kreativ-investieren.de/mein-konten-system-wie-investiere-ich-mein-monatliches-gehalt/#comments Sat, 04 Apr 2020 07:00:09 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4486

Erfreulicherweise fragen uns aufgrund unseres Finanzblogs immer mehr Menschen um Rat bei ihren Finanzen. In diesem Zusammenhang werde ich häufiger gefragt, wie ich monatlich mein Gehalt investiere. Deshalb habe ich ...

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Erfreulicherweise fragen uns aufgrund unseres Finanzblogs immer mehr Menschen um Rat bei ihren Finanzen. In diesem Zusammenhang werde ich häufiger gefragt, wie ich monatlich mein Gehalt investiere. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen in diesem Blogartikel auf mein derzeitiges Konten-System einzugehen. Im ersten Abschnitt beschreibe ich dazu mein aktuelles Konten-System und warum ich welche Konten gewählt habe. Im zweiten Abschnitt gehe ich darauf ein, wie ich mein Erspartes investiere und in welche Finanzprodukte.

Mein derzeitiges Konten-System

In der Finanzblogger-Szene ist immer wieder die Rede vom 3-Konten-System. Ziel des 3-Konten-Systems ist es, dass du dein monatliches Gehalt regelmäßig über Daueraufträge auf drei verschiedene Konten aufteilst:

  • ein Fixkostenkonto für deine Fixkosten,
  • ein Sparkonto zum Sparen, und
  • ein Spaßkonto für deine Freizeitausgaben

Ich selbst bin ein absoluter Fan des 3-Konten-Systems. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Konzept auf ein 5-Konten-System ausgeweitet. Das bedeutet ich teile mein monatliches Gehalt über regelmäßige Daueraufträge auf fünf verschiedene Konten auf. Zusätzlich zu den drei oben aufgelisteten Konten habe ich

  • ein Haushaltskonto für meine Haushaltsausgaben und
  • ein Bildungskonto für regelmäßige Weiterbildungen.

Darüber hinaus habe ich zwei weitere Konten, auf welche ich jedoch nur einmalig Geld eingezahlt habe: ein Sicherheitskonto und ein Geschäftskonto. Im weiteren Verlauf erkläre ich dir den Zweck von jedem Konto und zeige dir welche Anbieter ich verwende.

Mein-aktuelles-5-Kontensystem
Mein aktuelles 5-Konten-System

Konten-System Optional: Mein Sicherheits- und Geschäftskonto

Neben meinem Konten-System für regelmäßige monatliche Zahlungen besitze ich ein Sicherheits- und Geschäftskonto auf welchem ich einen einmaligen Betrag eingezahlt habe. Mein Sicherheitskonto dient als eine Rücklage für absolute Notfälle. Im Rahmen meines Konten-Systems halte ich immer drei Nettogehälter als Sicherheit auf diesem Konto vor. Für mein Sicherheitskonto verwende ich Festgeldangebote von Weltsparen*, da diese relativ gute Zinsen bieten. Mein Geschäftskonto dient dazu private von geschäftlichen Finanzen zu trennen. Hierzu verwenden wir das kostenlose Geschäftskonto von Penta*. Paul und ich haben uns für Penta* aufgrund der kostenlosen Kontoführung inklusive gebührenfreier Business-Mastercard entschieden. Außerdem können wir bei Penta* 10 Überweisungen im Monat kostenlos tätigen, jede weitere kostet 10 Cent.

Konten-System Teil 1: Mein Fixkostenkonto

Für meine monatlichen Fixkosten verwende ich das Girokonto der Consorsbank. Über dieses Konto bezahle ich unter anderem fixe Kosten wie z.B. Miete, Strom, Heizung, Fitnessstudio, Versicherungen, Nahverkehr sowie Kommunikationskosten. Diese Fixkosten habe ich in meinem Haushaltsbuch aufgelistet. Sie betragen ungefähr 30% meines monatlichen Gehalts und werden per Dauerauftrag monatlich auf mein Consorsbank-Konto überwiesen. Wenn du noch kein Haushaltsbuch hast, dann kannst du dir über den Link unsere kostenlose Vorlage herunterladen. Ich selbst bin seit 2015 zufriedener Kunde bei der Consorsbank. Die Kontoführung ist kostenlos und es gibt zurzeit keine monatliche oder jährliche Gebühr. Gleichzeitig bekommt jeder Kunde ein kostenloses Girokonto, sowie eine kostenlose VISA-Debitkarte. Da meine Fixkosten per Lastschrift oder Dauerüberweisung bezahlt werden, verwende ich die beiden Karten allerdings nicht. Besonders zufrieden war ich in der Vergangenheit mit der telefonischen Kundenbetreuung. Mir wurde immer sehr schnell weitergeholfen, wenn ich einmal Dinge außer der Reihe klären musste (z.B. Einreichen eines Checks, falsche BIC eingegeben usw.).

Konten-System Teil 2: Mein Haushaltskonto

Für meine monatlichen Haushaltskosten verwende ich eine kostenlose VISA-Kreditkarte, welche ich in Kombination mit meinem DKB-Girokonto* erhalten habe. Über die Kreditkarte bezahle ich überwiegend in Supermärkten und im Online-Handel, wenn ich Dinge für meinen Haushalt besorge. Für meine Haushaltskosten habe ich ein monatliches Budget festgelegt, welches 15% meines monatlichen Gehalts beträgt. Dieses Budget überweise ich monatlich als Guthaben auf die kostenlose VISA-Kreditkarte. Ich gehe also mit meiner Kreditkarte nie ins Minus, da alle Einkäufe automatisch mit dem vorhandenen Budget verrechnet werden. Auch mit der DKB* bin ich voll und ganz zufrieden. Ebenso wie bei der Consorsbank ist das Girokonto einschließlich VISA-Kreditkarte kostenlos. Als Aktivkunde (also einem monatlichen Geldeingang über 700€) profitiere ich hier außerdem regelmäßig vom Online Cashback Programm oder kostenlosen Bargeldabhebungen (ab 50€) für den Supermarkteinkauf.

Konten-System Teil 3: Mein Spaßkonto

Für mein Spaßkonto verwende ich eine zweite VISA-Kreditkarte in Kombination mit meinem DKB-Girokonto*. Über die Kreditkarte bezahle ich meine Freizeitausgaben sowie meinen Urlaub. Für diesen Zweck habe ich ebenfalls ein festes monatliches Budget von 5% meines Monatsgehalts festgelegt. Diese 5% überweise ich wiederum als Guthaben auf die kostenlose VISA-Kreditkarte. Ich gehe also auch hier niemals ins Minus, da meine Freizeit- und Urlauskosten automatisch mit dem Guthaben verrechnet werden. Um meine Haushaltskosten von meinen Freizeit- und Urlaubskosten zu trennen, habe ich bei der DKB* online eine zweite Kreditkarte beantragt. Dies ist aber nur möglich, wenn man sein Gehaltskonto bei der DKB* hat und/oder 5000€ Guthaben auf dem Girokonto hat. Als Aktivkunde profitiere ich durch die kostenlose VISA-Kreditkarte vor allem davon, dass keine Fremdwährungsgebühr anfällt und Bargeldabhebungen weltweit kostenlos sind. Dies ist natürlich perfekt für einen Auslandsurlaub, vor allem in Ländern mit anderen Währungen.

Konten-System Teil 4: Mein Bildungskonto

Noch nicht all zulange zahle ich monatlich 5% meines Gehalts auf ein kostenloses Tagesgeldkonto von Weltsparen* ein. Das Geld verwende ich speziell für meine Aus- und Weiterbildung. Ich habe dieses Konto eröffnet, um sicherzustellen, dass ich regelmäßig in mein Humankapital investiere. Ich habe mich für den Anbieter Weltsparen* entschieden, da dieser Zugang zu attraktiven Tages- und Festgeldern aus ganz Europa bietet. Dadurch bekomme ich wenigstens einen geringen Zinssatz auf mein Geld, bevor ich es für meine Bildung ausgebe. Gleichzeitig kann ich das Geld jeden Tag abrufen, um Bücher, Online-Trainings, Schulungen, Coachings oder andere Veranstaltungen zu bezahlen.

Konten-System Teil 5: Mein Sparkonto = Gehaltskonto

Für meine Gehaltszahlungen verwende ich das kostenlose Girokonto der DKB*. Ich habe mich für die DKB* entschieden, da man hier als Aktivkunde (über 700 Euro monatlicher Geldeingang) viele zusätzliche Vorteile genießt. Zu den Vorteilen gehört:

  • weltweit kostenloses bezahlen und Geld abheben an Automaten
  • gratis Tickets für DKB live Events
  • Online Cashback-Vorteile mit bis zu 20%
  • ein Notfallpaket mit Karte oder Bargeld beim Verlust der Brieftasche im Ausland
  • keine Selbstbeteiligung bei Schäden zwischen Kartenverlust und Kartensperre

Von meinem DKB Giro-Gehaltskonto* überweise ich monatlich 45% meines Gehalts auf verschiedenen Sparkonten. Wie ich meinen monatlichen Sparbetrag investiere beschreibe ich im nächsten Abschnitt.

Mein Konten-System für meinen monatlichen Sparbetrag

Meinen monatlichen Sparbetrag von 45% meines Gehalts investiere ich überwiegend in ETFs, Einzelaktien und diversen anderen Finanzprodukten. Welche Produkte ich genau wofür verwende beschreibe ich nachfolgend:

Wie-ich-meinen-monatlichen-Sparbetrag-investiere
Wie ich meinen monatlichen Sparbetrag investiere

Investition in ETFs

Zirka 60% meines Sparbetrages investiere ich in ETFs. Meine Investitionen versuche ich breit zu streuen. Ich investiere unter anderem in Marktbreite ETFs wie den MSCI World und auch einige Branchen ETFs wie einen Digitalisierungsfonds. Für meine ETF-Investitionen verwende ich die Depots der Comdirect*, der Consorsbank* und von SmartBroker*. Ich bin Kunde bei allen drei Anbietern, da jede Bank unterschiedliche Aktions-ETFs anbietet. Diese Aktions-ETFs kann man in der Regel kostenlos besparen. Da der Depotanbieter Trade Republic* sein Angebot an kostenlos besparbaren ETFs in letzter Zeit ebenfalls deutlich ausgeweitet hat, überlege ich zukünftig ebenfalls hier in ETFs zu investieren. Die Eröffnung von verschiedenen Depots hat für mich keinerlei Nachteile. Einerseits sind die oben genannten Depotanbieter weitestgehend kostenlos für mich. Ich bezahle zurzeit keine Depotführungsgebühren. Ebenfalls zahle ich nur geringe oder keine Transaktionskosten auf Aktionssparpläne. Andererseits beeinflussen diese Depots auch nicht meinen Schufa-Score, da die Depoteröffnungen nicht an die Schufa gemeldet werden.

Investition in Einzelaktien

Zirka 30% meines Sparbetrages investiere ich in Einzelaktien. Dies ist der Teil des Investierens, der am meisten Spaß macht. Man lernt viele Unternehmen kennen, lernt wie man sie bewertet und muss eine Prognose über ihre Zukunft abgeben. Meine Investments in Einzelaktien tätige ich überwiegend über den Broker Trade Republic*. Trade Republic* ist ein reiner App-Anbieter. Aktien können nur über die Handy-App gehandelt werden. Diese App ist meiner Meinung nach aber sehr übersichtlich und intuitiv gestaltet ist. Der große Vorteil bei Trade Republic* ist, dass man für den Handel von Einzelaktien lediglich eine Fremdkostenpauschale von einem Euro bezahlt. Wenn man über Trade Repbulic Aktien kauft, muss man sich nur darüber im Klaren sein, dass diese nur über LS Exchange gehandelt werden können. Deshalb sollte man Aktien nur zu den gängigen Handelszeiten von anderen Börsenplätze handeln, da man sonst einen höheren Preis für die Aktien zahlen könnte.

Investition in diverse Geldanlagen

Die restlichen 10% meines Sparbetrages investiere ich in diverse Finanzprodukte. Hierzu gehören unter anderem verschiedene P2P-Anbieter. Ein nennenswerter Anbieter ist hier zum Beispiel Mintos*. Als Finanzblogger probiere ich außerdem immer wieder gerne neue Finanzprodukte und Anlageklassen aus. Das ermöglicht es mir ständig neue lukrative Finanzprodukte für Investitionen zu erschließen. Vielleicht kannst du mir ja eine attraktive und kreative Geldanlage für meine nächste Investition empfehlen.

Fazit

Für das Investieren meines Gehalts verwende ich ein 5-Konten-System. Dieses System hilft mir dabei meine Finanzen zu strukturieren und budgetieren. Für mein 5-Konten-System verwende ich das DKB Girokonto* inklusiver VISA Kreditkarte, das Consorsbank-Konto, sowie Weltsparen Tagesgeld- und Festgeldkonten*. Natürlich kannst du für dein eigenes Konten-System auch andere kostenlose Anbieter wie z.B. die Norisbank*, ING* oder Comdirect* nutzen. Von meinem Sparkonto aus investiere ich in ETFs, Einzelaktien und andere diverse* Geldanlagen. Hierzu verwende ich vor allem die Depots der Comdirect*, der Consorsbank*, von SmartBroker* und von Trade Republic*. Hier mache ich bei jedem Anbieter von verschiedenen kostenlos besparbaren Aktions-ETFs gebrauch. Um den passenden Broker für dich zu finden kannst du einfach unseren Depotrechner verwenden. Ich hoffe ich konnte dir heute einen guten Überblick über mein Konten-System verschaffen. Überlege doch einmal, ob ein Kontensystem für dich nicht auch Sinn macht. Ich freue mich über dein Feedback!

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt! Warum Investitionen in Edelmetalle und Rohstoffe kritisch hinterfragt werden sollten* https://kreativ-investieren.de/es-ist-nicht-alles-gold-was-glaenzt-warum-investitionen-in-edelmetalle-und-rohstoffe-kritisch-hinterfragt-werden-sollten/ https://kreativ-investieren.de/es-ist-nicht-alles-gold-was-glaenzt-warum-investitionen-in-edelmetalle-und-rohstoffe-kritisch-hinterfragt-werden-sollten/#comments Sat, 28 Mar 2020 08:00:50 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4469

Seit jeher übt Gold eine nahezu magische Anziehungskraft auf uns Menschen aus. Schon im 6. Jahrhundert vor Christus wurden Goldmünzen als Zahlungsmittel benutzt. Auch als Material für Schmuck und rituelle ...

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Seit jeher übt Gold eine nahezu magische Anziehungskraft auf uns Menschen aus. Schon im 6. Jahrhundert vor Christus wurden Goldmünzen als Zahlungsmittel benutzt. Auch als Material für Schmuck und rituelle Gegenstände findet Gold schon seit Jahrtausenden Verwendung. Man könnte sogar sagen, dass Gold die Weltgeschichte beeinflusst hat. Beispielsweise war die Erbeutung des Goldes der indigenen Völker Süd- & Mittelamerikas eine wesentliche Motivation der Spanier, für die Eroberung und Kolonialisierung des Kontinents. Doch warum messen Menschen dem Gold einen so hohen „Wert“ bei? Ganz nüchtern betrachtet handelt es sich lediglich um ein chemisches Element und befindet sich im Periodensystem der Elemente gemeinsam in einer Gruppe mit u.a. Kupfer und Silber. Man könnte nun behaupten, dass es daran läge, dass Gold einzigartige Eigenschaften besäße. Das mag teilweise stimmen. Gold lässt sich sehr gut bearbeiten und kann auf Grund seiner Korrosionsbeständigkeit besonders gut in der Elektronikindustrie verwendet werden. Ein weiterer Grund könnte in der relativen Seltenheit von Gold zu finden sein. Bisher ist es noch nicht gelungen Gold künstlich herzustellen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Gold nur aus natürlichen Vorkommen gewonnen werden kann. Diese natürlichen Vorkommen wiederum sind sehr begrenzt und es wird immer aufwändiger, das Gold abzubauen. Gold ist also selten und es weißt besonders positive Eigenschaften für bestimmte Anwendungsbereiche auf. Aus dieser Perspektive betrachtet, erscheint es durchaus nachvollziehbar, dass dem Gold ein hoher Preis zugewiesen wird.

Wie kommt der hohe Goldpreis zustande?

Letztendlich stellt sich aber die Frage, ob ein außergewöhnlich hoher Goldpreis tatsächlich gerechtfertigt ist. Aktuell liegt der Preis für eine Unze Feingold bei ca. 1.600$ und ist damit nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt. Positive Eigenschaften hin oder her, bei einem derart hohen Preis wird Gold in vielen Bereichen durch andere Materialien ersetzt. Im Bereich der Elektronik ist in den letzten Jahren beispielsweise der Wettbewerbsdruck stark angestiegen und die Verkaufspreise sind gesunken. Wenn Gold nun immer teurer wird, dann wäre es nicht mehr rentabel, dieses massenhaft in Elektronikbauteilen zu verwenden. Dort wo es möglich ist, werden also alternative Ressourcen verwendet. Auch als Zahlungsmittel spielt Gold de facto eine untergeordnete Rolle. Man möge sich nur das erstaunte Gesicht eines Kassierers im Supermarkt oder an der Tankstelle vorstellen, würde man dort statt Euros einen schönen Klumpen Gold auf den Tisch legen. Früher war das in der Tat anders. Auch wenn Münzen aus echtem Gold schon seit längerer Zeit aus der Mode gekommen sind, dann gab es doch zumindest bis in die 1970er Jahre eine auf Gold basierte Währungsdeckung. In den USA garantierte bis 1971 das sogenannte Bretton-Woods-System, dass die US-Notenbank jederzeit im Stande sein müsste, das im Umlauf befindliche Geld gegen Gold einzutauschen und zwar zu einem festgelegten Kurs von 35$ pro Feinunze. Um mehr Geld in Umlauf bringen zu können, hätte die US-Notenbank also zunächst einmal die Gold Bestände erhöhen müssen. Heutzutage gibt es dieses System nicht mehr, was sicherlich auch eine Ursache dafür ist, dass sich die im Umlauf befindliche Geldmenge permanent erhöht.

Was wollen denn die Leute eigentlich mit dem Gold?

Genau das bringt uns nun zum eigentlichen Problem. Auf Grund der seit Jahren anhaltendenden Turbulenzen im Finanzmarkt, fürchten Anleger um ihre Vermögenswerte. Wer heute eine bestimmte Menge an Geld besitzt, der kann sich eben nicht mehr sicher sein, für dieses Geld auch zukünftig noch einen fixen Gegenwert zu erhalten. Konnte man sich früher noch darauf verlassen, für 35$ zumindest eine Unze Gold zu bekommen, so ist nun noch nicht einmal das mehr garantiert. Der Gegenwert des Geldes ist also ein rein ideeller! Die meisten von uns verkaufen ihre Arbeitskraft an einen Arbeitgeber und erhalten im Gegenzug Geld. Der eigentliche Wert des Geldes besteht jedoch in dem Vertrauen, dass man dieses auch gegen Waren, wie z.B. Lebensmittel eintauschen kann. Sollte eines Tages unser Finanzsystem kollabieren, dann wäre es theoretisch möglich, dass wir für unser Geld eben nicht mehr die Waren bekommen, die wir gerne hätten. Um diesem Risiko zu entgehen, sehnen sich Anleger verständlicherweise nach etwas, das einen dauerhaften Wert hat und im Zweifelsfall auch in Krisenzeiten den Wohlstand sichert.

Investitionen in Gold sind mit einigen Nachteilen verbunden

Ich persönlich kann diesen Gedankengang zwar gut nachvollziehen, bin jedoch skeptisch, ob Gold (oder ein anderes Edelmetall) für einen solchen Fall die richtige Anlageform ist. Wie schon erwähnt, weist Gold zwar bestimmte sehr positive Materialeigenschaften auf, kann jedoch unter Umständen auch durch andere Werkstoffe ersetzt werden. Zudem ist es für die Deckung der Staatsfinanzen seit der Abschaffung des Bretton-Woods-Systems auch entbehrlich geworden. Im Grunde genommen bedeutet das also nichts anderes, als dass der Wert des Goldes auch zu großen Teilen rein ideeller Natur ist. Die Menschen vertrauen darauf, dass Gold einen beständigen Wert hat und gegen Waren eingetauscht werden kann. Aber warum sollte das so sein? Genauso gut könnte jedes einigermaßen seltene Metall oder sonstiges Material gesammelt werden, in der Hoffnung, dass es einen beständigen Wert aufweise. Ein weiterer großer Nachteil von Investitionen in Gold ist, dass es sich nicht „vermehrt“. Wenn man eine bestimmte Menge an Gold im Jahr 2020 besitzt und diese nicht eintauscht, dann wird man im Jahr 2030 genau dieselbe Menge besitzen. Wertsteigerungen können also im Grunde genommen nur durch eine Steigerung des Goldpreises erzielt werden, welcher starken Schwankungen unterliegt und – wie gesagt – größtenteils ideeller Natur ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass letztendlich in den meisten Fällen das Gold wieder gegen Geld eingetauscht werden müsste, um Waren zu erhalten. Der direkte Tausch von Gold gegen Ware dürfte also schwierig werden. Auch die Lagerung von Gold könnte zum Problem werden. Wer, eine größere Menge davon besitzt, der möchte sich womöglich gegen Diebstahl schützen und muss Geld für Sicherheitsvorkehrungen ausgeben.

Es gibt Alternativen zu einer Investition in Gold!

Eine Investition in Sachgüter kann durchaus Sinn ergeben. Was spräche aber beispielsweise dagegen in Aktien oder Immobilien zu investieren? Aktien sind im Prinzip Unternehmensanteile und damit relativ unabhängig von bestimmten Währungen. Wenn ein Unternehmen langfristig profitabel wirtschaftet, dann wird sich das häufig auch im Aktienkurs widerspiegeln. Sollte es einmal zu einer Währungskrise kommen (z.B. extreme Inflation oder gar Währungsumstellung) dann können Aktionäre dieser Entwicklung relativ gelassen entgegen sehen, denn ihnen kann letztendlich egal sein, in welcher Währung ihre Aktien gehandelt werden. Aktionäre wissen genau, dass ihnen ein bestimmter Anteil eines Unternehmens gehört und solange das Unternehmen existiert werden die Aktien auch einen Gegenwert haben (welcher selbstverständlich ebenfalls Schwankungen unterliegt). Das Beste ist jedoch, dass viele Unternehmen sogar einen Teil ihrer Gewinne an ihre Aktionäre in Form einer Dividende ausschütten. Wer einmal in ein Unternehmen investiert, kann also im Idealfall noch über Jahre hinweg am Gewinn beteiligt werden, ohne etwas von seinen Anteilen eintauschen zu müssen. Hinzu kommt, dass Aktien sehr liquide sind und hervorragend an der Börse gehandelt werden können. Auch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gegen Diebstahl halten sich in Grenzen. Ähnlich sieht es bei Immobilien aus. Wer den Finanzmärkten gegenüber eher skeptisch eingestellt ist, der könnte Wohneigentum erwerben. Auch hier gilt, dass es sich mehrheitlich um eine sehr wertbeständige Anlageform handelt. Der Bedarf nach Wohnraum wird wahrscheinlich auch in der Zukunft bestehen, sodass davon ausgegangen werden kann, dass Immobilien auch in der Zukunft einen gewissen Wert haben werden. Außerdem können Immobilien vermietet werden, wodurch für den Eigentümer ein regelmäßiges Einkommen entstehen kann.

Fazit

Investitionen in Gold (oder andere Rohstoffe) bieten nur eine vermeintliche Sicherheit. Gerade bei Gold kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil des ihm beigemessenen Wertes rein ideeller Natur ist. Die Logik ist dabei ganz einfach: Gold hat sich in der Vergangenheit als äußerst wertbeständig erwiesen und könnte dies auch zukünftig sein. Die Zeiten haben sich aber geändert. Goldgedeckte Währungssysteme gibt es nicht mehr. Auch für industrielle Anwendungen ist Gold unter Umständen entbehrlich. Das gilt übrigens für die meisten Rohstoffe. Diese sind so lange wertvoll, wie sie nicht ersetzt werden können. Ändert sich beispielsweise auf Grund von neuen Technologien die Nachfrage nach einem bestimmten Rohstoff (z.B. Öl, Lithium, Wasserstoff), kann dies dramatische Folgen für die Preisentwicklung dieses Rohstoffes haben. Wer unserem Finanzsystem nicht traut und sein Vermögen daher nicht nur in Geldreserven abbilden will, für den könnten hingegen Aktien oder Immobilien sinnvolle Alternativen sein.

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