kreativ-investieren.de https://kreativ-investieren.de Finanzbildung für jedermann. Tue, 14 Jan 2020 14:26:16 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.3.2 https://kreativ-investieren.de/wp-content/uploads/2019/01/cropped-1-2-32x32.png kreativ-investieren.de https://kreativ-investieren.de 32 32 153067240 Wie sich der Aktienhandel gewandelt hat: der Weg vom Parkett bis hin zu innovativen Fintechs https://kreativ-investieren.de/wie-sich-der-aktienhandel-gewandelt-hat-der-weg-vom-parkett-bis-hin-zu-innovativen-fintechs/ https://kreativ-investieren.de/wie-sich-der-aktienhandel-gewandelt-hat-der-weg-vom-parkett-bis-hin-zu-innovativen-fintechs/#respond Sat, 18 Jan 2020 08:00:09 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4290 Vielleicht habt ihr viele ältere Menschen schon einmal sagen gehört, dass früher alles besser war. Meist bezieht sich das auf vermeintlich angenehmere Arbeitsbedingungen, mehr soziale Absicherung, billigere Preise und bessere ...

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Vielleicht habt ihr viele ältere Menschen schon einmal sagen gehört, dass früher alles besser war. Meist bezieht sich das auf vermeintlich angenehmere Arbeitsbedingungen, mehr soziale Absicherung, billigere Preise und bessere Umgangsformen. Wahrscheinlich bin ich noch nicht alt genug, um da mitreden zu können, denke aber, dass es in jedem Fall einige Dinge gibt, die im Laufe der Jahre besser geworden sind. Eine Sache, die sich in jedem Fall verbessert hat, ist der Zugang zu Informationen und die entsprechende Informationstechnik. Während Warren Buffet (geboren 1930) seine ersten Aktienkäufe sicher noch ganz „klassisch“ durchgeführt hat, gibt es inzwischen an vielen Börsen den Parketthandel gar nicht mehr. Stattdessen wird in unserer digitalisierten Welt fast alles am Computer abgewickelt – natürlich auch der Aktienhandel.

Die Digitalisierung hat zu einer Liberalisierung des Aktienhandels beigetragen

Das Zeitalter der Digitalisierung hat den Aktienhandel nicht nur stark vereinfacht, sondern auch liberalisiert! Vor dem Zeitalter des Internets, war der Aktienhandel nur einem relativ kleinen Personenkreis zugänglich. Wer nicht über genug Ressourcen, wie z.B. Zeit, Bildung, Informationen und Kapital verfügte, der konnte nur schwer von der Entwicklung an den Kapitalmärkten teilhaben. Das hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert! Die Kapitalmärkte sind inzwischen einer breiten Masse zugänglich, sodass im Prinzip jeder an der Börse aktiv werden kann. Betrachtet man die Berufsstruktur der Aktienbesitzer in Deutschland, dann fällt schnell auf, dass es in nahezu allen Berufsgruppen Investoren gibt (siehe Abbildung 1). Natürlich ist es so, dass einige Berufsgruppen stärker vertreten sind als andere, aber grundsätzlich steht der Weg an die Börse jedem frei, der sich für die Thematik interessiert.

Abbildung 1: Aktionäre nach Berufsgruppen in Deutschland 2015 (Quelle: Statista)

Online Broker bieten unkomplizierten Zugang zu den Kapitalmärkten

Ein Faktor, der erheblich zur wachsenden Beliebtheit von Aktieninvestments in Deutschland beigetragen hat, ist die wachsende Popularität von Online Brokern. Wer Aktien handeln möchte, der benötigt ein Depot und einen Broker, also einen Finanzdienstleister, der die Wertpapierordern von Anlegern entgegen nimmt und in deren Auftrag an den Handelsplätzen umsetzt. Bei Privatanlegern ist es oft so, dass das Depot und das Brokerage vom selben Anbieter übernommen wird. Während früher die Anweisungen ganz klassisch, also persönlich, telefonisch oder per Fax übermittelt wurden, geschieht dies heute meist über das Internet. Inzwischen erledigen 59% der Deutschen ihre Bankgeschäfte online (siehe Abbildung 2). Im weltweiten Vergleich bewegen wir uns dabei dennoch lediglich im Mittelfeld. Spitzenreiter sind hier die Norweger, von denen 93% der Bevölkerung das Internet für ihre Bankgeschäfte nutzen.

Abbildung 2: Anteil der Nutzer von Online Banking in Deutschland von 2006 bis 2018 (Quelle: Statista)

Bank ist nicht gleich Bank…

Zwar bietet nahezu jede Bank ihre Dienstleistungen auch online an, aber trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Ich persönlich habe mein erstes Konto bei einer genossenschaftlich organisierten Bank eingerichtet. Das erschien mir logisch, da es sich um die Hausbank meiner Eltern handelte. Der große Vorteil einer solchen Bank ist, dass es ein bundesweites Filialnetz gibt und Anliegen dementsprechend vielerorts persönlich vorgetragen werden können. Das kann für manche Kunden sehr angenehm sein – insbesondere für diejenigen, die ihre Bankgeschäfte nicht online abwickeln. Der Nachteil dabei ist, dass der Unterhalt für ein solches Filialnetz ziemlich kostspielig ist, da Mitarbeiter, Mieten und sonstige Kostenpositionen bezahlt werden müssen. Hinzu kommt, dass die gesamte Bankenbranche sehr unter der lang anhaltenden Niedrigzinsphase leidet und dadurch auch nur mäßige Gewinne erwirtschaftet. Die Auswirkungen sind auch für die Kunden spürbar, da die hohen Kosten beispielsweise durch Kontoführungsgebühren an den Kunden weitergegeben werden. Aus der Sicht von Privatanlegern kommt außerdem hinzu, dass die Gebühren für den Aktienhandel vergleichsweise hoch sind und so die Rendite mindern können.

Direktbanken setzen auf moderne Kommunikationsmittel statt Filialen

Als Gegenentwurf zu den klassischen Filialbanken erfreuen sich daher sogenannte Direktbanken einer immer größer werdenden Beliebtheit. Direktbanken sind in diesem Zusammenhang Banken, die über kein eigenes Filialnetz verfügen. Der Kunde kann also nicht persönlich bei der Bank vorstellig werden, sondern nur mittels Kommunikationsmedien wie Telefon oder Internet mit seiner Bank in Kontakt treten. Für einige Kunden kann das ein Nachteil gegenüber Filialbanken sein. Für viele Nutzer ist es das jedoch nicht – ganz im Gegenteil! Der größte Teil der Kunden führt inzwischen ohnehin seine Bankgeschäfte online durch. Es ist auch so, dass Direktbanken zumeist über hervorragende Benutzeroberflächen und Systeme verfügen, die für den Anwender leicht verständlich und zugleich hoch performant sind. Persönlich empfinde ich den Onlineauftritt von Direktbanken oft deutlich fortschrittlicher, als bei klassischen Filialbanken. Der größte Vorteil von Direktbanken besteht meiner Meinung jedoch in der Tatsache, dass die günstigeren Kostenstrukturen auch an den Kunden weitergegeben werden. Es kommt beispielsweise häufig vor, dass Girokonten und Wertpapierdepots sogar kostenlos angeboten werden. Ich selbst nutze für meine alltäglichen Bankgeschäfte daher die DKB (zweitgrößte Direktbank in Deutschland, siehe Abbildung 3). An der DKB schätze ich besonders, dass ich eine kostenlose Kreditkarte bekomme, mit der ich an nahezu jedem Geldautomaten weltweit kostenlos Bargeld abheben kann. Das ist mir sehr wichtig, da ich oft verreise. Zudem fallen bei der Benutzung der Kreditkarte im Ausland keine zusätzlichen Gebühren an, was für mich entsprechend ein großer Vorteil ist.

DKB-Cash: Das kostenlose Internet-Konto

 

Abbildung 3: Größte Direktbanken Deutschlands nach Anzahl der Kunden im Jahr 2018; Quelle: Statista

Das Girokonto und das Wertpapierdepot müssen nicht unbedingt vom selben Anbieter sein

Obwohl ich für die alltäglichen Bankgeschäfte auf die DKB vertraue, habe ich mein erstes Wertpapierdepot bei der Comdirect eröffnet. Die Comdirect ist (gemessen an der Anzahl der Kunden) ebenfalls eine der größten Direktbanken in Deutschland. Entschieden habe ich mich damals für diese Bank, weil dort keine Depotführungsgebühren anfielen und auch weil die Benutzerfreundlichkeit des Webauftritts sehr positiv war. Gerade um die ersten Schritte an der Börse zu wagen, war es auch rückblickend eine gute Wahl. Gut gefallen hat mir auch, dass zu den meisten Aktien von der Comdirect bestimmte Kennzahlen bereitgestellt worden sind. Sofern man sich für eine Aktie interessiert, kann man also bei der Comdirect viele relevante Informationen (wie z.B. das KGV) finden, ohne die Homepage verlassen zu müssen. Auch die Bereitstellung von Unterlagen für das Finanzamt (Jahressteuerbescheinigung) erfolgt dort unkompliziert und sehr zuverlässig. Abgerundet wird das Ganze durch ein relativ großes Angebot von ETFs, die kostenlos bespart werden können, wovon ich auch regelmäßig Gebrauch mache.

Fintechs revolutionieren den Markt und fokussieren sich auf das Kerngeschäft

Mit der Comdirect bin ich nach wie vor sehr zufrieden, dennoch habe ich mich im Sommer 2019 dazu entschlossen noch ein weiteres Depot zu eröffnen – und zwar bei Trade Republic! Nun wird man sich wahrscheinlich fragen, warum man ein weiteres Depot eröffnen sollte, wenn man mit seinem „alten“ Anbieter doch zufrieden ist… In meinem Fall liegt die Antwort in der Kostenstruktur beider Anbieter. Trade Republic ist ein relativ junges Fintech, welches 2019 die Lizenz als Wertpapierhandelsbank erhalten hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Direktbanken, fokussiert sich Trade Republic komplett auf den Wertpapierhandel. Dinge, die dabei nicht zum direkten Kerngeschäft zählen (aber trotzdem notwendig sind) werden durch kostengünstige Kooperationen clever umgesetzt. Wer bei Trade Republic beispielsweise Geld einzahlen möchte, wird dies auf einem Verrechnungskonto tun, welches eigentlich der solarisBank gehört. Die solarisBank wiederum ist eine innovative banking-as-a-service Plattform mit deutscher Vollbanklizenz.

Bei einigen Anbietern ist das Depot innerhalb weniger Minuten eröffnet

Das hört sich vielleicht zunächst einmal kompliziert an, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil, von der Depoteröffnung bis hin zum Aktienhandel ist die Bedienung von Trade Republic wirklich kinderleicht! Nachdem man die App auf dem Handy installiert hat und das Registrierungsverfahren durchlaufen hat, ist man quasi schon nach nur 10 Minuten einsatzbereit und das Depot ist eröffnet. Ich selbst habe es getestet und bin wirklich begeistert! Nun aber zurück zu dem eigentlichen Grund, warum ich mir ein weiteres Depot zugelegt habe: den Kosten. In letzter Zeit habe ich viele Einzelaktien gehandelt. Nach jedem Handel (Kauf oder Verkauf) erhält man von seinem Depotanbieter eine Abrechnung. Zur Illustration findet Ihr in Abbildung 4 eine meiner Abrechnungen von der Comdirect und in Abbildung 5 zum Vergleich eine Abrechnung von Trade Republic. Bitte versteht das nicht als Kaufempfehlung, es geht hier rein um die Kosten beim Aktienhandel!

Abbildung 4: Beispielhafte Abrechnung beim Kauf einer Einzelaktie bei der Comdirect (01.08.2019)

Abbildung 5: Beispielhafte Abrechnung beim Kauf einer Einzelaktie bei Trade Republic (02.01.2020)

Auch bei Direktbanken können sich die Kostenstrukturen erheblich unterscheiden

Wenn man die beiden Abrechnungen vergleicht, dann fällt auf, dass sich die Kosten doch erheblich unterscheiden. Obwohl ich die Kosten bei der Comdirect nie als unfair oder zu hoch empfunden habe, ergibt sich doch ein signifikanter Unterschied. Natürlich vergleicht man ein Stück weit „Äpfel mit Birnen“, aber auf der einen Abrechnung schlagen 13,41€ zu Buche, auf der anderen lediglich 1,00€ Fremdkostenzuschlag. Zuletzt habe ich also meine Aktien primär bei Trade Republic gehandelt, besitze aber weiterhin mein Comdirect Depot und bin dort ebenfalls hoch zufrieden. In erster Linie bespare ich dort jedoch meine Sparpläne. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass Trade Republic aus meiner Sicht auch Nachteile gegenüber anderen Banken hat. Zum einen ist es so, dass das Depot nur per Smartphone bedient werden kann. Am Rechner können bisher also keine Aktien gehandelt werden. Wen das stört (mich nicht), der könnte sich nach Alternativen umsehen. Außerdem findet man bei Trade Republic kaum Kennzahlen zu den Aktien, für die man sich interessiert. Das heißt, dass man vor dem Aktienkauf (wenn man sich denn dafür interessiert) auf anderen Wegen (z.B. Finanzportale im Internet) über KGV und Co. informieren sollte. Auch ist möglicherweise gegenüber anderen Banken die Anzahl von handelbaren Wertpapieren geringer. Die gängigen Wertpapiere sind jedoch natürlich handelbar! Meine Empfehlung wäre auf jeden Fall es einmal selbst auszuprobieren und sich ein Bild über den Anbieter zu machen.

Fazit: Früher war nicht alles besser – beim Aktienhandel gab es viele positive Entwicklungen

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass früher vieles besser war. Im Hinblick auf den Aktienhandel muss ich jedoch sagen, dass ich finde, dass sich dieser durchaus positiv entwickelt hat. Während früher der Handel mit Aktien einer relativ kleinen Personengruppe vorbehalten war und es zahlreiche Hürden zu überwinden galt, ist der Zugang zum Markt heute viel liberaler. Informationen sind weltweit für jedermann schnell und (oft) kostenlos verfügbar. So können beispielsweise leicht Geschäftsberichte gelesen oder Statistiken analysiert werden. Auch der Handel selbst ist viel weniger kompliziert geworden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Konsequenz daraus ist, dass Aktionäre nun in nahezu allen Berufsgruppen und sozialen Schichten zu finden sind. Das empfinde ich persönlich als riesengroßen Mehrwert! Mit Blick auf die Auswahl des Depotanbieters sei gesagt, dass es dort viele Broker gibt, die sehr zu empfehlen sind. Wer nicht unbedingt den persönlichen Kontakt in einer Filiale benötigt, der fährt wahrscheinlich mit einer Direktbank am besten. In dem Bereich gibt es eine Menge etablierter Anbieter mit günstigen Kostenstrukturen und gutem Service. In letzter Zeit drängen jedoch auch immer mehr neue und innovative Fintechs in den Markt, die unter Umständen sogar noch günstiger sind, als die bereits etablierten Direktbanken. Wer sehr kostenbewusst beim Aktienhandel ist, für den könnten auch diese Anbieter durchaus interessant sein. Ich bin gespannt, wie sich der stärker werdende Wettbewerb zwischen den Banken auf den Kunden auswirken wird. Es bleibt jedoch anzunehmen, dass Wettbewerb das Geschäft belebt.

 

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Meine finanziellen Ziele für 2020 https://kreativ-investieren.de/meine-finanziellen-ziele-fuer-2020/ https://kreativ-investieren.de/meine-finanziellen-ziele-fuer-2020/#respond Sat, 11 Jan 2020 08:00:12 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4274 Nach unserer kleinen Winterpause wünschen Paul und ich all unseren Lesern ein frohes neues und ertragreiches Jahr 2020. Das Jahr 2019 war aus Sicht von kreativ-investieren ein voller Erfolg und ...

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Nach unserer kleinen Winterpause wünschen Paul und ich all unseren Lesern ein frohes neues und ertragreiches Jahr 2020. Das Jahr 2019 war aus Sicht von kreativ-investieren ein voller Erfolg und wir haben durch unsere Firma großartige Eindrücke und Erfahrungen sammeln können. Wenn dich interessiert, was wir in 2019 alles erlebt haben, dann lies gerne unsere Worte zum Jahresabschluss 2019. Wir freuen uns beide bereits auf 2020. Wir glauben fest daran, dass das Jahr 2020 neue Bekanntschaften, neue Gedanken und neue Wege zur Erreichung unserer Ziele bereithält. Deshalb wird sich in 2020 für Paul und mich sowohl privat als auch mit kreativ-investieren einiges tun. Seid also gespannt. Welche privaten finanziellen Ziele ich für 2020 verfolge und wie ich diese definiere, möchte ich dir im heutigen Blogartikel zeigen.

Was ist mein langfristiges finanzielles Ziel?

Bevor ich auf meine konkreten Ziele für 2020 eingehe, möchte ich zunächst über mein langfristiges finanzielles Ziel sprechen. Ich selbst habe mir langfristig das Ziel der „finanziellen Freiheit“ gesteckt. Was „finanzielle Freiheit“ genau bedeutet, habe ich bereits in einem vorherigen Blogartikel anhand von 7 Stufen der finanziellen Freiheit veranschaulicht. Diese 7 Stufen habe ich in der unteren Grafik exemplarisch für dich dargestellt. Das Model beschreibt verschiedene Stufen der finanziellen Freiheit, die ein Mensch im Leben durchlaufen kann. Während wir zum Zeitpunkt unserer Geburt noch finanziell abhängig von unseren Eltern sind, erarbeiten wir uns im Laufe unsers Lebens unsere finanzielle Freiheit. Ich selbst möchte mit 50 Jahren die sechste Stufe der finanziellen Freiheit erreichen. Mit anderen Worten möchte ich mit 50 Lebensjahren nicht mehr zwingend arbeiten gehen müssen, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Hierzu habe ich ein konkretes Wunschvermögen definiert, welches ich bis zu meinem 50. Lebensjahr ansparen möchte. Das Ziel möglichst früh in Rente zu gehen verfolgen übrigens auch viele Frugalisten. Der bekannteste in Deutschland ist vermutlich Florian Wagner, der sogar schon mit 40 in Rente gehen möchte.

7 Stufen der finanziellen Freiheit
7 Stufen der finanziellen Freiheit

 

Wie erreiche ich mein langfristiges finanzielles Ziel?

Damit ich langfristig das Ziel der finanziellen Freiheit erreiche, stecke ich regelmäßig sehr viel Gehirnschmalz in meine Finanzen. Deshalb blocke ich mir jedes Jahr das erste Wochenende im Kalender, um mich mit meinen Finanzen zu beschäftigen. An diesem Wochenende stehen folgende Themen auf meiner Agenda. Im Rahmen des ersten Agendapunktes definiere ich in vier Schritten meine konkreten Ziele für das aktuelle Jahr.

  • Finanzplanung
  • Review Versicherungsportfolio
  • Aktualisierung Vorsorgeordner
  • Steuererklärung
  • Ablage Kontoauszüge
  • Ablage Rentenkontoauszüge
  • kostenlose Datenabfrage bei der SCHUFA

Vier Schritte zu meinen finanziellen Zielen für 2020

Schritt 1 – Überprüfen meiner langfristigen finanziellen Ziele

Zunächst überprüfe ich, ob mein langfristiges Wunschvermögen in Zukunft noch ausreicht. Wie bereits beschrieben, habe ich das langfristige Ziel bis zu meinem 50. Lebensjahr die finanzielle Freiheit zu erreichen. Aus diesem Grund habe ich ein Wunschvermögen definiert, welches ich bis zu meinem 50. Lebensjahr ansparen möchte. Im Zuge des ersten Schrittes überprüfe ich, ob dieses Wunschvermögen ab meinem 50. Lebensjahr ausreicht oder ob sich meine derzeitige Situation geändert hat. Wenn ich z.B. das Ziel hätte 1.000.000€ bis zu meinem 50. Lebensjahr anzusparen, überprüfe ich, ob diese Summe noch ausreicht, um meinen Lebensstandard in Zukunft zu halten. Hierzu stelle ich verschiedene Berechnungen in Excel an.

Schritt 2 – Analysieren meiner derzeitigen finanziellen Situation

Als nächstes schaue ich mir meine derzeitige finanzielle Situation an. Ich beginne zunächst damit, meine Privatbilanz und mein Haushaltsbuch zu aktualisieren. Die Privatbilanz verschafft mir einen Überblick über mein Vermögen und meine Schulden. Das Haushaltsbuch verschafft mir einen Überblick über meine derzeitigen Einnahmen und Ausgaben. Wie ihr meine Privatbilanz und mein Haushaltsbuch verwenden könnt, habe ich euch in einem vorherigen Blogartikel bereits vorgestellt. Die Privatbilanz zeigt mir, wie viel Vermögen ich derzeit besitze. Das Haushaltsbuch zeigt mir, wie viel Geld ich aktuell sparen kann. Derzeit liegt meine Sparquote bei ungefähr 50%. Das bedeutet, dass ich die Hälfte meiner Einnahmen derzeit spare und investiere.

Schritt 3 – Berechnen meiner finanziellen Lücke

Als drittes berechne ich mithilfe eines Sparrechners meine finanzielle Lücke zwischen Wunschvermögen und meiner aktuellen finanziellen Situation. Hierzu trage ich zunächst alle notwendigen Informationen zusammen. Dies zeige ich euch folgend anhand von hypothetischen Werten:

  • Mein Wunschvermögen mit 50 Jahren ist 1.000.000€
  • Bis zu meinem 50. Lebensjahr vergehen noch 22 Jahre
  • Meine Privatbilanz zeigt mir, dass ich ein Vermögen von 50.000€ besitze
  • Mein Haushaltsbuch zeigt mir, dass ich derzeit 1.500€ monatlich spare
  • Ich bin ein optimistischer Anleger und rechne mit 6% Zinsen pro Jahr auf mein Vermögen
  • Ich zahle 26,375% Steuern auf mein Vermögen bei einem Freibetrag von 801€

Diese Informationen nutze ich nun, um meine finanzielle Lücke mittels Sparrechner zu berechnen. Auf dem linken unteren Bild seht ihr, dass ich unter Annahme der obigen Bedingungen bis zu meinem 50. Lebensjahr 799.675,69€ Euro ansparen kann. Die Lücke zu meinem Wunschvermögen beträgt somit 200.324,31€. Um ein Vermögen von 1.000.000€ ansparen zu können, müsste ich 1.953,45€ monatlich sparen (rechtes Bild). Also bin ich derzeit noch weit davon entfernt mein Wunschvermögen mit 50 zu erreichen. Das heißt zur Erreichung meines Wunschvermögens muss ich konkrete Aktionen für 2020 definieren.

Sparrechner zum Berechnen des Wunschvermögens
Sparrechner zum Berechnen des Wunschvermögens und der notwendigen Sparrate

 

Schritt 4 – Definieren smarter Aktionen für 2020

Zur Definition smarter finanzieller Aktionen für 2020 kann ich vier finanzielle Hebel verwenden. Die habe ich ebenfalls bereits in einem vorherigen Blogartikel beschrieben. Diese vier Hebel helfen mir über Aktionen nachzudenken, die mich meiner notwendigen Sparrate von 1953,45 € näherbringen können.

Vier Finanzielle Hebel
Vier finanzielle Hebel

 

Nachdem ich ein intensives Brainstorming durchgeführt habe, dokumentiere ich meine Ideen in einer Aktionsliste. In der unteren Tabelle stelle ich euch ein paar Beispiele meiner Aktionen für 2020 zur Verfügung:

Aktionsliste 2020
Meine Aktionsliste für 2020

 

Fazit

Wie du sehen kannst, lohnt es sich durchaus seine Finanzen regelmäßig im Auge zu behalten. Eine kontinuierliche Standortbestimmung ermöglicht es dir, Abweichungen von deinem finanziellen Plan frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Natürlich kann es dabei auch passieren, dass die Dinge, die man sich vornimmt nicht umgesetzt werden können. Das Leben hält schließlich so manche Überraschung bereit. Das oben genannte Beispiel betrachtet zum Beispiel nicht die Auswirkungen des Kaufs eines Eigenheims oder mögliche Kinder. Dennoch ist es wichtig Ziele und Pläne zu haben und diese auch konsequent zu verfolgen.

Ich hoffe meine Vorgehensweise für meine alljährliche finanzielle Planung gefällt dir. Ich freue mich, wenn du in der nächsten Woche wieder auf unseren Blog vorbeischaust und wünsche dir bis dahin kreative Investments! Du willst keinen Blogbeitrag mehr verpassen? Dann folge uns doch auf Facebook, LinkedIn, Xing oder Instagram!

 

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Das Jahr 2019 aus Sicht von kreativ-investieren – Worte zum Jahresabschluss und Weihnachtsgrüße https://kreativ-investieren.de/das-jahr-2019-aus-sicht-von-kreativ-investieren-worte-zum-jahresabschluss-und-weihnachtsgruesse/ https://kreativ-investieren.de/das-jahr-2019-aus-sicht-von-kreativ-investieren-worte-zum-jahresabschluss-und-weihnachtsgruesse/#respond Sat, 21 Dec 2019 08:00:07 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4223 Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Bevor wir uns in die (wohlverdiente) Winterpause verabschieden, möchten wir das Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Für uns war ...

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Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Bevor wir uns in die (wohlverdiente) Winterpause verabschieden, möchten wir das Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Für uns war 2019 von vorne bis hinten gespickt mit Highlights! Anfang des Jahres haben Raphael und ich den Börsentag in Hannover besucht und dort viele interessante Produkte und Menschen kennengelernt. Gleiches gilt für unseren Besuch bei der Messe „Invest“ in Stuttgart, auf der wir bekannte Finanzblogger, wie z.B. Kolja Barghoorn (Aktien mit Kopf) oder Thomas Kehl (Finanzfluss), den Finanzwesir und den Finanzrocker getroffen haben. Außerdem wurden wir in das Blogverzeichnis „Finanzblogroll“ aufgenommen und konnten so unsere Artikelreichweite deutlich erhöhen. Besonders stolz sind wir zudem auf die Veröffentlichung unserer Artikelserie „Spiel des Lebens“, in der wir die typischen Lebensstationen einen durchschnittlichen Menschen unter finanziellen Gesichtspunkten durchleuchten. Gut angekommen sind auch unsere Gastvorträge (wie z.B. an der FH Münster) und unsere Privatseminare.

Es hat viel Spaß gemacht und wir sehen uns hoffentlich im neuen Jahr wieder!

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Lesern ganz herzlich für ein tolles Jahr bedanken! Dank eurer Ideen, Fragen und Kommentare sind viele neue Impulse entstanden. Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr so gut weitergehen wird und freuen uns auf euer Feedback! Neben unseren Lesern möchten wir vor allen Dingen auch unseren zahlreichen Kooperationspartnern und Kunden danken, mit deren Hilfe viele tolle Gastartikel, Projekte, Videos und Vorträge entstanden sind. Zum Abschluss findet ihr anbei noch eine Übersicht aller in diesem Jahr veröffentlichten Artikel. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und natürlich auch frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr! Vielleicht nutzt ihr die Feiertage ja auch, um ein wenig Ordnung in eure Finanzen zu bringen 😉

Unsere Blogartikel aus dem Januar 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Februar 2019:

Unsere Blogartikel aus dem März 2019:

Unsere Blogartikel aus dem April 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Mai 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Juni 2019

Unsere Blogartikel aus dem Juli 2019

Unsere Blogartikel aus dem August 2019

Unsere Blogartikel aus dem September 2019

Unsere Blogartikel aus dem Oktober 2019

Unsere Blogartikel aus dem November 2019:

Unsere Blogartikel aus dem Dezember 2019:

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Nachhaltige Investitionen – Was würde Greta wohl dazu sagen?!? https://kreativ-investieren.de/nachhaltige-investitionen-was-wuerde-greta-wohl-dazu-sagen/ https://kreativ-investieren.de/nachhaltige-investitionen-was-wuerde-greta-wohl-dazu-sagen/#comments Sat, 14 Dec 2019 08:00:45 +0000 https://kreativ-investieren.de/?p=4207 Es ist eine Geschichte, die vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte. 2018 gibt es in Europa einen außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer. Spätestens jetzt sind viele Experten und ...

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Es ist eine Geschichte, die vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte. 2018 gibt es in Europa einen außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer. Spätestens jetzt sind viele Experten und die Medien sich einig darüber, dass der Klimawandel endgültig bei uns angekommen ist. Ein 15 jähriges Schwedisches Schulmädchen entschließt sich daher im August 2018 in den Klimastreik zu treten. Zunächst interessiert sich kaum jemand für sie und sie verbringt Tag um Tag allein vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm. Doch dann passiert etwas Erstaunliches. Vereinzelt wird in Lokalzeitungen über sie berichtet und plötzlich findet sie bei den Menschen Gehör. Der Rest ist Geschichte. Weltweit schließen sich seitdem Schüler unter dem Motto „FridaysForFuture“ zusammen und schwänzen kollektiv die Schule. Die kleine Greta Thunberg ist inzwischen zu einer Art Klima-Popstar geworden und mischt das politische Geschehen unserer Zeit gehörig auf. Ganz gleich, ob Donald Trump oder Angela Merkel, an Greta kommt zur Zeit niemand vorbei. Doch was hat das Alles nun mit Investments zu tun? Eine ganze Menge!

Das Phänomen Greta bewegt die Gesellschaft

Man mag von Greta Thunberg halten was man will, aber zweifellos bewegt sie die Menschen. Wohin man auch geht, unterhalten sich die Leute über sie. Dabei gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Es gibt Menschen, die sind voll des Lobes dafür, dass eine junge Frau sich so sehr für die Zukunft unseres Planeten einsetzt. Andere hingegen meinen, dass das Engagement übertrieben ist und aus rein egoistischem Geltungsdrang entstanden ist. Unabhängig von der persönlichen Meinung, die man selbst in dieser Angelegenheit vertritt, ergeben sich für Investoren gewisse Implikationen. Das Thema Klimawandel scheint ein Megatrend zu sein. Mit Megatrends kann man Geld verdienen – und da kommen die (Privat)Investoren ins Spiel. Investoren sind in der Regel auf der Suche nach florierenden Branchen, von deren positiver wirtschaftlicher Entwicklung sie profitieren können. Es gibt dabei allerdings ein großes Problem. Spätestens seit der letzten Finanzkrise, in der viele Menschen eine Menge Geld (oder auch ihren Job) verloren haben, gelten Investoren vielerorts als skrupellose Kapitalisten. Nicht zuletzt hat dies in Deutschland auch dazu geführt, dass die politische Landschaft sich stark verändert hat. Es wurden Gesetze auf den Weg gebracht, die den Aktienhandel weniger attraktiv machen sollen (z.B. Einführung der Kapitalertragssteuer oder Diskussion über die Finanztransaktionssteuer). Auch ist zu beobachten, dass die ehemals großen Volksparteien SPD und CDU/CSU zunehmend an Bedeutung verlieren, während die Grünen, die Linke und auch die AfD in der Gunst der Wähler steigen.

Gibt es eigentlich auch gesellschaftlich akzeptierte Kapitalisten?

Wer also – sei es auf Grund des gesellschaftlichen Drucks oder aus eigener Überzeugung – nicht zu den bösen Kapitalisten gehören will, aus dem könnte ja noch ein „guter“ gesellschaftlich akzeptierter Kapitalist werden. Aber Moment mal… Wie kann man denn ein „guter“ Kapitalist sein?!? Naja, z.B. in dem man in Megatrends investiert, die gesellschaftlich akzeptiert und wertgeschätzt werden. Die „Klimaschutzbranche“ ist ein gutes Beispiel für einen gesellschaftlich hoch angesehenen Industriezweig. Doch nicht nur aus der moralischen Perspektive heraus ist die Klimaschutzbranche interessant, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Zur Veranschaulichung ist in Abbildung 1 die Entwicklung des jährlichen Umsatzes der Klimaschutzbranche in Deutschland zu sehen. Betrug 2007 der Umsatz lediglich 13,4 Milliarden €, so stieg dieser Wert innerhalb von nur 10 Jahren auf 49,4 Milliarden € im Jahr 2017 an (Quelle: Statistisches Bundesamt; Statista 2019). Der Umsatz der Branche hat sich also fast vervierfacht! Aus Anlegersicht sind diese Werte sehr beeindruckend, da nur wenige Branchen vergleichbar große Wachstumsraten zu bieten haben. Der Grundgedanke ist dabei natürlich, dass bei überproportional großem Wachstum auch große Gewinne winken.

Abbildung 1: Umsatzentwicklung der Klimaschutzbranche in Deutschland (Quelle: Statista)

 

Drei wesentliche Konstrukte machen nachhaltige Investitionen aus

Am Beispiel der Klimaschutzbranche lässt sich nun ein interessanter Gedankengang illustrieren. Wer gerne sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, aber gleichzeitig auch viel Wert darauf legt mit seiner Investition etwas Gutes zu tun, für den könnte eine Investition in den Klimaschutz interessant sein. Wenn wir das Ganze etwas weiter abstrahieren, dann werden wir feststellen, dass es in dem hier aufgeführten Beispiel mindestens drei große Konstrukte gibt (Abbildung 2):

(1) Persönliche wirtschaftliche Interessen
(2) Gesellschaftliche Interessen
(3) Wirtschaftlich attraktive Branchen

 

Abbildung 2: Zusammensetzung nachhaltiger Investitionen

Investoren, die sich in der Schnittmenge (siehe Abbildung 2) dieser drei Konstrukte befinden, sind eine stetig wachsende Personengruppe. Man spricht hier oft von „nachhaltigen“ (engl.: sustainable) Investitionen. Die hohe Nachfrage nach solchen Investitionen, die den ethischen und moralischen Standards unserer Zeit genügen, hat dazu geführt, dass inzwischen viele Fondsanbieter passende Produkte im Portfolio haben. Die Kunden solcher ethisch korrekten Anlageprodukte sind übrigens nicht nur überzeugte Privatpersonen, sondern teils auch mächtige und große Organisationen. Eine solche Organisation ist beispielsweise die Vatikanbank. Die katholische Kirche verfügt über ein beträchtliches Vermögen und investiert dieses mit Hilfe der Vatikanbank selbstverständlich auch am Kapitalmarkt. Die ohnehin schon in der Kritik stehende Vatikanbank und der Heilige Stuhl würden sich wahrscheinlich keinen Gefallen tun, wenn sie in Unternehmen oder Branchen investieren würden, die nicht den moralischen Standards unserer Zeit genügen. Es könnte den Gläubigen wohl nur schwer vermittelt werden, würde das Geld beispielsweise in die Waffenindustrie investiert werden.

Unser Buchtipp zum Thema nachhaltige Investitionen

Falls ihr euch nun auch für nachhaltige Investitionen interessiert, euch aber nicht sicher seid, wie ihr das am besten umsetzen könnt, habe ich eine Buchempfehlung für euch. Der bekannte Finanzbuchautor Christopher M. Klein (z.B. bekannt aus: „Tag für Tag im Hamsterrad“ oder „Der Hamster verlässt das Rad“) hat ein Buch verfasst, in dem er sich sehr ausführlich mit dem Thema beschäftigt. In dem Buch werden beispielsweise Kriterien für nachhaltige Investitionen erörtert und auch verschiedene Anlageformen vorgestellt. Wer sich nicht allzu sehr mit der Materie beschäftigen mag, für den hält das Buch sogar eine Liste mit konkreten Aktien und Fonds bereit, die als nachhaltig gelten. Besonders interessant ist dabei, dass nicht nur in Aktien investiert werden kann, sondern dass auch beispielsweise Bäume oder Mikrokredite attraktive Anlageprodukte darstellen können, bei denen die Rendite nicht zu kurz kommen muss.

 

Fazit: Manchmal hilft es das eine zu tun, ohne das andere zu lassen

Unsere Gesellschaft befindet sich aktuell im Wandel und unsere Generation sieht sich mit einer Vielzahl von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel konfrontiert. Gleichzeitig leben wir in einem hoch industrialisierten Land, in dem es uns wirtschaftlich verhältnismäßig gut geht. Investoren werden jedoch hin und wieder kritisch beäugt oder gar als rücksichtslose Kapitalisten bezeichnet. Wer dennoch sein Geld gewinnbringend anlegen möchte und dabei auch noch etwas Gutes tun möchte, dem steht die Möglichkeit offen, sich mit nachhaltigen Investitionen zu beschäftigen. Wer sich für eine solche Investition entscheidet, der hat die Chance, mit seinem investierten Kapital, etwas Gutes zu tun. In unserer naturgemäß sehr (Aktien)kritischen und skeptischen Gesellschaft wird nämlich eines oft vergessen: Damit sich kostenintensive Industriezweige ungehindert weiterentwickeln können, brauchen sie zunächst eine Menge Kapital, welches sie beispielsweise über Aktionäre einsammeln können.

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In einem früheren Blogbeitrag haben wir uns schon mit der Fragestellung befasst, warum Menschen oft nicht rational mit ihrem Geld umgehen können. Zu groß ist die Verlockung, sich den Freuden des sinnlosen Konsums hinzugeben. Die Ursache dafür ist im Wesentlichen, dass wir uns für Geld fast alles auf der Welt kaufen können. Von dieser Möglichkeit machen wir daher auch oft Gebrauch. Dabei kommt es häufiger vor, dass wir außer Acht lassen, dass jede Ausgabe auch gleichzeitig bedeutet, dass das ausgegebene Geld nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden kann. Jede Ausgabe zieht also implizit einen Verzicht nach sich. Wenn ich mir das schicke Cabrio kaufe, dann habe ich vielleicht nicht mehr genug Geld, um mir eine Eigentumswohnung zuzulegen (mit der z.B. Mieteinnahmen erzielt werden könnten). Das ist an sich auch völlig ok, solange man sich bewusst ist, dass jede Ausgabe auch eine Einschränkung an anderer Stelle bedeutet. Egal wofür ihr euer Geld ausgebt, bei der Altersvorsorge solltet ihr euch auf jeden Fall nicht einschränken.

Das Geld könnte auf 3 Konten verteilt werden…

Wer sich beim Lesen der letzten Zeilen selbst dabei ertappt hat, auch hin und wieder zu viel Geld für Konsumausgaben zu verwenden, statt langfristig vorzusorgen, dem möchten wir hier ein Hilfsmittel vorstellen: das 3-Konten-System. Die Grundidee des 3-Konten-Systems ist ziemlich simpel, aber dennoch sehr wirksam. Alles was ihr dazu benötigt sind 3 Girokonten. Im Folgenden sprechen wir also von Konto A, B und C. Konto A stellt euer Basiskonto dar. Einerseits gehen dort eure Gehaltszahlungen ein, andererseits gehen eure Fixkosten (wie z.B. Miete) davon ab. Konto B ist euer Vorsorgekonto. Am besten richtet ihr einen Dauerauftrag von Konto A nach Konto B ein, sodass sichergestellt ist, dass ihr automatisch jeden Monat eine fixe Summe (z.B. 20% eures Nettoeinkommens) auf dieses Vorsorgekonto einzahlt. Konto C hingegen ist euer Spaßkonto. Auch hier solltet ihr einen bestimmten fixen Prozentsatz eures Nettoeinkommens (z.B. 10%) per Dauerauftrag einzahlen.

Schematische Darstellung des 3-Kontensystems

Zweckgebundenheit zwingt euch dazu, das Geld entsprechend euren selbst festgelegten Regeln auszugeben

Ganz objektiv gesehen hat sich durch diese Aufteilung erstmal nichts an eurer finanziellen Situation geändert. Ihr verfügt noch immer monatlich über die gleichen Einkünfte wie zuvor. Was sich aber geändert hat, ist die vorgegebene Struktur. Durch das 3-Konten-System habt ihr aber gewissermaßen eine (mentale) Zweckgebundenheit für euer Einkommen vorgegeben. Geld, das auf dem Konto B (Sparkonto) liegt, sollte auch nur für Vorsorgezwecke verwendet werden. Beispielsweise könnte mit den regelmäßigen Einzahlungen auf dieses Konto ein ETF-Sparplan bedient werden. Der langweilige Teil (den man auch gerne mal vergisst) wäre also durch Konto B schon abgedeckt und man müsste sich darüber keine Sorgen mehr machen. Bei Konto C hingegen steht der Spaßfaktor im Vordergrund. Geld, das sich auf diesem Konto befindet kann ohne schlechtes Gewissen ausgegeben werden. Allerdings gilt hier die folgende Regel: Wenn das Konto leer ist, dann kann nicht mehr konsumiert werden, bis das Konto im nächsten Monat wieder befüllt wird. Dabei sollte man auch nicht schummeln, da man sich am Ende nur selbst betrügt.

Jeder Mensch ist einzigartig, daher kann das 3-Kontensystem auch bedarfsgerecht angepasst werden

Natürlich kann das 3-Konten-System auch an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden und kann daher auch recht unterschiedlich aussehen. Wer beispielsweise das Sparkonto nutzt, um davon einen ETF-Sparplan zu bedienen, der könnte theoretisch auch auf ein ausgewiesenes Sparkonto verzichten und seine ETF-Sparraten direkt vom Basiskonto (Konto A) abbuchen lassen. An die Stelle von Sparkonto B, würde dann das das Depot rücken. Im Grunde genommen bleibt das Prinzip also immer gleich, aber die individuelle Umsetzung eines jeden Einzelnen kann sich unterscheiden.

Fazit

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass viele Menschen allzu sorglos mit ihren finanziellen Mitteln umgehen und langfristig dadurch die Gefahr steigt von negativen Folgen (wie z.B. Altersarmut) betroffen zu sein. Wer das Gefühl hat, regelmäßig zu viel Geld für „Spaßausgaben“ zu verwenden und dabei die eigene Vorsorge zu vernachlässigen, dem könnte das 3-Konstensystem dabei helfen, etwas mehr Struktur in die eigenen Finanzen zu bringen.

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Im Laufe unseres Lebens haben wir sicher schon mehrfach die Weisheit gehört, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Zwar ist das einerseits eine ziemlich abgedroschene Phrase, andererseits steckt aber auch viel Wahrheit in dieser Aussage. Nicht umsonst durchlaufen auf unserem Lebensweg sehr viele Stationen (Spiel des Lebens), die mit Bildung zu tun haben. Stellt man sich selbst die Frage, wann man eigentlich am meisten gelernt hat, dann werden viele Menschen vermutlich an die Schule oder das Studium denken. Grundsätzlich ist das zwar richtig, aber auch nach Schule und Studium hält das Leben noch einige Lektionen für uns bereit. Ohne jedoch allzu philosophisch werden zu wollen, denke ich dabei an ganz alltägliche Dinge, die wir lernen müssen, wie z.B. die Bedienung der Waschmaschine, das Verwalten von Versicherungen, das Anfertigen der Steuererklärung und natürlich auch der Umgang mit unseren Finanzen.

Womit beschäftigen sich die Leute denn aktuell?

Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass die meisten Menschen sich recht wenig mit ihren eigenen Finanzen beschäftigen. Vielleicht ist das auch ein kulturelles Phänomen. Bei uns ist es nicht üblich, über seine finanzielle Situation zu sprechen. Allzu groß ist die Angst entweder als Versager oder etwa als Angeber dazustehen. Nun liegt es aber in der Natur der Sache, dass Wissen sich nur verbreiten kann, wenn man über die Dinge spricht. Manchmal habe ich gar den Eindruck, dass die Leute lieber über die Qualität ihres Stuhlgangs sprechen (das ist leider kein Scherz!), was eindrucksvoll dadurch belegt wird, dass das Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders seit Jahren in den Bestsellerlisten vertreten ist. Um unsere Finanzbildung steht es also beschi…. ähhh nicht so gut 😀

Finanzbildung ist jedermann zugänglich, aber die meisten interessiert es schlichtweg nicht

Da wir als Team von kreativ-investieren das Ziel „Finanzbildung für jedermann!“ verfolgen, haben wir in den letzten Monaten weiter an unserem Coaching-Angebot gearbeitet. In unserem Umfeld (in dem sich überwiegend Besserverdiener bewegen), haben wir festgestellt, dass Grundlagenwissen zu Finanzthemen oft gar nicht vorhanden ist. Überraschenderweise scheint es also keineswegs selbstverständlich zu sein, dass Menschen mit einem hohen Einkommen auch über vertiefte Kenntnisse im Finanzbereich verfügen. Gerade das Gegenteil ist oft der Fall. Menschen, die viel verdienen, haben oft auch besonders hohe Ausgaben und sorgen nicht in dem Maße vor, wie sie es eigentlich tun könnten. Wir haben daher ein Konzept für ein Basis-Coaching entwickelt (Preis: 200€), in dem drei wesentliche Themenblöcke behandelt werden:

1. Selbsterkenntnis (objektive Reflektion der eigenen finanziellen Situation)
2. Anlageformen (Grundlagenwissen zu gängigen Investitionsarten)
3. Praxis (Hilfestellung bei der Umsetzung des theoretischen Wissens)

Falls das für euch interessant klingt, zögert nicht, uns zu kontaktieren. Vielleicht wäre das ja auch eine nette Geschenkidee für das Weihnachtsfest. Den Flyer zum Coaching findet ihr hier: Flyer Basis Coaching. Coachings können bei uns übrigens auch individuell vereinbart werden und gegebenenfalls auch per Skype abgehalten werden.

Wie war das noch mit der Altersarmut?

Unabhängig davon, ob man sich für ein Coaching entscheidet oder eben nicht, sollte sich jeder dennoch ein wenig mit den eigenen Finanzen beschäftigen (auch wenn es oft nicht das Lieblingsthema ist). Das wurde uns erst kürzlich wieder vor Augen geführt. Vor einigen Wochen gab es in der Sendung Stern TV einen Beitrag zum Thema Altersarmut. Der besagte Beitrag wurde auf der Facebook-Seite von Stern TV vorab angekündigt und die Leute begannen fleißig zu kommentieren. Raphael und ich haben uns einige der Kommentare durchgelesen und waren fast schon erschüttert darüber, wie die traurige Realität in Deutschland auszusehen scheint. Einen Auszug der Kommentare haben wir für euch hier abgebildet. Scheinbar ist es so, dass viele Leute entweder nicht an die Altersvorsorge und ihre Finanzen denken oder aber am Monatsende schlichtweg kein Geld übrig bleibt, um vorsorgen zu können. Auch wenn es bei euch selbst der Fall sein sollte, dass die Finanzen knapp bemessen sind, dann solltet ihr euch zumindest dessen bewusst sein und auch über die langfristigen Konsequenzen nachdenken, statt aus Bequemlichkeit oder Naivität die Augen zu verschließen und sich blind in sein Schicksal zu ergeben. Je früher man erkennt, dass es nicht allzu gut um die eigenen Finanzen steht, desto besser man entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Schaut euch gerne mal den Beitrag von Stern TV auf Youtube an und macht euch ein eigenes Bild.

 

Abbildung 1: Kommentare von interessierten Usern; Quelle: Facebook (Stern TV Gruppe)

Augen auf und rechtzeitig handeln!

Interessant finde ich übrigens auch, dass ein Großteil der Betroffenen ausschließlich den Staat oder sonstige äußere Umstände für seine schwierige Lebenssituation verantwortlich macht. Obwohl ich selbst nicht zu 100% von den deutschen Sozialsystemen überzeugt bin, denke ich, dass die Ursachen vielfältig sind. Ich persönlich denke, dass es vielleicht in einigen Fällen auch so ist, dass man selbst seinen Anteil dazu beigetragen hat, wenn es im Alter finanziell eng wird (das trifft aber natürlich nicht auf jeden zu). Wie dem auch sei… Nehmt eure Finanzen am besten selbst in die Hand oder holt euch entsprechende Hilfe, falls ihr euch unsicher fühlt. Nur mit entsprechender Finanzbildung und strategischer Weitsicht lässt es sich unbesorgt auf den Lebensabend zusteuern.

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Das Spiel des Lebens: Station 13 – Dein Tod und deine Finanzen* https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-tod/ https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-tod/#comments Sat, 23 Nov 2019 08:00:58 +0000 http://kreativ-investieren.de/?p=3225 Deine Reise zur letzten meiner dreizehn Lebensstationen – deinem Tod! In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein ...

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Deine Reise zur letzten meiner dreizehn Lebensstationen – deinem Tod!

In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein Ziel ist es, dir die Auswirkungen jeder Lebensstation auf deine Finanzen aufzuzeigen. Heute nehme ich dich mit zur letzten meiner dreizehn Lebensstationen, deinem Tod. In diesem Zusammenhang zeige ich dir die Auswirkungen deines Todes auf deine Finanzen auf und gebe dir wichtige Tipps für diese Lebensstation mit auf dem Weg. Bevor ich starte, bekommen alle neuen Leser an dieser Stelle eine kurze Übersicht über meine Beitragsserie. Die untere Tabelle und Grafik zeigen dir, welche Lebensstationen ich im Rahmen dieser Beitragsserie adressiere:

    Übersicht über meine Blogbeitragsserie  
Station Titel Veröffentlichung
Einleitung Deine Finanzen von deiner Geburt bis zum Tod 24.08.2019
Station 1 Deine Geburt und deine Finanzen 31.08.2019
Station 2 Deine Kindheit und deine Finanzen 07.09.2019
Station 3 Deine Volljährigkeit und deine Finanzen 14.09.2019
Station 4 Dein erstes eigenes Auto und deine Finanzen 21.09.2019
Station 5 Dein Auszug bei den Eltern und deine Finanzen 28.09.2019
Station 6 Dein Berufsleben und deine Finanzen 05.10.2019
Station 7 Zusammenleben mit deinem Partner und deine Finanzen 12.10.2019
Station 8 Deine Heirat und deine Finanzen 19.10.2019
Station 9 Dein Hauskauf und deine Finanzen 26.10.2019
Station 10 Dein erstes Kind und deine Finanzen 02.11.2019
Station 11 Deine Scheidung und deine Finanzen 09.11.2019
Station 12 Deine Rente und deine Finanzen 16.11.2019
Station 13 Dein Tod und deine Finanzen 23.11.2019

13 Tod

Das Spiel des Lebens: Station 13 – Dein Tod

Jedem steht sein Tag bevor!

Eines ist gewiss auf dieser Welt: „Jedem ist sein Tag bestimmt!“. Wir wissen alle, dass wir irgendwann einmal das zeitliche segnen müssen. Wir wissen nur nicht genau, wann dies geschieht. Wenn für uns alles gut läuft, dann sterben wir im hohen Alter und blicken auf ein erfülltes und gesegnetes Leben zurück. Im besten Fall haben wir alle unsere Träume verwirklicht und unsere Lebensziele erreicht. Wir haben erfolgreich jede Lebensstation hinter uns gelassen und konnten unser Leben lang an den Herausforderungen unseres Lebens wachsen. Bevor wir sterben blicken wir noch einmal mit Freude in die Gesichter der Menschen, die uns Lieben und die wir auf dieser Welt lassen werden. Nun es an der Zeit, dass unsere Nachkommen ihre Träume und Ziele verwirklichen. Dazu haben wir ihnen hoffentlich alles notwendige Wissen und alle Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben. Doch ein letztes Mal stellt sich die Frage: Was passiert mit deinen Finanzen, wenn du stirbst? Diese letzte Frage möchte ich in diesem Blogbeitrag beantworten.

Dein Tod und deine Einnahmen

Mit deinem Tod erlöschen im Regelfall auch alle deine Einkommensströme. Solltest zu zum Zeitpunkt deines Todes die gesetzliche Rente beziehen, wird diese bis zum Ende deines Todesmonats gezahlt. Das auf deinem Konto eingehende Geld geht dann in die Erbmasse ein oder wird zur Deckung entstehender Kosten genutzt. Aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben dein Lebenspartner und deine Kinder nach deinem Tod Anspruch auf eine sogenannte Rente wegen Todes, die den Unterhalt deiner Hinterbliebenen sichern soll. Solltest du zum Zeitpunkt deines Todes eine betriebliche Altersvorsorge beziehen, dann hängt es von dem Vertrag ab, ob deine Hinterbliebenen Geld erhalten. Auf jeden Fall sollten sich deine Hinterbliebenen schnellstmöglich an das zuständige Versicherungsunternehmen wenden und die Sterbeurkunde, ein ärztliches Zeugnis über die genaue Todesursache und den Versicherungsvertrag bzw. Versicherungsschein bereithalten. Je nach Wert und Art der Altersversorgung wird das angesparte Kapital oftmals an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Solltest du zum Zeitpunkt deines Todes Einnahmen aus einem privaten Altersvorsorgeprodukt beziehen, hängt es vom jeweiligen Vertrag ab, wie viel deine Hinterbliebenen bekommen. In diesem Fall sollten sich deine Angehörigen ebenfalls so schnell wie möglich an den Versicherer wenden. Wenn du zum Beispiel eine Riester-Rente bezogen haben solltest, können die Riesterguthaben lediglich auf den Riester-Vertrag dies Ehepartners oder Kindes übertragen werden. Ansonsten erlischt der Vertrag und die gesamte Riester-Förderung muss zurückgezahlt werden. Wurde eine Rentengarantiezeit vereinbart, erhalten deine Hinterbliebenen während der vereinbarten Garantiezeit eine Rente. Bei den meisten Riester-Fondssparplänen erhalten deine Hinterbliebenen das angesparte Guthaben. Solltest du zum Zeitpunkt deines Todes in einem normalen Arbeitsverhältnis stehen, so beendet dein Tod dieses Arbeitsverhältnis (siehe § 613 BGB). Der Anspruch auf deinen rückständigen Lohn geht in diesem Fall auf deine Erben über. Ein gesetzlicher Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch deinen Arbeitgeber über deinen Tod hinaus gibt es nicht. Jedoch wird diese Entgeltfortzahlung nicht selten tarifvertraglich vereinbart.

Dein Tod und deine Ausgaben

In der Regel fallen bei deinem Tod größere Ausgaben an. Die Bestattungskosten für die Überführung, den Sarg, die Urne, die Aufbahrung, die Grabkosten, die Beisetzungsgebühr, der Grabstein mit Gravur, die Grabeinfassung, der Friedhofsgärtner, der Trauerkranz, Blumen, Sargschmuck, die Trauerhalle, die Dekoration, die Kirche, der Trauerredner, die Todesanzeige und der anschließende Leichenschmauß können sehr teuer werden. Laut todesfall-checkliste.de summieren sich diese Kosten im Durchschnitt schnell zu 12.980€ auf. Aus diesem Grund solltest du für deinen Todesfall vorsorgen. Neben den Bestattungskosten und Beerdigungskosten müssen weiterhin deine laufenden Rechnungen bezahlt werde. Aus diesem Grund solltest du dich frühzeitig um eine sogenannte Vorsorgevollmacht kümmern. Die Vorsorgevollmacht befähigt deine Hinterbliebenen, im Falle eine Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für dich zu erledigen. Hierzu gehören unter anderem auch deine Bankgeschäfte. Zusätzlich solltest du deinen Hinterbliebenen für deinen Todesfall eine Bankvollmacht ausstellen, da Banken eine Vorsorgevollmacht oft nicht akzeptieren. Dann können deine Angehörigen deinen Nachlass ungehindert regeln und finanzielle Dinge für dich klären.

Dein Tod und dein Vermögen

Dein Vermögen wird im Falle deines Todes teil deiner Erbmasse. Zu deinem Vermögen gehören sowohl dir gehörende Immobilien als auch Sachwerte und Geldanlageprodukte. Im Falle deines Todes gibt es für all diese Dinge verschiedene Regelungen. Ein Beispiel sind Bausparverträge und vermögenswirksame Leistungen. Im Normalfall darfst du als Sparer während der Laufzeit nicht über das Konto verfügen, ohne dass deine Prämie oder Arbeitnehmersparzulage verloren geht. Im Todesfall gilt allerdings die Ausnahme, dass deine Hinterbliebenen diese Beträge vorzeitig auszahlen lassen dürfen. Weitere Regelungen werde ich nicht adressieren. Wenn du sicherstellen willst, dass dein Vermögen im Todesfall genau so aufgeteilt wird, wie du es dir wünscht, dann brauchst du ein Testament. In dem Testament kannst du regeln, wer nach deinem Tod was aus deinem Vermögen erben soll. Solltest du kein Testament haben, so gilt die gesetzliche Erbfolge. Demnach erben Verwandte nach Gesetz entsprechend ihrem Verwandtschaftsgrad:

  • Verwandte 1. Ordnung sind deine Kinder und Enkel (siehe 1924 BGB)
  • Verwandte 2. Ordnung sind deine Geschwister und Eltern (siehe 1925 BGB) und
  • Verwandte 3. Ordnung sind deine Großeltern sowie Onkel und Tanten (siehe 1926 BGB)

Solange nur ein Verwandter der ersten Ordnung zu finden ist, kommen Verwandte der 2. Ordnung nicht als Erbe infrage. Das gleiche gilt für weiter entfernte Verwandte (siehe § 1930 BGB). Nach gesetzlichem Erbrecht des Ehegatten oder Lebenspartner erbt dein überlebender Ehepartner neben deinen Kindern immer ein Viertel deines Nachlasses. Dies gilt auch, wenn du nur ein Kind hast. Sind außer deinem Ehepartner nur Verwandte der zweiten Ordnung aufzufinden, erbt dieser die Hälfte. Solltet ihr in einer Zugewinngemeinschaft leben, so erhöht sich der Erbanteil deines Ehepartners auf die Hälfte (siehe § 1931 Abs. 3 und § 1371 BGB).

Dein Tod und deine Verbindlichkeiten

In Bezug auf deine Verbindlichkeiten gilt, dass nicht alle deine Verträge mit deinem Tod enden. Zum Bespiel ist der Mietvertrag einer der Verträge, die nicht automatisch enden. Bei Alleinstehenden geht das Mietverhältnis bei deinem Tod auf die Erben über. Wenn mehrere Mieter teil deiner Wohngemeinschaft sind, dann läuft der Vertrag unverändert weiter. Dies gilt auch für den überlebenden Partner, Kinder oder weitere Angehörige im gemeinsamen Haushalt, wenn nur der verstorbene Ehe- oder Lebenspartner Mietpartei war. Hinsichtlich deiner Versicherungen empfehlen Verbraucherschützer, dass deine Hinterbliebenen möglichst innerhalb von zwei Tagen alle Versicherungsgesellschaften über den Tod informieren. Denn bei manchen Sachversicherungen wie zum Beispiel der Wohngebäude, Haftpflicht, Hausrat oder Rechtsschutzversicherung werden Beiträge zu dem Zeitpunkt erstattet, an dem der Versicherer über deinen Tod informiert wurde. Deine Hausratversicherung, Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherungen enden zwei Monate nach deinem Tod. Deine Hinterbliebenen oder Erben können diese Versicherungen übernehmen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist an dein Auto gebunden und geht automatisch an den Erben deines Autos über.  Verträge über Ratenkredite und Baufinanzierungen bleiben zu den gleichen Bedingungen bestehen, wie du diese abgeschlossen hast und müssen von deinen Hinterbliebenen übernommen werden. Sollten diese dein Erbe ausschlagen, darf die Bank deine Sicherheiten verwerten und den Kredit bedienen. Bei gemeinschaftlichen Kreditverträgen gilt dies nur für deinen Anteil, nicht den deines Ehepartners.

Dein Tod und deine Finanzen auf einen Blick

 

13 Dein Tod und deine Finanzen
Dein Tod und deine Finanzen

 

KreativChecklist zu deinem Tod

Zur finanziellen Vorsorge stelle ich dir eine „KreativChecklist“ zur Verfügung. Gehe die Checklistenpunkte doch einmal durch, und schaue ob sie für dich interessant sind. Sollten deiner Meinung nach Punkte ergänzt werden, dann poste sie gerne in den Kommentaren.

 

  • Einnahmenchecklist:

    • Gesetzliche Renten enden zum Ende deines Todesmonats
    • Deine volle Rente wird drei Monate an deine Hinterbliebenen gezahlt
    • Betriebliche und private Altersvorsorgezahlungen gehen je nach Vertrag auf Erben über.
    • Dein Arbeitsverhältnis endet. Rückständige Lohnauszahlungen gehen auf deine Erben über.
  • Ausgabenchecklist:

    • Sorge für deine Beerdigungs- und Bestattungskosten vor. Hierbei hilft eventuell eine Sterbegeldversicherung.
    • Schließe eine Vorsorgevollmacht ab, damit dein Ehepartner, deine Kinder oder andere Angehörige dich in allen wichtigen Angelegenheiten vertreten können, wenn du es aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht mehr kannst. Liegt eine Vorsorgevollmacht vor, muss das Gericht keinen Betreuer bestellen und man kann Kosten für ein Gerichtsverfahren vermeiden.
    • Schließe eine Bankvollmacht ab, damit dein Ehepartner, deine Kinder oder andere Angehörige deine Bankgeschäfte durchführen können, wenn du es aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund deines Todes nicht mehr kannst.
  • Vermögenschecklist:

    • Finde heraus, wer in deiner Familie nach der gesetzlichen Erbfolge erben würde.
    • Wenn du damit nicht einverstanden bist, solltest du ein Testament verfassen.
    • Achte beim Verfassen des Testaments auf die Form. Du muss es selbst schreiben, Ort und Datum angeben und mit deinem vollen Namen unterschreiben. Du kannst es auch beim Amtsgericht hinterlegen.
    • Solltest du in einer besonderen familiären Situation sein oder viel zu vererben haben, dann wende dich am besten an einen Notar.
  • Verbindlichkeitenchecklist:

    • Je nach Vertrag gehen deine Verbindlichkeiten auf deine Erben über. Habe für deinen Todesfall eine Vorsorge- und Notfallordner parat und teile deinen Angehörigen den Standort dieses Ordners mit. Halte in diesem alle deine Verbindlichkeiten fest (alle deine Verträge einschließlich Vertragsnummern etc). Dann wissen deine Angehörigen in deinem Todesfall genau, welche Vertragspartner sie über deinen Tod informieren müssen und welche Verbindlichkeiten teil des Erbes sind. Für den Vorsorge- und Notfallordner bietet Stiftung Warentest zum Beispiel ein ganzes Vorsorgepaket mit einem Buch an, welches du dir kaufen kannst.

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Das Spiel des Lebens: Station 12 – Deine Rente und deine Finanzen* https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-rente/ https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-rente/#respond Sat, 16 Nov 2019 08:00:25 +0000 http://kreativ-investieren.de/?p=3223 Deine Reise zur zwölften meiner dreizehn Lebensstationen – deiner Rente! In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein ...

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Deine Reise zur zwölften meiner dreizehn Lebensstationen – deiner Rente!

In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein Ziel ist es, dir die Auswirkungen jeder Lebensstation auf deine Finanzen aufzuzeigen. Heute nehme ich dich mit zur zwölften meiner dreizehn Lebensstationen, deiner Rente. In diesem Zusammenhang zeige ich dir die Auswirkungen deiner Rente auf deine Finanzen auf und gebe dir wichtige Tipps für diese Lebensstation mit auf dem Weg. Bevor ich starte, bekommen alle neuen Leser an dieser Stelle eine kurze Übersicht über meine Beitragsserie. Die untere Tabelle und Grafik zeigen dir, welche Lebensstationen ich im Rahmen dieser Beitragsserie adressiere:

    Übersicht über meine Blogbeitragsserie  
Station Titel Veröffentlichung
Einleitung Deine Finanzen von deiner Geburt bis zum Tod 24.08.2019
Station 1 Deine Geburt und deine Finanzen 31.08.2019
Station 2 Deine Kindheit und deine Finanzen 07.09.2019
Station 3 Deine Volljährigkeit und deine Finanzen 14.09.2019
Station 4 Dein erstes eigenes Auto und deine Finanzen 21.09.2019
Station 5 Dein Auszug bei den Eltern und deine Finanzen 28.09.2019
Station 6 Dein Berufsleben und deine Finanzen 05.10.2019
Station 7 Zusammenleben mit deinem Partner und deine Finanzen 12.10.2019
Station 8 Deine Heirat und deine Finanzen 19.10.2019
Station 9 Dein Hauskauf und deine Finanzen 26.10.2019
Station 10 Dein erstes Kind und deine Finanzen 02.11.2019
Station 11 Deine Scheidung und deine Finanzen 09.11.2019
Station 12 Deine Rente und deine Finanzen 16.11.2019
Station 13 Dein Tod und deine Finanzen 23.11.2019

 

12 Rente
Das Spiel des Lebens: Station 12 – Deine Rente

 

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

Für viele ist die Rente der lang ersehnte Austritt aus dem Arbeitsalltag in die Freiheit. Mit dem Renteneintritt kannst du frei über deine Zeit verfügen und endlich liegen gebliebene Dinge tun. Doch leider ist die Realität für viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland eine andere. Denn laut Zeit.de ist knapp jeder fünfte Mensch in einem Rentnerhaushalt armutsgefährdet und muss von weniger als 999 Euro monatlich leben. Weiterhin berichtet MDR aktuell, dass die drei Säulen der Altersversorgung stark ins bröckeln geraten. Die erste Säule – die gesetzliche Rente – sinkt auf ein Rentenniveau von unter 40% des durchschnittlichen Nettoverdienstes nach 2025. Die zweite Säule – die betriebliche Altersvorsorge – kommt für viele ostdeutsche Unternehmen nicht in Frage, da sie an einen zu teuren Tarifvertrag gebunden ist. Die dritte Säule – die private Altersvorsorge – erzielt aufgrund der Null-Zins-Politik kaum noch Erträge (z.B. Lebensversicherungen oder Riesterrenten). Diese Schlagzeilen sind natürlich sehr besorgniserregend. Die Zukunft der Rente scheint ungewiss. Umso mehr greift an dieser Stelle die Volksweisheit „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. Diese Weisheit sagt nichts anderes, als dass du in guten Zeiten privat vorsorgen solltest, um der Altersarmut zu entkommen. Je nachdem, wie du für dein Alter vorsorgst, hat der Renteneintritt große Auswirkungen auf deine Finanzen. Welche das sind besprechen ich nachfolgend.

Die drei Säulen der Altersversorgung
Die drei Säulen der Altersversorgung

 

Deine Rente und deine Einnahmen

Deine Einnahmen zum Zeitpunkt deines Renteneintritts orientieren sich stark an den drei oben genannten drei Säulen der Altersversorgung und deiner individuellen Vorsorge. Deine monatliche gesetzliche Rente fällt in der Regel geringer aus, als dein bisheriger Arbeitslohn. Die Höhe deiner gesetzlichen Rente wird nach deutschem Recht mit der sogenannten Rentenformel berechnet (siehe § 64 SGB VI) und ist abhängig von der Anzahl der Entgeltpunkte (EP), dem Zugangsfaktor (ZF), dem Rentenartfaktor (RAF) und dem aktuellen Rentenwert (RAF). Eine Definition dieser Faktoren findest du in der unteren Tabelle. Da diese Faktoren alle erst zum Zeitpunkt deines Renteneintritts bestimmt werden können, ist es erst zu dieser Lebensstation möglich die exakte Höhe deiner gesetzlichen Rente zu bestimmen. Nichtsdestotrotz kannst du im Internet verschiedene Rentenlücken-Rechner verwenden. Diese Rechner helfen dir dabei, die Lücke zwischen deiner monatlichen gesetzlichen Rente und deinem monatlich letzten Arbeitslohn zu berechnen. Wenn du diese Lücke kennst, weiß du, wie viel zu durch eine betriebliche Altersvorsorge oder private Altersvorsorge erwirtschaften musst, um deinen vorherigen Einkommens- und Lebensstandard beizubehalten. Um deine Einnahmen zu deinem Renteneintritt möglichst zu erhöhen, solltest du einige wichtige Dinge beachten. Diese Dinge habe ich für dich am Ende des Beitrages in der KreativChecklist zusammengefasst.

Rentenformel:
Rentemtl ist die monatliche Bruttorente in Euro
Entgeltpunkte (EP) Du erhältst auf Basis der Höhe deines Gehalts in einem Kalenderjahr sogenannte Entgeltpunkte. Wenn dein persönliches Gehalt in einem Kalenderjahr dem deutschen Durchschnittsentgelt entspricht, bekommst du z.B. einen vollen Entgeltpunkt.
Zugangsfaktor (ZF) Der Zugangsfaktor spiegelt dem Umstand weder, ob ein Versicherter früher oder später in Rente geht. Bei früherem Renteneintritt ist dieser Faktor kleiner als 1,0 und bei einem über die Regelaltersgrenze hinausgeschobenen Rentenbeginn größer als 1,0.
Rentenartfaktor (RAF) Der Rentenartfaktor bezieht sich auf die jeweilige Art der Rente: Beispiele sind die Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Witwenrente, oder Vollwaisenrente. Bei Rentenarten mit Lohnersatzfunktion beläuft sich der Faktor auf 1,0 und bei Rentenarten mit Unterhaltsfunktion ist er kleiner als 1,0.
Rentenwert (aRW) Der Rentenwert wird auf jährlicher Basis in Abhängigkeit von der Entwicklung der Bruttolöhne- und Gehälter, dem Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung und demographischer Veränderungen angepasst.

Deine Rente und deine Ausgaben

Mit dem Renteneintritt ändert sich erst einmal wenig an deinen Ausgaben. In der Regel sinken deine Ausgaben sogar, da du nun keine Kosten für den täglichen Weg zur Arbeit oder andere Dinge im Zusammenhang mit deiner Arbeit hast. Dennoch feiern viele Rentner ihren Eintritt in den (Un-)Ruhestand 😛 mit einem passenden Einstand und laden Freunde zu sich ein. Weiterhin erledigen sie oft Dinge, die sonst immer liegen geblieben sind oder wenden Zeit für ihre Hobbies, Reisen, und Enkelkinder auf. So manch ein Rentner bildet sich sogar noch weiter und macht zum Beispiel einen Englischkurs. Natürlich sind diese Dinge mit Ausgaben verbunden, die meines Erachtens aber ähnlich wie eine Hochzeit den L-Faktor deutlich erhöhen. Umso wichtiger ist es meiner Meinung nach fürs Alter vorzusorgen. Denn der Faktor Geld ist nicht unerheblich, wenn man seinen Hobbies, Träumen und Wünschen nachgehen möchte. Doch bietet hinsichtlich verschiedener Ausgaben das Rentnerleben auch viele Möglichkeiten die Ausgaben zu reduzieren. Welche das genau sind habe ich in den KreativChecklist zusammengefasst.

Deine Rente und dein Vermögen

Mit Renteneintritt sinkt dein Vermögen in der Regel. Eine Erhebung von finanzen100.de zeigt, dass mit dem Eintritt zur Rente das Vermögen seinen Höhepunkt erreicht. Die meisten Rentner besitzen jetzt ein abbezahltes Haus, eine Betriebsrente und bekommen Zinsen aus ihren Geldanlagen der vergangenen 30 Jahre. Sie kommt im Schnitt auf ein Vermögen von etwa 135.500 €. Ab diesem Zeitpunkt beginnt das Vermögen kontinuierlich zu sinken. Denn wie bereits angedeutet, ist die Rente in der Regel niedriger als das Gehalt zuvor, obwohl der Lebensstandard der gleiche bleibt. Auf der anderen Seite geben Rentner ihr Erspartes auch gerne aus. Trotzdem zeigt die Erhebung, dass das Vermögen von Rentnern im Alter von 74 immer noch rund 108.900 Euro beträgt.

Deine Rente und deine Verbindlichkeiten

Deine Verbindlichkeiten reduzieren sich im Alter in der Regel. Denn zu diesem Zeitpunkt ist das Haus meistens abbezahlt und einige deiner Versicherungen enden. Weiterhin profitieren Rentner häufig von Preisreduzierungen wie zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr bei Bus- und Bahntickets.  Allgemein wird davon ausgegangen, dass für deinen Ruhestand 80% deines letzten Nettoentgelts für deine Versorgung im Rentenalter ausreichen. Obwohl die Verbindlichkeiten mit dem Renteneintritt sinken, vergessen viele Rentner, dass sie von ihrer gesetzlichen Rente dennoch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung leisten müssen. Hierzu behält die Deutsche Rentenversicherung die monatlich zu zahlenden Kranken- und Pflegebeiträge direkt von deiner Rente ein. Der einbehaltene Krankenversicherungsbeitrag liegt zurzeit bei 7,3% und der Pflegeversicherungsbeitrag liegt bei 3,05 % (für Kinderlose 3,3%). Somit betragen deine Abgaben zur Kranken- und Pflegeversicherung 10,35%. Hinzu kommt, dass mit jedem Jahr der Besteuerungsanteil der gesetzlichen Rente bis 2040 um einen Prozentpunkt steigt. Das bedeutet, dass ab 2040 Renten voll zu besteuern sind. Die Höhe der Besteuerung richtet sich bei Privateinkommen nach der Höhe des Jahreseinkommens:

Jahres­ein­kommen Allein­ste­hender Jahres­ein­kommen Ehepaare Steu­er­satz
Bis zu 9.000 Euro Bis zu 18.000 Euro Keine Steuer.
9.001 Euro – 13.469 Euro 18.001 – 26.938 Euro 1 bis 7,2 Prozent
13.470 – 52.881 Euro 26.940 – 105.762 Euro 7,2 bis 26,5 Prozent
52.882 – 250.730 Euro 105.764 – 501.460 Euro 26,5 bis 38,7 Prozent
Ab 250.731 Euro Ab 501.462 Euro 45 Prozent (Spitzensteuersatz)

Quelle: www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/wann-muss-ich-als-rentner-steuern-zahlen-und-wie-viel.html

Deine Rente und deine Finanzen auf einen Blick

12 Deine Rente und deine Finanzen
Deine Rente und deine Finanzen

 

KreativChecklist für deinen finanziellen Erfolg zu deiner Rente

Für deinen finanziellen Erfolg auf jeder Lebensstation stelle ich dir eine „KreativChecklist“ zur Verfügung. Die Checkliste soll zu deinem finanziellen Erfolg beitragen. Gehe die Checklistenpunkte doch einmal durch, und schaue ob sie für dich interessant sind. Sollten deiner Meinung nach Punkte ergänzt werden, dann poste sie gerne in den Kommentaren.

 

  • Einnahmenchecklist:

    • Prüfe, wann du mit deiner Rente beginnen möchtest. Wenn du vor der normalen Altersgrenze in Rente gehst, dann sinken deine Rentenzahlungen entsprechend.
    • Prüfe regelmäßig deinen Versicherungsverlauf und stelle sicher, dass alle Zeiten, in denen du Rentenbezüge erarbeitet hast, auch wirklich gemeldet wurden. Hierzu zählen auch Ausbildungszeiten während der Schule und Studium. Diese steigern deine Rente nicht, aber helfen dir die Mindestzeit zu erfüllen.
  • Ausgabenchecklist:

    • Führe weiterhin ein Haushaltsbuch um deine Ausgaben im Blick zu haben.
    • Nutze extra Angebote für Rentner. In vielen Städten fahren Rentner zum Beispiel gratis mit dem Bus.
  • Vermögenschecklist:

    • Lehne dich zurück und genieße deinen Ruhestand.
  • Verbindlichkeitenchecklist:

    • Halte deine Verbindlichkeiten möglichst gering.

 

Nachdem ich nun ausführlich die Auswirkungen deiner Rente auf deine Finanzen beleuchtet habe, widme ich mich im nächsten Blogartikel der letzten meiner dreizehn Lebensstationen: Deinem Tod. Bis dahin wünsche ich dir kreative Investments und freue mich auf deinen Besuch in der nächsten Woche!

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Das Spiel des Lebens: Station 11 – Deine Scheidung und deine Finanzen* https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-scheidung/ https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-scheidung/#respond Sat, 09 Nov 2019 08:00:30 +0000 http://kreativ-investieren.de/?p=3221 Deine Reise zur elften meiner dreizehn Lebensstationen – deiner Scheidung! In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein ...

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Deine Reise zur elften meiner dreizehn Lebensstationen – deiner Scheidung!

In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein Ziel ist es, dir die Auswirkungen jeder Lebensstation auf deine Finanzen aufzuzeigen. Heute nehme ich dich mit zur elften meiner dreizehn Lebensstationen, deiner Scheidung. In diesem Zusammenhang zeige ich dir die Auswirkungen deiner Scheidung auf deine Finanzen auf und gebe dir wichtige Tipps für diese Lebensstation mit auf dem Weg. Bevor ich starte, bekommen alle neuen Leser an dieser Stelle eine kurze Übersicht über meine Beitragsserie. Die untere Tabelle und Grafik zeigen dir, welche Lebensstationen ich im Rahmen dieser Beitragsserie adressiere:

    Übersicht über meine Blogbeitragsserie  
Station Titel Veröffentlichung
Einleitung Deine Finanzen von deiner Geburt bis zum Tod 24.08.2019
Station 1 Deine Geburt und deine Finanzen 31.08.2019
Station 2 Deine Kindheit und deine Finanzen 07.09.2019
Station 3 Deine Volljährigkeit und deine Finanzen 14.09.2019
Station 4 Dein erstes eigenes Auto und deine Finanzen 21.09.2019
Station 5 Dein Auszug bei den Eltern und deine Finanzen 28.09.2019
Station 6 Dein Berufsleben und deine Finanzen 05.10.2019
Station 7 Zusammenleben mit deinem Partner und deine Finanzen 12.10.2019
Station 8 Deine Heirat und deine Finanzen 19.10.2019
Station 9 Dein Hauskauf und deine Finanzen 26.10.2019
Station 10 Dein erstes Kind und deine Finanzen 02.11.2019
Station 11 Deine Scheidung und deine Finanzen 09.11.2019
Station 12 Deine Rente und deine Finanzen 16.11.2019
Station 13 Dein Tod und deine Finanzen 23.11.2019

 

11 Scheidung
Das Spiel des Lebens: Station 11 – Deine Scheidung

 

Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden!

Laut Statistische Bundesamt ist das Versprechen „Bis das der Tod uns scheidet“ für mehr als ein Drittel der Ehen in Deutschland keine Realität mehr. Zwar ist die Zahl der Ehescheidungen seit 2011 rückläufig, dennoch beträgt die Scheidungsrate im Jahr 2017 satte 38%. Im Jahr 2017 wurden nämlich 407.466 Eheschließungen und 153.500 Ehescheidungen vollzogen. Die durchschnittliche Dauer einer Ehe lag zu diesem Zeitpunkt bei zirka 15 Jahren. Diese Statistik zeigt, dass das Thema Scheidung in Deutschland bittere Wirklichkeit ist. Aus diesem Grund sollten sich Paare bereits vor ihrer Hochzeit darüber unterhalten, wie sie im Falle eine Scheidung mit ihren Finanzen verfahren möchten. Denn im Falle der Scheidung kommen der Zugewinnausgleich, der Unterhaltsanspruch, der Versorgungsausgleich sowie die eigentlichen Kosten der Scheidung auf die ehemaligen Partner zu. Führen Eheleute Gespräche über das Vorgehen erst zum Zeitpunkt der Scheidung, ist eine Einigung in dem meisten Fällen aussichtslos. Einer der beiden oder beide Konfliktpartner sind zu diesem Zeitpunkt meist so sehr verletzt, dass sie alles daransetzen, finanziell das Beste für sich herauszuholen. In diesem Fall hat einer der Partner oftmals das Nachsehen. Bereits im 18. Jahrhundert erkannte der deutsche Autor Wilhelm Busch: „Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.“ Wie du vorbeugen kannst und welche Auswirkungen die Scheidung auf deine Finanzen hat, erfährst du in diesem Beitrag.

Ehescheidungen in 2018
Ehescheidungen in 2018

 

Deine Scheidung und deine Einnahmen

Solltest du es nicht durch einen Ehevertrag anders geregelt haben, so kann deine Scheidung im Rahmen des Versorgungsausgleichs Auswirkungen auf deine langfristigen Einnahmen haben. Denn durch den Versorgungsausgleich werden die Ansprüche auf Rente, Pension und betriebliche Altersvorsorge, die jeder Partner während der Ehe für sich erworben hat, untereinander ausgeglichen. Wenn du also mehr als dein Partner verdient hast und deshalb höhere Renten und Pensionsansprüche hast, musst du die Hälfte der Differenz zu den von deinen Expartner erworbenen Ansprüchen abtreten. Umgekehrt muss dein Partner den Versorgungsausgleich an dich leisten, wenn du niedrigere Renten- und Pensionsansprüche hast. Die Zahlung dieser Ansprüche wird jedoch erst im Alter fällig, wenn die Renten- und Pensionszahlungen starten. Solltest du nach der Scheidung nicht in der Lage sein, deinen Unterhalt selbst zu bestreiten, so bekommst du zusätzliche Einnahmen durch Unterhaltszahlungen deines Ehepartners. Dies ist in der Realität aber eher die Ausnahme, da meist beide Ehepartner durch einen Job in der Lage sind sich selbstständig zu versorgen. Um die Aufteilung deiner Einnahmen durch den Versorgungsausgleich möglichst gerecht zu gestalten, solltest du bereits vor der Eheschließung über einen Ehevertrag nachdenken.

Deine Scheidung und deine Ausgaben

Eine Scheidung kann teuer werden, da diese nur durch ein gerichtliches Verfahren beschlossen werden kann. Aus diesem Grund fallen Gerichtskosten, sowie Kosten für mindestens einen Scheidungsanwalt an. Dabei orientieren sich die Kosten für den Anwalt, das Gericht und das Scheidungsverfahren in der Regel am Verfahrenswert. Der Verfahrenswert setzt sich wiederum zusammen aus dem Wert des Hauptsacheverfahrens (die Scheidung selbst), des Versorgungsausgleichs und – im Streitfall – weiteren zu verhandelnden Folgesachen. Auf der Website scheidung.org findest du einen Scheidungskostenrechner, um die Kosten deiner Scheidung zu berechnen. Hier wird dir auch eine sehr übersichtliche Grafik mit einem Rechenbeispiel zu Verfügung gestellt. Das Rechenbeispiel beruht auf einem Ehepaar mit 2 Kindern. Im abgebildeten Beispiel entstehen dem Ehepaar in Summe Gerichtskosten von 1.812€ und Anwaltskosten von 4.242€ je beauftragten Anwalt. Du siehst also, die Scheidung kann dich eine ganze Menge kosten. Diese Kosten lassen sich reduzieren, wenn sich zur Scheidung beide Ehepartner bezüglich des Vorgehens einig sind wie zu verfahren ist. Denn in dieser Situation reicht es, wenn nur ein Scheidungsanwalt beauftragt wird und zusätzliche Kosten für den Streitfall entfallen.

Deine Scheidung und dein Vermögen

Das Vermögen ist oftmals der springende Punkt bei der Scheidung. Wie du bereits in meinem vorherigen Blog-Beitrag gelernt hast, leben Ehepaare, wenn sie notariell nichts anderes vereinbaren, in einer Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass jeder Partner sein während der Ehe erworbenes Vermögen behält und jeder für seine eigenen Schulden haftet. Nichtsdestotrotz wird bei einer Scheidung eine Bilanz gezogen und der sogenannte „Zugewinn“ auf beide Partner aufgeteilt. Der Zugewinn ist laut Bürgerlichen Gesetzbuch der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehepartners das Anfangsvermögen übersteigt (siehe § 1373 ff BGB). Die Ermittlung des Zugewinns ist zwar rechtlich geregelt, aber in der Realität nicht ganz einfach. Wenn zum Beispiel einer der Ehepartner während der Ehe ein Unternehmen gründet, so ist die Ermittlung des Zugewinns ein komplexes und langwieriges Verfahren. Je nach deiner Vermögenssituation macht es bereits vor deiner Hochzeit Sinn darüber nachzudenken einen Ehevertrag zu schließen, der bestenfalls fairer für beide Ehepartner ist, als die gesetzliche Regelung der Zugewinngemeinschaft. Verschiedene Tipps, in welchen Fällen ein Ehevertrag eine faire Regelung ist erhältst du in der KreativChecklist.

Deine Scheidung und deine Verbindlichkeiten

Hinsichtlich der Verbindlichkeiten gilt in der ehe, dass jeder für seine eigenen Schulden und Verbindlichkeiten haftbar ist und nicht für die Verbindlichkeiten des Ehepartners. Jeder Partner bleibt eine eigenständige natürlich Person. Ausnahmen bestehen nur, wenn die Ehepartner gemeinsam einen Vertrag abschließen, wie zum Beispiel ein Immobiliendarlehen oder eine Ehegattenbürgschaft. In diesem Fall muss ein Ehepartner für die Schulden des anderen geradestehen, ohne selbst der Kreditnehmer zu sein. Problematisch wird es, wenn Eheleute es zu Beginn oder während der Ehe versäumen als gemeinsame Vertragspartner aufzutreten. So verpassen es Eheleute oftmals, gemeinsam in einem Mietvertrag, Festnetzvertrag, Stromanbietervertrag, Versicherungsvertrag oder ähnlichem genannt zu sein. In diesen Fällen muss der eingetragene Vertragspartner im Zweifelfall die vereinbarten monatlichen Verbindlichkeiten zahlen. Deshalb sollten sich Paare schon möglichst beim ersten Zusammenleben darum kümmern, als gemeinsame Vertragspartner aufzutreten, um so die Verantwortung auf beide zu verteilen. Weitere Tipps hinsichtlich deiner Verbindlichkeiten findest du nachfolgend in der KreativChecklist.

Deine Scheidung und deine Finanzen auf einen Blick

 

10 Deine Scheidung und deine Finanzen
Deine Scheidung und deine Finanzen

 

KreativChecklist für deinen finanziellen Erfolg

Für deinen finanziellen Erfolg auf jeder Lebensstation stelle ich dir eine „KreativChecklist“ zur Verfügung. Die Checkliste soll zu deinem finanziellen Erfolg beitragen. Gehe die Checklistenpunkte doch einmal durch, und schaue ob sie für dich interessant sind. Sollten deiner Meinung nach Punkte ergänzt werden, dann poste sie gerne in den Kommentaren.

 

  • Einnahmenchecklist:

    • Prüfe, ob dein Partner Trennungsunterhalt zahlen muss. Solltest du nach deiner Trennung mit deinen Einnahmen nicht auskommen, solltest du von deinem Partner schriftlich Unterhalt verlangen.
    • Lasse dich bei der Trennung am besten von einem Fachanwalt für Familienrecht beraten.
    • Berechne den Unterhalt für die Kinder, den der ausziehende Elternteil leisten muss. Hierzu kanst du die Düsseldorfer Tabelle verwenden.
    • Prüfe, ob dir im Rahmen des Versorgungsausgleiches Zahlungen aus den Renten, Pensionen oder der betriebliche Altersvorsorge deines Partners zustehen.
    • Richte dir wieder ein eigenes Konto ein, sollten du und dein Partner vorher ein Gemeinschaftskonto gehabt haben.
  • Ausgabenchecklist:

    • Bei einer Scheidung müssen sich nicht beide Partner anwalt­lich vertreten lassen. Nimmt sich nur einer einen Anwalt, weil sich die Ex-Partner über die Scheidungs­folgen einig sind, senkt das die Kosten.
  • Vermögenschecklist:

    • Die Vermögensaufteilung bei einer Trennung ist abhängig von dem vorher gewählten Güterstand.
    • Kläre deine erbrechtliche Situation. Enterbe deinen ehemaligen Partner gegebenenfalls nach vollzogener Scheidung.
  • Verbindlichkeitenchecklist:

    • Kläre mit deinem Partner die aktuelle Wohnsituation
    • Denke daran, dass die Familienversicherungen mit dem Scheidungstermin enden. Jetzt muss jeder Partner sich wieder eigenständig um die Kranken- und Privathaftpflichtversicherung kümmern und die Hausratversicherung anpassen.
    • Prüfe deine Steuerklasse und ob du diese gegebenenfalls wechseln msust.

 

Nachdem ich nun ausführlich die Auswirkungen deiner Scheidung auf deine Finanzen beleuchtet habe, widme ich mich im nächsten Blogartikel der zwölften meiner dreizehn Lebensstationen: Deiner Rente. Bis dahin wünsche ich dir kreative Investments und freue mich auf deinen Besuch in der nächsten Woche!

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Das Spiel des Lebens: Station 10 – Dein erstes Kind und deine Finanzen* https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-erstes-kind/ https://kreativ-investieren.de/spiel-des-lebens-erstes-kind/#comments Sun, 03 Nov 2019 08:00:53 +0000 http://kreativ-investieren.de/?p=3219 Deine Reise zur zehnten meiner dreizehn Lebensstationen – deinem ersten Kind! In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. ...

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Deine Reise zur zehnten meiner dreizehn Lebensstationen – deinem ersten Kind!

In meiner mehrteiligen Blog-Beitrag-Serie nehme ich dich mit auf die Reise zu dreizehn finanziell wichtigen Lebensstationen in unserem Leben. Mein Ziel ist es, dir die Auswirkungen jeder Lebensstation auf deine Finanzen aufzuzeigen. Heute nehme ich dich mit zur zehnten meiner dreizehn Lebensstationen, deinem ersten Kind. In diesem Zusammenhang zeige ich dir die Auswirkungen deines ersten Kindes auf deine Finanzen auf und gebe dir wichtige Tipps für diese Lebensstation mit auf dem Weg. Bevor ich starte, bekommen alle neuen Leser an dieser Stelle eine kurze Übersicht über meine Beitragsserie. Die untere Tabelle und Grafik zeigen dir, welche Lebensstationen ich im Rahmen dieser Beitragsserie adressiere:

    Übersicht über meine Blogbeitragsserie  
Station Titel Veröffentlichung
Einleitung Deine Finanzen von deiner Geburt bis zum Tod 24.08.2019
Station 1 Deine Geburt und deine Finanzen 31.08.2019
Station 2 Deine Kindheit und deine Finanzen 07.09.2019
Station 3 Deine Volljährigkeit und deine Finanzen 14.09.2019
Station 4 Dein erstes eigenes Auto und deine Finanzen 21.09.2019
Station 5 Dein Auszug bei den Eltern und deine Finanzen 28.09.2019
Station 6 Dein Berufsleben und deine Finanzen 05.10.2019
Station 7 Zusammenleben mit deinem Partner und deine Finanzen 12.10.2019
Station 8 Deine Heirat und deine Finanzen 19.10.2019
Station 9 Dein Hauskauf und deine Finanzen 26.10.2019
Station 10 Dein erstes Kind und deine Finanzen 02.11.2019
Station 11 Deine Scheidung und deine Finanzen 09.11.2019
Station 12 Deine Rente und deine Finanzen 16.11.2019
Station 13 Dein Tod und deine Finanzen 23.11.2019

 

10 Kind
Das Spiel des Lebens: Station 10 – Dein erstes Kind

 

Wer Geld, aber keine Kinder hat, der ist nicht wirklich reich!

Wer selbst viel mit Kindern zu tun hat, der wird mir zustimmen, dass Kinder eine große Bereicherung für unser Leben sind. Gerade frisch gesottene Eltern lernen durch ihre Kinder früh eine neue Perspektive in ihrem Leben kennen. So ändert sich mit dem ersten Kind plötzlich der eigene Lebensmittelpunkt. Viele Dinge aus dem bisherigen Leben erscheinen jetzt unbedeutend. Das eigene Kind wird plötzlich zum größten Reichtum. Und dies auch nicht ganz zu Unrecht. Obwohl der Reichtum verbunden mit einem Kind nicht in Geld zu messen ist, wissen besonders eingeschworene Eltern, dass Kinder im Laufe ihres Lebens sehr viel Geld kosten können. Manche Eltern behaupten sogar, dass die Kosten für ein Kind bis zum 18. Lebensjahr den Wert eines Einfamilienhauses einnehmen. Aus diesem Grund widme ich mich auf dieser Lebensstation den Auswirkungen deines ersten eigenen Kindes auf deine Finanzen. Zwar erscheint Geld in Zusammenhang mit den eigenen Kindern häufig unwichtig, dennoch möchte ich dir hilfreiche Tipps mit auf deinem Weg geben, um Finanzen gut zu meistern.

Dein erstes Kind und deine Einnahmen

Laut papa-online.com hat das erste eigene Kind große Auswirkungen auf deine Einnahmen. Auf seiner Website zeigt Andreas auf, dass Familien mit Kindern nur über ungefähr 63% des Einkommens von kinderlosen Paaren verfügen. Im Umkehrschluss haben Paare mit Kindern rund 37% weniger Geld im Monat zur Verfügung als kinderlose Paare. Das niedrigere Einkommen begründet sich zumeist dadurch, dass frisch gesottene Eltern die Anzahl der Arbeitsstunden und Überstunden deutlich reduzieren, um Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Und das ist aus meiner Sicht auch löblich. Traditionell bleibt die Ehefrau in Deutschland nach der Geburt erst einmal Zuhause, während der Mann weiterarbeitet. Finanziell wird die Frau durch dieses Modell benachteiligt. Denn durch das fehlende Einkommen entsteht ihr eine Rentenlücke. Darum empfehle ich Paaren sich frühzeitig über eine mögliche Ausgleichzahlung zu Unterhalten. Neben der Verringerung der Einnahmen aufgrund der verringerten Arbeitszeit erhalten Paare mit Kindern aber zusätzliche staatliche Unterstützung durch Elterngeld und Kindergeld. Im Rahmen des Elterngeldes finanziert der Staat dir 14 Monate lang 67% des Einkommens des Partners, der in Elternzeit geht (mind. 300€ und max. 1800€). Mehrkindfamilien mit kleinen Kindern profitieren vom einem sogenannten Geschwisterbonus in Höhe von 10% des sonst zustehenden Elterngelds (mind. 75€ und max. 300€). Zusätzlich gibt es Kindergeld: Ab Juli 2019 bekommen Eltern für die ersten beiden Kinder 204€/Kind/Monat, ab dem dritten Kind 210€/Kind/Monat und ab dem vierten Kind 235€/Kind/Monat.

Dein erstes Kind und deine Ausgaben

Das erste Kind hat ebenso starke Auswirkungen auf deine Ausgaben. Die einmaligen Kosten für die minimale Grundausstattung, mit du im Laufe des Heranwachsen deines Kindes rechnen musst betragen laut einer Hochrechnung von idealo.de rund 4502,60€. Teil dieser Ausgaben sind Babypflegeprodukte (ca. 89€), Produkte für unterwegs (ca. 591€), Stillequipment (ca. 81€), Equipment fürs Füttern mi der Flasche (ca. 89€), eine Babyapotheke (ca. 71€), Windeln (ca. 1337€), Spielsachen (ca. 623€), eine Schultüte (ca. 112€) und Kosten für den Schulanfang (ca. 220€). Wer sich diese Aufstellung von idealo.de anschaut merkt schnell, dass die geschätzten Kosten sehr niedrig angesetzt sind. Realistische Kosten für die Grundausstattung eines Kindes sind eher 5.000 – 6.000€. Du merkst also, dass die Grundausstattung deines ersten Kindes den Wert eines Kleinwagens einnehmen kann. Darüber hinaus beteiligen sich die meisten Eltern mit der Volljährigkeit ihrer Kinder auch häufig noch an weiteren Kosten wie den Führerschein, das erste eigene Auto und dem Studium (z.B. Wohnungseinrichtung und Studiengebühren). Wenn du dir früh sicher bist, dass du Kinder haben möchtest, dann sorge am besten vor.

Dein erstes Kind und dein Vermögen

Neben den fehlenden Einnahmen kosten dich Kinder häufig auch einen großen Teil deines Vermögens. Denn durch die hohen Einmalkosten musst du nicht nur auf deine angesparten Reserven zurückgreifen, sondern kannst aufgrund der höheren regelmäßigen Kosten auch weniger Geld in dein Vermögen investieren. Hier entstehen dir natürlich erhebliche Opportunitätskosten. Nehmen wir einmal an, dass dich ein Kind ab der Geburt bis zum 18. Lebensjahr einmalig 5.000 Euro und monatlich 660€ kostet. Würdest du rein hypothetisch dieses Geld in einen ETF zu 6% Zinsen jährlich investieren, so würdest du nach 18 Jahren einen satten Betrag von knapp 267.000€ erwirtschaften. Also sprechen wir hier von ¼ Million Euro. Denn neben den 147.560 Euro die du in dein Kind investierst, würdest du bei diesem Investment über 18 Jahre noch einmal 119.440€ an Zinszahlungen oben drauf erhalten (wenn man die Kapitalertragssteuern ignoriert). Damit möchte ich dir veranschaulichen, dass der Spruch der meisten Eltern gar nicht so falsch ist. Ein Kind kann dich inklusive einberechneter Opportunitätskosten (in diesem Fall die Zinsen auf dein Geld) tatsächlich schnell genauso viel wie ein Einfamilienhaus kosten. Aber das ist es natürlich auch wert !

Dein erstes Kind und deine Verbindlichkeiten

Ebenso wie Einmalausgaben fallen für dein Kind regemäßige Kosten an. Hierzu hat im Jahr 2013 die Bundeszentrale für politische Bildung eine deutschlandweite Studie durchgeführt und die Konsumausgaben von Haushalten mit einem Kind erhoben. Die Studie zeigt, dass die Konsumausgaben für ein Kind durchschnittlich 660€ monatlich betragen. Legt man diesen Wert zugrunde, so kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr rund 142.560€. Weiterhin zeigt die Studie, dass die monatlichen Kosten mit steigendem Kindesalter deutlich wachsen. Während ein Kind unter 6 Jahren noch 587€ im Monat kostet, sind es zwischen dem 6-11. Lebensjahr 683€ monatlich und zwischen dem 12-1.7 Lebensjahr bereits 784€ im Monat. Somit verbrauchen Kinder rund 20% des Haushaltseinkommen – in etwa so viel wie die Miete. Das bedeutet, dass jeder 5. Euro demnach für dein erstes Kind ausgegeben wird. Somit ist neben dem Haus ein eigenes Kind ein sehr großer Kostenfaktor. Haus plus Kind zusammen kosten schnell über 1.500€ pro Monat. Dennoch gibt es auch bei Kindern einige Möglichkeiten die Verbindlichkeiten zu minimieren. Welche das sind, kannst du nachfolgend in den KreativChecklist nachlesen.

 

Monatlichen Konsumausgaben in einem Haushalt mit einem Paar mit einem Kind (Quelle: BPB)
Monatlichen Konsumausgaben in einem Haushalt mit einem Paar mit einem Kind (Quelle: BPB)

 

Dein erstes Kind und deine Finanzen auf einen Blick

10 Dein erstes Kind und deine Finanzen
Dein erstes Kind und deine Finanzen

 

KreativChecklist für deinen finanziellen Erfolg zu deinem ersten Kind

Für deinen finanziellen Erfolg auf jeder Lebensstation stelle ich dir eine „KreativChecklist“ zur Verfügung. Die Checkliste soll zu deinem finanziellen Erfolg beitragen. Gehe die Checklistenpunkte doch einmal durch, und schaue ob sie für dich interessant sind. Sollten deiner Meinung nach Punkte ergänzt werden, dann poste sie gerne in den Kommentaren.

 

  • Einnahmenchecklist:

    • Kindergeld
      • Beantrage das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeite am besten gleich nach der Geburt.
      • Du kannst den Antrag auf Kindergeld online ausfüllen und im Voraus verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln.
      • Drucke den Antrag aus und unterschreibe ihn. Sende ihn anschließend per Post an die Familienkasse.
    • Elterngeld
      • Kläre mit deinem Partner, ob ihr das Basis-Elterngeld oder Elterngreld Plus wählen möchtet
      • Kläre so früh wie möglich mit deinem Partner, wie ihr die Elternzeit aufteilen wollt. Wenn sich beide Elternteile beteiligen, stehen euch 14 anstatt 12 Basis-Elterngeld zu.
      • Nutze den Elterngeldrechner de Bundesfamilienministeriums um die Höhe deines Elterngeldes zu berechnen.
      • Der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, sollte so früh wie möglich in die Steuerklasse III wechseln. Denn dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen, das für die Berechnung des Elterngeldes entscheidend ist.
    • Mutterschaftsgeld
      • Prüfe, ob du Anspruch auf Mutterschaftsgeld hast
      • Falls ja, lasse dir von deinem Arzt eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin geben. Die Ausführung für die Krankkasse ergänzt du mit deinen persönlichen Angaben, deiner Kontoverbindung und Angaben zu deinem Beschäftigungsverhältnis und Arbeitgeber und unterschreibst das Dokument. Dieses reichst du bei der Krankenkasse ein.
      • Stelle einen Antrag auf Arbeitgeberzuschuss, indem du deinen Arbeitgeber das Zeugnis über den mutmaßlichen Entbindungstermin vorlegst.
    • Ausgabenchecklist:

      • Kaufe gebrauchte Sachen für die Erstausstattung deiner kleinen. Hierfür gibt es mittlerweile zahlreiche Flohmärkte oder Online-Portale
    • Vermögenschecklist:

      • Wenn du früh im Leben sicher bist, dass du eigene Kinder haben möchtest, dann sorge möglichst vor und lege frühzeitig Geld zur Seite.
    • Verbindlichkeitenchecklist:

      • Prüfe ob deiner Kinder automatisch über den bestehenden Versicherungsschutz mit abgesichert sind

 

Nachdem ich nun ausführlich die Auswirkungen deines ersten Kindes auf deine Finanzen beleuchtet habe, widme ich mich im nächsten Blogartikel der elften meiner dreizehn Lebensstationen: Deiner Scheidung. Bis dahin wünsche ich dir kreative Investments und freue mich auf deinen Besuch in der nächsten Woche!

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